Verbandsliga Damen | Peter H. Eisenhuth | 12.06.26

Abstieg entscheidet sich im Fernduell

Eine Mainzer Mannschaft wird die Tennis-Verbandsliga der Damen ganz sicher verlassen müssen. Nach dem 5:4-Derbysieg ist der MTV 1817 gegenüber der DJK TV Mainzer Sand im Vorteil, hat allerdings zum Abschluss die schwierigere Aufgabe. Der TSC-Zweiten würde ein Erfolg in Landau nichts schaden.
Julia Gille sorgte für einen der fünf Punkte beim Sieg des MTV 1817 gegen...
Julia Gille sorgte für einen der fünf Punkte beim Sieg des MTV 1817 gegen... | Bernd Eßling

Mainz. Läuft alles im normalen Maßstab ab, wird pro Staffel der Tennis-Verbandsliga der Damen eine Mannschaft absteigen. In diesem Fall wäre der TSC Mainz 2 unabhängig vom Ausgang seiner letzten Partie – am Sonntag bei Schwarz-Weiss Landau – bereits in Sicherheit. In der zweiten Gruppe allerdings wird es ein Team aus der Landeshauptstadt erwischen. Welches, entscheidet sich im Fernduell zwischen dem TV 1817 Mainz und der DJK TV Mainzer Sand.

Die bessere Ausgangsposition haben nach dem jüngsten 5:4-Derbysieg Jil Becker und ihre Mitstreiterinnen von der Pariser Straße. Ein Ruhekissen bedeutet der erste Saisonerfolg allerdings nicht, das ist ihnen bewusst. Zwar stehen sie damit zwei Punkte vor dem Lokalkonkurrenten, weisen aber ein lediglich um drei besseres Matchverhältnis auf.

Herkulesaufgabe in Bad Neuenahr

Sprich: Sollte die DJK am Sonntag den TC RW Kaiserslautern schlagen, könnte ihr schon ein 5:4 reichen, um die 1817erinnen auf den letzten Platz zu verdrängen und nach nur einer Saison wieder zurück in die Rheinhessenliga zu schicken. „Deshalb wäre es schon ganz gut, wenigstens drei Matches zu gewinnen“, sagt Becker, wohlwissend, dass dies beim HTC Bad Neuenahr 2 eine Herkulesaufgabe werden dürfte – der Tabellenführer hat in der gesamten Medenrunde erst ein Einzel und drei Doppel abgegeben.

Diese Konstellation ist denn auch das, was die Hoffnung der Mombacher Frauen aufrechterhält. „Ich halte es nicht für unrealistisch, drei Matchpunkte aufzuholen“, sagt DJK-Kapitänin Julia Harth, „aber klar ist, dass wir erst mal gewinnen müssen.“

Damit dies gelingt, müsste das Team wohl entweder auf seine bislang noch nicht im Einsatz gewesene Nachwuchs- und dennoch Topspielerin Luise Luczak zurückgreifen. Als das Derby anstand weilte die 16-Jährige gerade bei einem Juniorenturnier in Uganda; im Finale unterlag sie der Inderin Pritika Rana im Tiebreak des dritten Satzes.

Diesmal mit anderer Nummer eins?

Oder aber die DJK müsste ihrer nominelle Nummer zwei, Mia Woo, zum Debüt am Großen Sand verhelfen. Am vorletzten Spieltag war dieses Unterfangen gescheitert, weil die Niederländerin noch ein Ligaspiel in ihrer Heimat bestreiten musste. Die Folge: Harth musste wie seit Saisonbeginn erneut ganz vorne ran, „und da wir auch hinten niemanden hatten, der größere Siegchancen hatte, konnten wir uns ausrechnen, wie es enden würde“.

Pech für die Mombacherinnen, dass dem MTV an diesem Wochenende die zuvor zweimal ausgefallene Janina Helmerich wieder zur Verfügung stand. „Gegen sie kann ich nicht gewinnen, sie ist einfach zu gut“, sagt Harth. „Janina an eins zu haben, hat es für uns alle einfacher gemacht“, bestätigt Becker.

Letztlich hatten die 17erinnen sogar mehr Grund, mit dem Ausgang einzelner Matches zu hadern, als die DJK. Alle knappen Duelle nämlich gingen an die Gäste: Salima Dababi setzte sich ebenso im Matchtiebreak (10:6) gegen Lisa Lanzerath durch wie Laura Volk/Juliana Friebl gegen Lanzerath/Brenda Schulz. Und Volk verwehrte Becker beim 6:3, 7:5 die Chance auf einen dritten Durchgang.

 

                       „Wir haben alles mitgenommen,

                                 was möglich war“

 

„Wir haben nichts liegenlassen, sondern alles mitgenommen, was möglich war“, bilanziert Julia Harth. „Die Spiele, die wir verloren haben, waren durchweg deutlich.“

Jil Becker hatte ungeachtet ihrer Niederlage gegen Volk, die einzige DJKlerin mit positiver Zwischenbilanz Spaß an dieser knapp zweistündigen Auseinandersetzung. „Das war ein super enges Spiel, es ging ganz oft über Einstand“, berichtet sie. Zwar habe sie viele freie Punkte gemacht, „aber meine Gegnerin war eine Ballwand. Und sie war beständiger. Als mir am Ende die Kraft etwas ausgegangen ist, hat sie ihr Ding locker runtergespielt“.

TSC-Zweiter droht der vorletzte Platz

Zweigeteilt präsentiert sich die Parallelstaffel vor dem letzten Spieltag. Auf den ersten drei Plätzen stehen der ungeschlagene TC Speyer sowie mit jeweils drei Siegen der HTC Bad Neuenahr 3 und Schwarz-Weiss Landau. Die zweite Hälfte bilden der TSC Mainz 2 und BW Bad Ems mit je 2:6 Punkte, sowie Aufsteiger Blau-Weiss Herxheim, der lediglich zwei Matches gewonnen hat und wieder absteigen wird.

Um allen Eventualitäten im Abstiegskampf zu entgehen, sollten die Mainzerinnen am Sonntag in Landau (nicht allzu knapp) gewinnen; andernfalls dürften sie auf den vorletzten Rang zurückfallen, da die beiden hinter ihnen stehenden Konkurrentinnen aufeinandertreffen und dies ein deutliches Resultat zugunsten der Bad Emserinnen verspricht.

Dahlia Jurick schließt positiv ab

In Speyer war die TSC-Zweite zuletzt beim 2:7 weit von einem Erfolgserlebnis entfernt. Sabina Schmidbauer, Charlotte Jacob und Nuria Henkel unterlagen glatt in zwei Sätzen, lediglich Julia Drescher war drauf und dran, im Spitzeneinzel Alicia Mall einen Durchgang abzuknöpfen – sie unterlag der neuen rheinland-pfälzischen Meisterin mit 6:7, 3:6.

Für die Gäste punkteten Anna Herding, die eine Woche später bei den Landesmeisterschaften als Stuhlschiedsrichterin beider Finals nicht minder souverän auftrat, und Dahlia Jurick. Die 13-Jährige wird, das steht schon jetzt fest, ihre erste Verbandsligasaison mit einer positiven Bilanz beenden; mit dem 3:6, 6:3, 10:8 gegen Janine Steigleiter steht sie bei 3:1 Einzeln.

...Elif Siegmund und die DJK TV Mainzer Sand.
...Elif Siegmund und die DJK TV Mainzer Sand. | Bernd Eßling
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MTV-Akteurin Lisa Lanzerath unterlag...
MTV-Akteurin Lisa Lanzerath unterlag... | Bernd Eßling
...Salima Dababi im Matchtiebreak.
...Salima Dababi im Matchtiebreak. | Bernd Eßling
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