Bundesliga | Gert Adolphi | 20.09.15 Remel bezwingt den Deutschen Meister Der Mainzer Freistil-Halbschwergewichtler bringt endlich seine Trainingsleistungen auf die Matte und steuert zwei nicht eingeplante Punkte zum 13:12-Sieg des ASV Mainz 88 in Mömbris bei. Hat jetzt schon so viele Kämpfe gewonnen wie in der gesamten vorigen Saison: Wladimir Remel (r.) schlug in Mömbris den Deutschen Meister. | Archiv/Willwacher Aschaffenburg. Die Weltergewichtler des ASV Mainz 88 haben in den abschließenden beiden Kämpfen den Rückstand bei der RWG Mömbris/Königshofen noch zum knappen 13:12-Sieg gedreht (siehe: Der Traktor legt den Vorwärtsgang ein). Doch das war nur möglich, weil ihre Teamkollegen vorher schon ordentlich Punkte gesammelt hatten. Entscheidend war der Sieg von Wladimir Remel im Freistil-Halbschwergewicht. In der vorigen Saison hatte der 22-Jährige einen einzigen Kampf gewonnen, und den auch noch in der anderen Stilart. Cheftrainer Davyd Bichinashvili hielt Remel immer wieder vor, die im Training gezeigten Leistungen in der Bundesliga nicht auf die Matte zu bringen. Am Samstagabend traf Remel auf Gabriel Seregely; der Mömbriser Neuzugang ist amtierender Deutscher Meister, der 88er war bei den Titelkämpfen Dritter geworden. Wer als Favorit in dieses Duell ging, war klar. Doch Remel führte zur Pause 2:0. In der zweiten Runde musste der 88er in die Aktivitätszeit, brachte innerhalb der 30 Sekunden jedoch keine Wertung zustande, der Vorsprung schmolz auf 2:1. Der Kampf schien die erwartete Richtung einzuschlagen. Strittige Situation nach Doppelbeinangriff Dann setzte Remel einen Doppelbeinangriff an, Seregely fiel rücklings auf die Matte, zog aber seinen Kontrahenten noch über sich. Eine strittige Situation. Manche Mattenleiter hätten Punkte an beide Ringer verteilt. Doch Andreas Sauer gab dem Mainzer eine Viererwertung, Seregely ging leer aus. „Für mich war das eindeutig eine Vier“, wischte Remel alle Zweifel beiseite. „Den Doppelbeinangriff habe ich mit viel Schwung angesetzt. Dadurch drehe ich mich automatisch über ihn, auch wenn er mich vielleicht ein bisschen zieht.“ Der Mömbriser verkürzte zwar noch auf 3:6, mit einem Takedown zum 8:3 aber entschied der 88er den Kampf endgültig zu seinen Gunsten. „Das war direkt etwas Besonderes“, freute sich der 22-Jährige, der einräumte, dass er sich seines Sieges bis zum Schluss nicht sicher war. „Heute hat bei mir auch der Kopf mitgespielt. Baris, Davyd und meine Mannschaftskollegen haben mir immer gesagt, ich solle mir nicht so viele Gedanken machen. Im Training gelingt mir viel, aber im Kampf stehe ich sonst nur rum und kämpfe nicht so, wie ich es eigentlich könnte.“ Schalter umgelegt Baris Baglan erkennt eine Entwicklung beim Sorgenkind der vorigen Saison. „Ich habe den Schalter gesehen, den Wladi umgelegt hat“, sagte der Sportliche Leiter. „Er hat offensiver, mit mehr Selbstvertrauen gekämpft und sich belohnt. Dass er das Potenzial hat, steht außer Frage, sonst wäre er nicht bei uns.“ Remel hofft auf weitere Erfolge in dieser Runde. „Der heutige Sieg macht mich jetzt um so stärker“, sagte der Halbschwergewichtler. „Der war ganz wichtig für mich und mein Team.“ Mehr aktuellen Sport aus Mainz lesen Sie hier. Alle Artikel von Ringen