Verbandsliga Damen | Peter H. Eisenhuth | 18.06.26

Der kleine Strohhalm war nicht zu packen

Zum Abschluss hilft auch die Bestbesetzung nicht: Die DJK TV Mainzer Sand beendet ihre Verbandsligasaison auf dem letzten Tabellenplatz. Die Damen des MTV 1817 Mainz hingegen verpassen beim Meister in Bad Neuenahr eine Überraschung, bleiben aber in der Liga.
Luise Luczaks Saisondebüt vermochte die DJK-Niederlage nicht zu verhindern.
Luise Luczaks Saisondebüt vermochte die DJK-Niederlage nicht zu verhindern. | Bernd Eßling

Mombach. Ein wirklicher Trost war es nicht, dass selbst im Erfolgsfall der Abstieg unvermeidbar gewesen wäre. Mit der 4:5-Niederlage gegen den TC Rot-Weiss Kaiserslautern aber mussten sich die Tennisspielerinnen der DJK TV Mainzer Sand nicht mehr um das Ergebnis des MTV 1817 Mainz in Bad Neuenahr bemühen. Als sie vom 3:6 des Lokalkonkurrenten und Tabellennachbarn erfuhren, war klar, dass ihr Unterfangen so oder so zum Scheitern verurteilt war.

„Wegen des schlechteren Satzverhältnisses hätten wir schon 7:2 gewinnen müssen, um Vorletzter zu werden“, sagt Julia Harth. Das wäre trotz erstmaliger Bestbesetzung selbst im Optimalfall nicht möglich gewesen.“

Um den kleinen Strohhalm zu ergreifen, den die Ausgangslage vor diesem letzten Verbandsligaspieltag bot, hatten die Mombacherinnen nicht nur auf Luise Luczak zurückgegriffen, sondern auch Mia Woo anreisen lassen. Und die an zweiter Position geführte Niederländerin fackelte nicht lange: Sie fertigte Annabelle Wagner mit 6:1, 6:0 ab.

6:10 nach 6:3

Im Spitzenspiel hingegen gingen die Gastgeberinnen leer aus: Luczak, die in den vergangenen Wochen entweder (einmal) krankheitsbedingt ausgefallen oder (meistens) auf Jugendturnieren in aller Welt aktiv war, unterlag Julia Schneller mit 3:6, 0:6. Das Talent der jungen Mainzerin war in vielen Phasen zu erkennen, wahrscheinlich ließe es sich aber mit mehr Training statt Travelling besser festigen.

Julia Harth musste ausnahmsweise nicht an Position eins ran, sondern konnte den beiden Debütantinnen den Vortritt lassen – was ihr gegen Emily Laschek aber lediglich zu zwei gewonnenen Spielen verhalf. Juliana Friebl kämpfte gegen Jule Pfingsten beherzt, aber glücklos. Das zweite Einzel steuerte Salima Dababi mit einem Zweisatzsieg gegen Johanna Heidrich bei.

Und Laura Volk schien auf dem besten Weg, ihre Mannschaft mit einem Unentschieden in die Doppel gehen zu lassen. In ihrem Match gegen Marie-Louise Bugera, das in etwa so lang dauerte wie nebenan die Duelle von Woo und Luczak zusammen, schien sie nach 4:6 und 6:0 auf Siegkurs. Volk führte im Matchtiebreak mit 6:3, gab danach jedoch sieben Punkte hintereinander ab.

Mannschaft droht auseinanderzubrechen

Ihr klarer Doppelerfolg zusammen mit Friebl und das im dritten Durchgang gewonnene Doppel der beiden Spitzenspielerinnen reichten nicht, um die fünfte Niederlage um fünften Saisonspiel abzuwenden.

„Über die gesamte Runde gesehen hat uns eine Nummer eins gefehlt, und hinten waren wir zu schwach besetzt“, bilanzierte Harth. „Alicia Büttner oder Elif Siegmund haben noch nicht die Erfahrung, um auf diesem Niveau mithalten zu können. Und wenn wie Luise oder Mia an entscheidenden Spieltagen dabei gehabt hätten, wäre es wahrscheinlich besser gelaufen.“

Und jetzt? „Schwierige Situation“, sagt die Kapitänin, die wie Laura Volk angekündigt hat, nicht zurück in die Rheinhessenliga zu wollen. „Allerdings wäre es auch schade, wenn die Mannschaft auseinanderbräche, weil wir uns untereinander sehr gut verstanden haben. Noch hoffen wir, dass vielleicht ein Aufsteiger verzichtet und wir deshalb in der Verbandsliga bleiben können.“

MTV verliert drei von vier Matchtiebreaks

Über derlei Dinge müssen sich Jil Becker und ihre Mitstreiterinnen nicht den Kopf zerbrechen. Für das Team des MTV 1817 Mainz entpuppte sich fast wie erwartet der Derbysieg am vorletzten Spieltag als Rettungsanker. Beim HTC Bad Neuenahr 2 unterlagen sie zum Abschluss mit 3:6, was gegen den ungeschlagenen Tabellenführer ein ordentliches Resultat und dennoch ein klein wenig ärgerlich war.

Denn: Drei von vier Matchtiebreaks gaben sie ab, Lisa Lanzerath und Janina Helmerich/Antonia Busch mit 6:10, Lanzerath/Julia Gille mit 11:9. „Wir hätten alle drei Doppel gewinnen können“, sagte Becker, die an der Seite von Enrica mit 10:6 im dritte Durchgang reüssierte, „das wäre cool gewesen“ – und gleichbedeutend mit einem Auswärtssieg.

„Im Großen und Ganzen zufrieden“

Zudem verpassten bei ihren Zweisatzniederlagen in den Einzeln die bislang nur bei den Damen 30 zum Einsatz gekommene Enrica Wilken sowie Antonia Busch zumindest eine Verlängerung – sie gaben ihre zweiten Sätze mit jeweils 6:7 ab. „Sie hatten etwas Anlaufzeit gebraucht, waren dann aber gut im Spiel“, berichtete Becker. „Leider konnten sie die Sätze nicht zumachen.“

Janina Helmerich an eins und Julia Gille an sechs hingegen marschierten zu souveränen Erfolgen am Ende einer Saison, mit der die Aufsteigerinnen von der Pariser Straße „im Großen und Ganzen zufrieden“ waren, wie die Kapitänin resümierte. „Auch wenn wir ein paar mehr knappe Spiele hätten gewinnen können.“

DJK-Akteurin Laura Volk schien auf dem besten Weg zum Sieg, gab im Matchtiebreak aber sieben Punkte hintereinander ab.
DJK-Akteurin Laura Volk schien auf dem besten Weg zum Sieg, gab im Matchtiebreak aber sieben Punkte hintereinander ab. | Bernd Eßling
Julia Harth fürchtet den Zerfall der Mombacher Mannschaft. Die Kapitänin hofft auf den Klassenverbleib durch die Hintertür.
Julia Harth fürchtet den Zerfall der Mombacher Mannschaft. Die Kapitänin hofft auf den Klassenverbleib durch die Hintertür. | Bernd Eßling
Anzeige
Jil Becker und ihre Mitstreiterinnen vom MTV 1817 Mainz bleiben der Verbandsliga erhalten.
Jil Becker und ihre Mitstreiterinnen vom MTV 1817 Mainz bleiben der Verbandsliga erhalten. | Archiv/Eßling
Alle Artikel von Tennis