Bundesliga | Oliver Nieder | 05.08.26 50 Fragen an... ...Danny da Costa. | NEUES AUS DEM BRIXENTAL (19) Oliver Nieder fragte. Danny da Costa antwortete. | Tobias Rinauer Aus dem Trainingslager des FSV Mainz 05 berichten Peter H. Eisenhuth und Oliver Nieder. Hopfgarten. Ein Interview, mal ganz anders als in der Mixed Zone. 50 Fragen in 15 Minuten an einen 05er – kurz und spontan. Gestärkt aus dem Speisesaal kommt Danny da Costa (33) um die Ecke, mit Pressesprecher Tobias Rinauer im Schlepptau. Ein Händedruck, zwei Sessel und los geht die Reise. 1 Wann und wo zum ersten Mal Fußball gespielt? In Köln-Holweide aufm Bolzplatz. 2 Jede Minute in der Grundschulpause gekickt? Absolut richtig. 3 Jeden Tag nach der Grundschule auf der Straße Fußball gespielt? Fast richtig. Weil ich in der Grundschule schon in Leverkusen gespielt hab‘, war ich oft nach der Schule im Training. 4 Beim Fußballspielen in der Wohnung – wie die Tore festgelegt? Türrahmen. 5 Wie seltsam war es, als Kind bei einem Verein Fußball zu spielen, der Winfriedia Mülheim heißt. (lacht) …Hab‘ ich mir jetzt nie Gedanken drüber gemacht. 6 Jemals erfahren was Winfriedia bedeutet? Tatsächlich bis heute nicht. 7 Persönlicher Rekord beim Ball hochhalten? Wow … keine Ahnung. Nie mitgezählt. 8 Taschengeld phasenweise nur für Fußballsticker verbraten? Absolut falsch. Mein Taschengeld ging für gemischte Tüten und Pokémon-Karten drauf. 9 Tipp-Kick oder Tischfußball? Tischfußball. 10 Gibt es noch echte Straßenkicker-Kids? (überlegt) Weniger, aber vereinzelt würde ich denken schon noch, ja. 11 In welchem Lebensjahr überhaupt keinen Bock auf Fußball gehabt? Boah... sind zwei (lacht). Erstes Jahr in Leverkusen, sprich mit acht, da wollte ich aufhören. Und… (überlegt länger, flüsternd), dann in meinem 31. Lebensjahr. 12 Was hätten Sie gemacht, wenn Sie kein Fußballprofi geworden wären? Dann hätte ich früher angefangen zu studieren, hätte jetzt wahrscheinlich irgendeinen Bürojob und würde mich um Finanzen kümmern. 13 Außenseiter gewesen, weil im Mannschaftsbus fürs Abi gelernt statt zu zocken? (lacht) …kein Außenseiter, aber schon immer mal wieder ein bisschen merkwürdig angeguckt worden. 14 Was vom ersten Profivertrag 2011 bei Bayer Leverkusen geleistet? Hab‘ ein bisschen gespart und mir dann einen VW-Scirocco gekauft. 15 Auf einer Skala von 1 bis 10: Wieviel Ehrfurcht, wenn man als 17-Jähriger Jupp Heynckes zum Trainer hat? War tatsächlich eine 2. Weil er wie eine Vaterfigur war für mich. 16 Wie ist Jupp Heynckes wirklich? Wie gesagt, für mich wie eine Papa-Figur. War sehr fordernd, aber konnte auch immer ganz gut Lob verteilen. 17 Woran merkt man am stärksten, dass Sie eigentlich ein „Kölsche Jung“ sind? Ich lach‘ sehr viel (lacht). 18 Stimmt es, dass Sie lange nicht wussten, dass der Vater ihrer Partnerin der 1990er-Weltmeister Uwe Bein ist? Das ist richtig, ja. 19 Wie reagiert, als Sie es erfahren haben? Überrascht, aber auch nicht so überrascht, weil ich die 1990er-Mannschaft auch nicht kannte (lacht). 20 Wie erklärt man heutzutage am besten, was ein „tödlicher Pass“ ist? Hm … ein Pass, der … mehrere Verteidigungslinien durchbricht und eine große Torchance ermöglicht. 21 Wie oft insgesamt Ihre Vorlage zum entscheidenden Führungstreffer gegen die Bayern im DFB-Pokalendspiel angeschaut? Bewusst nie. Aber es gibt ja den Pokalfilm der Eintracht, und den hab‘ ich tatsächlich jetzt schon drei, vier Mal gesehen. 22 Was 2018 aus dem gewonnenen DFB-Pokal getrunken? Gar nichts! 23 Auf Ihrer Bucket List, einmal für die Traditionsmannschaft von Charly Körbel aufzulaufen? Absolut, ja! 24 Aktuelles Lego-Projekt? Haben gerade die Black Pearl von Fluch der Karibik beendet, und als nächstes werden von Pokémon die ersten drei Endentwicklungen, sprich Bisaflor, Turtok, Glurak gebaut. 25 Auch schon die Mewa-Arena aus dem Fanbus aufgebaut? Die Mewa-Arena gebaut, und den Mannschaftsbus. Bei Events mit dem Kidsclub. 26 Hat Lego mit Fußball mehr zu tun als man gemeinhin denkt? Hm, würde ich jetzt so nicht sagen. Erfordert zwar auch irgendwo ein Stück weit Geduld und man hat ein schönes Glücksgefühl, wenn es dann aufgebaut ist, aber da sehe ich jetzt spontan keine Gemeinsamkeiten. (lacht) 27 Lieblings-WM-Experte oder WM-Expertin? (überlegt) Chris Kramer. 28 Lieber Messi oder Ronaldo abgrätschen? (lacht laut) Messi. 29 Ihre Lieblings-Entschuldigungs-Geste nach einem harten Foul? (sofort) Ich mach‘ keine harten Fouls. (leichtes Lachen) 30 Mehr von Dani Alves oder Philipp Lahm abgeschaut? Dani Alves. 31 Nie mal davon geträumt, ein gefeierter Stürmer zu sein? (ernst) Tatsächlich nie. 32 Lieblingsverkleidung am Rosenmontag? One Piece, Anime-Figur Trafalgar Law. Oder aus Naruto, der vierte Hokage, Namikaze Minato. Hatte ich beide schon an ... (schaut in das verständnislose Gesicht des Fragestellers) … Ich kann‘s aufschreiben! 33 Wo ist Mainz doch ein bisschen langweilig im Vergleich zu Frankfurt? Kann ich gar nicht beurteilen, ich bin fast nie in der Stadt. (lacht) 34 In Mainz oder in Frankfurt? Beides. 35 Ist dieses Derby-Ding den meisten Profifußballern insgeheim schnurzegal? Kommt drauf an, welches Derby. Köln–Leverkusen hab‘ ich schon sehr ernst genommen. 36 War Ihr Selbstinterview von 2018 wirklich keine versteckte Medienkritik? Ähm, eigentlich genau das. Sprich, ich war tatsächlich ein bisschen gereizt, weil ich davor drei Mal exakt die gleichen Fragen gestellt bekommen hab‘, bei anderen Interviews. Und in der Kabine wurde bereits gefeiert. Und das war für mich so ein Stück weit 'ne Kritik, weil sich die Fragen dann doch sehr wiederholen und wenig originell sind. 37 Noch im Bewusstsein, dass Sie deshalb Träger eines Comedy-Preises sind? Ja, der steht bei mir zu Hause! 38 Welche Frage würden Sie sich hier und jetzt gerne selbst stellen? (lacht) Ich mach' so was nicht mehr. Ähm … ob ich mit dem Verlauf des Trainingslagers zufrieden bin, und das würde ich definitiv bejahen. 39 Letztes gelesene Buch? (überlegt) Tribute von Panem. Wie hieß es noch mal? Nicht von der ersten Trilogie, sondern das Buch, in dem es hauptsächlich um den Haymitch geht. Ich weiß grad nicht, wie der Name war, müsste das fünfte Buch sein. 40 Worüber unterhalten Sie sich mit ihren Einlaufkindern? Och, ich frag‘ meine Einlaufkinder gerne, ob sie nervös sind. 41 Wie kann man das Gefühl beschreiben, wenn man realisiert, dass man in derselben Sekunde einen Elfmeter verursacht hat? Man fühlt sich grad sehr alleine auf dem Platz. 42 Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie heiß darauf, bei einem Elfmeterschießen zu den Schützen zu gehören? Zehn. 43 Sehr enttäuscht, in der letzten Saison nicht bei den Match-Attax-Karten dabei gewesen zu sein? War ich nicht? Wow (lacht). Offensichtlich nicht enttäuscht, weil das war mir nicht bewusst. 44 Wann zum letzten Mal das „Aktuelle Sportstudio“ geguckt? Boah, das ist Jahre her. Das ist sehr lange her. Ich wüsste nicht mal mehr, wer da als Gast war. Wahrscheinlich das letzte Mal, als Finn Dahmen da war, oder so. Keine Ahnung. 45 Derzeit der skurrilste Danny-da-Costa-Tick vor einem Bundesligaspiel? Mein skurrilstes Tick (sinniert) Ich stell‘ mich bei der Platzbegehung vor dem Aufwärmen fast immer an die exakt gleiche Stelle, und lass‘ einfach nur kurz die Stadionatmosphäre auf mich einwirken. Und geh‘ dann rein, um mich umzuziehen. 46 Mal erschrocken, weil Ihr Name in einer „Sport-Bild“-Schlagzeile stand? Nee. 47 Hat es Ihre Toiletten-Auswechslung gegen Sigma Olmütz zur Dauer-Anekdote geschafft? Ich hoffe nicht, weil soo besonders und erwähnenswert ist es eigentlich gar nicht. 48 Welchen Fußballmoment werden Sie Ihren Enkeln erzählen? Den Moment, als Mijat Gacinovic den Ball in Berlin über die Linie getragen hat, und man in der Sekunde DFB-Pokalsieger wurde. 49 Kann der Fußball Rassismus bekämpfen, oder fördert er ihn? Ich denke schon, dass er ihn bekämpfen kann, weil ich glaube, man sieht, dass eigentlich alle Fußballmannschaften mittlerweile wirklich Nationalitäten aller Arten vereinen. Und man sieht ja auch, dass wir alle gemeinsam das gleiche Ziel verfolgen, völlig egal, wo man herkommt. Und ich glaube, wenn diese Einstellung, die man in solchen Mannschaften hat, wirklich auf die Bevölkerung überspringen würde, dann gäbe es dieses Rassismus-Thema nicht. 50 Wie leben Sie ganz persönlich ihre Fußball-Romantik aus? Ich persönlich (überlegt) Ja, ich versuche sehr vereinstreu zu sein und möglichst lange in einem Verein zu bleiben. Und gehe gerne mal ins Stadion, um mal unterklassig, bei Freunden oder so, Spiele zu gucken. Um mal wieder das Gefühl zu haben, wie es ist, Fußball einfach nur als schöne Nebensache wahrzunehmen. 51 Wann zum letzten Mal wegen Fußball geweint? Hm … Europa-League-Ausscheiden 2018/2019 beim FC Chelsea. Upps, eine Frage mehr als angekündigt. Und jetzt kommt Danny da Costa nach ein paar Metern zurück und hat selbst eine: 52 Ich wollte eigentlich noch wissen, was denn jetzt Winfriedia bedeutet? Winfriedia Mülheim war ein katholisch verwurzelter Sportverein. Und Winfried war der bürgerliche Name des Apostels Bonifatius. Der Verein hat sich übrigens vor ein paar Jahren aufgelöst. Anzeige Anzeige Anzeige Alle Artikel von Fußball (Bundesliga)