Bundesliga | Peter H. Eisenhuth | 20.07.17 Leistung steht im Vordergrund AUS DEM TRAININGSLAGER (VI): Sandro Schwarz sieht beim 0:0 gegen die SpVgg Greuther Fürth alles, was ihm wichtig ist. Pablo De Blasis hatte gegen die SpVgg Greuther Fürth die erste Mainzer Torchance. | Archiv/Eisenhuth Heimstetten. Man kann’s ja mal probieren: Mit der Titelmelodie von „Rocky“ schickten die Ausrichter des Testspiels zwischen dem FSV Mainz und der SpVgg Greuther Fürth am Donnerstagabend die beiden Mannschaften aufs Feld. Einen Schlagabtausch wie in den Filmen mit Sylvester Stallone bekamen die Zuschauer im Stadion von Heimstetten allerdings nicht zu sehen. Stattdessen eine erste Halbzeit, in der dem Erstligisten die schweren Beine anzumerken waren, und eine zweite, in der die Mainzer den Zweitligisten weitestgehend in dessen Hälfte drängten. Allerdings ohne zählbaren Erfolg – dem 5:2 gegen den FC Tokyo vom Vorabend folgte diesmal ein 0:0. Sandro Schwarz war dennoch mit der Gesamtheit beider Tests zufrieden. „Wir wollten beide Spiele gewinnen, aber im Vordergrund steht die Leistung“, sagte der Trainer und zog eine Linie von der Partie gegen Alemannia Aachen bis jetzt. „Im ersten Spiel hatten wir in der ersten Halbzeit noch wenig Struktur, haben uns in der zweiten Halbzeit verbessert, und haben uns auch in den Spielen gegen die TuS Koblenz und Wehen Wiesbaden gesteigert. Jetzt erkennt man, wo wir hinwollen, dass wir versuchen, die Spiele an uns zu reißen.“ Ballverluste ermöglichen Konter Dieser Versuch glückte am Donnerstagabend erst nach dem Seitenwechsel. In den ersten 45 Minuten war zu spüren, dass die Fürther nur noch anderthalb Wochen vor Saisonbeginn in der zweiten Bundesliga stehen und nicht mehr der ganz hohen Trainingsbelastung ausgesetzt sind. „Wir sind zwar gut ins Spiel gekommen, hatten dann aber eine Phase, in der wir rausgeflogen sind und nicht so viel Druck auf den Ball ausgeübt haben“, hielt Schwarz fest. René Adler verhinderte in der vierten Minute nach einem Konter das 0:1, als er einen Schuss von Khaled Narey mit einer starken Parade aus dem rechten unteren Eck holte. Später klärte er einen Schuss von Veton Berisha mit einer reaktionsschnellen Fußabwehr (40.). Auf der anderen Seite scheiterten Pablo De Blasis und Viktor Fischer an Torwart Balazs Megyeri (5., 12.). Mit den schnellen Gegenstößen der Fürther hatte die 05-Abwehr in einigen Situationen Probleme, der Trainer machte den Ausgangspunkt allerdings an anderer Stelle fest. „Wir haben diese Konter durch einfache Ballverluste ermöglicht, wenn der Gegner dazwischengehen konnte. Das ist uns in der zweiten Halbzeit nicht mehr passiert, da hatten wir eine deutlich größere Ballsicherheit.“ Abschlüsse kommen mit der Frische Gleichwohl bescheinigte er dem Team, über die gesamte Spielzeit hinweg versucht zu haben, in den vereinbarten Strukturen zu bleiben. Dass zahlreiche Diagonalpässe nicht den Mitspieler erreichten, war dem Spielfluss zwar nicht dienlich. „Aber gut war, dass wir versucht haben, diese Diagonalpässe zu spielen“, betonte Schwarz. „Wenn wir einen Schwerpunkt darauf setzen, ist es der erste positive Ansatz, dass man die Gelegenheit erkennt und den Ball spielt. Der nächste Schritt muss jetzt sein, dass es dann auch klappt.“ In diese Kategorie fiel auch die Tatsache, dass die Rheinhessen nur wenige Angriffe abschlossen. Auch in der schwächeren ersten Halbzeit habe sein Team viele Dinge bis ins letzte Drittel des Spielfeldes sehr gut aufgelöst, „dann aber passte die Flanke nicht oder der erste Kontakt war zu schlecht“, analysierte der Trainer. Ein grundlegendes Problem sah er darin nicht. „Das kommt mit der Frische.“ Diallo am Daumen verletzt Mit dem Bemühen um strukturierten Ballbesitz und effektive Vorwärtsverteidigung zeigte er sich aber sowohl am Mittwoch als auch am Donnerstag zufrieden. „Gegen Tokyo hatten wir 15 Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte“, berichtete er. „Ich bin gespannt, wie viele es heute waren. Jetzt muss es uns gelingen, die dominanten Phasen zu verlängern.“ Gewinnen können hätten die Nullfünfer den zweiten Test während des Trainingslagers im Übrigen auch noch. Die größten Gelegenheiten hatten Suat Serdar, der mit einem Distanzschuss an Sascha Burchert scheiterte (63.), und Jose Rodriguez, der, von Levin Öztunali freigespielt, aus zehn Metern den auf der Linie stehenden Fürther Lukas Gigganig anschoss (66.). Für Neuzugang Abdou Diallo war sein zweiter Einsatz in einem Testspiel nach etwas mehr als einer halben Stunde beendet. Der Franzose wurde wegen einer Daumenverletzung ausgewechselt und als Vorsichtsmaßnahme zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Mehr aus Grassau: Der Aus-dem-Schatten-Mann - Rouven Schröder Fünf Treffer bei der Hasenjagd - 05er gewinnen Test gegen FC Tokyo Ausraster nur in begründeten Ausnahmefällen - Sandro Schwarz' aktives Coaching In der Ruhe liegt die Kraft - Doppeleuropameister Levin Öztunali Glänzende Perspektiven - Auch die deutsche U21 war hier Alle Artikel von Fußball (Bundesliga)