Rheinhessenliga | Peter H. Eisenhuth | 13.06.26

Dem ersten Sieg soll die zweite Saison folgen

Vier Matchtiebreaks, alle gewonnen: Die TSG Bretzenheim kommt mit einem 6:3 gegen den TC Jugenheim dem Verbleib in der Rheinhessenliga sehr nahe. Am letzten Spieltag empfangen die 46er am Sonntag (9.30 Uhr) die DJK TV Mainzer Sand.
Fabian König gewann eines der vier Einzel der TSG Bretzenheim gegen den TC Jugenheim.
Fabian König gewann eines der vier Einzel der TSG Bretzenheim gegen den TC Jugenheim. | Bernd Eßling

Bretzenheim. Auf andere verlassen möchten sich Johannes Schaeffer und seine Mannschaftskameraden nicht – selbst wenn es sich bei den anderen um die Spieler des MTV 1817 Mainz handelt. „Wenn die halbwegs so weiterspielen wie bisher, sollten wir sicher sein“, sagt der Kapitän der TSG Bretzenheim.

Dann nämlich vollendet der ungeschlagene Spitzenreiter der Tennis Rheinhessenliga seine Serie am Sonntag (9.30 Uhr) beim TC Jugenheim, der damit als Schlusslicht abstiege – und die Bretzenheimer blieben als Tabellenvorletzter der Liga erhalten. Ganz gleich, wie ihre Begegnung mit der DJK TV Mainzer Sand verläuft. „Aber selbstverständlich wollen wir das bestmögliche Ergebnis herausholen und es aus eigener Kraft schaffen.“

Bahr den Vortritt gelassen

Diese Chance erarbeitete sich der Aufsteiger am zurückliegenden Spieltag mit dem 6:3 im Duell zweier bis dahin siegloser Mannschaften. Beeindruckend war nicht zuletzt die Nervenstärke der 46er: Vier Duelle gingen in den Matchtiebreak, alle vier endeten zu ihren Gunsten – das muss man erst mal hinbekommen.

Einer derer, die es hinbekamen, war Tim Bahr, der an Schaeffers Stelle in die Mannschaft gerückt war. „Ich hatte mich nicht gut gefühlt und ihm deshalb den Vortritt gelassen“, sagte der Kapitän. „Und er hat das gut gemacht.“

Der erste Satz gegen Ben Weyell verging in Windeseile, der Jugenheimer fand überhaupt nicht ins Spiel, Bahr fertigte ihn mit 6:0 ab, ohne dass es zu nennenswerten Ballwechseln gekommen wäre. „In dieser Zeit hat auf dem Nebenplatz nicht mal ein Seitenwechsel stattgefunden...“

Petzler spielt seine Fitness aus

Mit Beginn des zweiten Durchgangs änderte sich das abrupt, und darauf musste der Bretzenheimer sich erst mal einstellen. Das gelang ihm zwar zu spät, um das 4:6 noch abzuwenden, doch im Matchtiebreak verhielt er sich clever. „Da hat Tim sich auf seine Stärken konzentriert und den Ball im Spiel gehalten.“

Wie Bahr setzte sich auch Hendrik Petzler gegen Nils Gerhold im dritten Durchgang mit 10:6 durch. Zuvor hatten beide Kontrahenten jeweils ein 6:2 verbucht, „aber jeder dieser Sätze war ausgeglichener, als es aussieht“, berichtete Schaeffer. „Am Ende spielte Hendrik seine Fitness aus: Je länger es dauerte, desto mehr profitierte er davon, er stabil geblieben und hat etwas konstanter gespielt als sein Gegner.“

Besonders freute der Spielführer sich über Carl Wiskers Erfolg im Match der beiden Einser gegen Robert Koch. „Robert ist ein fantastischer Spieler“, sagte er, „er lag auch schnell vorne, aber Carl hat sich wieder rangekämpft.“ Den ersten Satz verlor Wisker dennoch mit 4:6, und als er anschließend gleich das nächste Break kassierte, kam Schaeffer vorübergehend die Zuversicht abhanden. „Ich dachte, das ist in einer Viertelstunde vorbei.“

Wisker widerlegt katastrophale Bilanz

Er irrte. Wisker biss sich in die Begegnung, bog nicht nur den Satz auf 6:4 um, sondern ließ hinterher in keiner Szene erkennen, „dass er voriges Jahr in der A-Klasse eine katastrophale Matchtiebreakbilanz hatte“, und sicherte seiner Mannschaft den vierten Punkt. Den ersten hatte Fabian König mit einem Zweisatzsieg gegen Manuel Thielmann beigesteuert.

„Einen Zwischenstand von 4:2 hatten wir noch nie“, schwärmte Schaeffer, und statt des einen für den Teamerfolg benötigten Doppels gewannen seine Kollegen gar zwei. Wisker und Felizian Maicher bezwangen Koch/Johannes Ossendorf mit 6:2, 6:4, „auch wenn es ein paar Momente gab, in denen es knapp wurde“. Für die Zugabe sorgten Petzler/Bahr mit ihrem 7:6, 4:6, 10:4 gegen Bertz/Thielmann.

Für die Bretzenheimer war es der erste Sieg in der Rheinhessenliga überhaupt. Dem soll nach Möglichkeit eine zweite Saison in dieser Spielklasse folgen.

Felizian Maicher musste sich trotz guter Leistung Lucas Bertz mit 4:6, 4:6 geschlagen geben.
Felizian Maicher musste sich trotz guter Leistung Lucas Bertz mit 4:6, 4:6 geschlagen geben. | Bernd Eßling
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