Landesliga | Guido Steinacker | 29.02.16

Topmannschaften einiges entgegengesetzt

Wacker verteidigt, aber doch nicht ganz durchgehalten. Die ersatzgeschwächte TSG Hechtsheim hielt Landesliga-Tabellenführer FC Speyer lange unter Kontrolle und verlor 1:3 (1:1). Defensive Disziplin war die Grundlage eines nicht unbedingt zu erwartenden Punktgewinns der TuS Marienborn beim Tabellendritten SV Rülzheim (1:1).
Im Gegensatz zu den bestrumpfhosten Spielern von Tabellenführer FC Speyer musste sich die TSG Hechtsheim um Ivan Idzan durch viel Laufarbeit warme Beine machen.
Im Gegensatz zu den bestrumpfhosten Spielern von Tabellenführer FC Speyer musste sich die TSG Hechtsheim um Ivan Idzan durch viel Laufarbeit warme Beine machen. | Bernd Eßling
Serkan Akinci (r.) startet schon mal durch, während Ferhat Erdogan Ball und Fuß erst noch sortieren muss.
Serkan Akinci (r.) startet schon mal durch, während Ferhat Erdogan Ball und Fuß erst noch sortieren muss. | Bernd Eßling
Erster Hechtsheimer Torschütze des Jahres 2016 war Davin Dzaka, der in der Schlussphase der ersten Halbzeit zum 1:1 traf.
Erster Hechtsheimer Torschütze des Jahres 2016 war Davin Dzaka, der in der Schlussphase der ersten Halbzeit zum 1:1 traf. | Bernd Eßling

Hechtsheim. Beiden Mainzer Fußball-Landesligisten, die es beim Premierenwochenende der Landesliga in diesem Jahr mit Gegnern aus der Topriege der Liga zu tun bekamen, haben ihre Aufgaben gut bewältigt. Im Falle der TSG Hechtsheim gilt das sogar, obwohl sie beim 1:3 (1:1) gegen den FC Speyer leer ausging. Schon in normaler Besetzung wäre dieses Resultat gegen den wahrscheinlichen Meister 2016 aller Ehren wert gewesen. Doch selbst mit seiner dezimierten Truppe hielt der Tabellenachte gut dagegen.

Am Anfang war das noch nicht so abzusehen, denn gerade sieben Minuten waren gespielt, als Sanel Catovic die Speyrer durch eine Bogenlampe über TSG-Keeper Björn Müller hinweg in Führung brachte. In der 37. Minute antwortete Davin Dzaka mit dem etwas überraschenden Ausgleichstreffer. Kleine weitere Chancen bekamen die Hechtsheimer immer wieder einmal, aber sich entscheidend durchzusetzen gelang nicht.

Gökhan Akincis Comeback nach langer Verletzungspause

Eine knappe Stunde lang hielten die Hechtsheimer beherzt dagegen, dann ließen die Kräfte doch deutlich nach. TSG-Trainer Tobias Rieger konnte nur einen Wechsel vollziehen, bei dem Gökhan Akinci nach langer Verletzungspause erstmals wieder aufs Feld kam. In der 56. Minute brachte Eric Biedenbach den Favoriten erneut in Führung, wobei Rieger beim auf dem Boden liegenden Passgeber eine Ballsperre monierte.

Der Sieg war dem Tabellenführer dann ab der 66. Minute durch Kevin Sigls 1:3 sicher, der sich durch die aufgerückte Hechtsheimer Defensive arbeitete. Matthias Bochenek sah sich nach einer Schiedsrichterkritik kurz vor Schluss die Gelbe und dann die Rote Karte an (86.). „Wir müssen versuchen, demnächst 70, dann vielleicht 80 Minuten mitzuhalten“, setzt sich Rieger als Lehre aus der Partie zum Ziel. Für 90 Minuten Reserven aufzubauen, dafür wird es knapp drei Monate vor Saisonende offenbar bereits etwas eng.

TSG Hechtsheim: Müller - Bochenek, Bergmann, Idzan, Erdogan - Jennerke, Frey, S. Akinci, Borwoski (75. G. Akinci) - Mader, Dzaka.

 

Die Rülzheimer hatten nicht viel Spaß

Rülzheim. Die zwölf ausstehenden Partien der Aufstiegssaison soll seine Mannschaft als eine Serie „ganz vieler kleiner Endspiele“ ansehen, sagt Trainer Guido Ritz – damit zum Beispiel das letzte Spiel mit seiner TuS Marienborn im Mai beim VfL Neustadt nicht zum großen Finale um den letzten gesicherten Platz in der Landesliga Ost wird. Beim ersten Auftritt nach dem Ende der Winterpause gab es schon mal einen ersten Eingang auf dem Punktekonto, mit dem nicht unbedingt zu rechnen war. Das 1:1 (0:0) beim Tabellendritten SV Rülzheim war nicht nur durch die Tabellensituation mehr Hoffnung als Erwartung, weil die Vorbereitung für Ritz alles andere als optimal verlief.

Doch der Punktgewinn erklärt sich aus der Wahl des geeigneten taktischen Mittels. „Wir haben uns defensiv orientiert und den Rülzheimern ist nicht genug dagegen eingefallen“, berichtete Ritz. Die langen Bälle des SVR bekamen die Marienborner durch konzentrierte Arbeit unter Kontrolle – und setzten in der 70. Minute einen Akzent. Pascal Laier lief auf der rechten Außenbahn an und flankte ins Zentrum, wo Timm Filtzinger die Marienborner in Führung brachte.

Das nervte die Rülzheimer angesichts ihrer vergeblichen Bemühungen natürlich enorm, aber sie brauchten noch eine gute Viertelstunde, um durch Max Brechtels Treffer wenigsten einen Punkt zu sichern. TuS-Torwart Ruben Ragg war in der Schlussminute nahe dran, einen Elfmeter für die Gäste zu verursachen, den die heimischen Zuschauer auch forderten, dies allerdings zurecht vergeblich, wie Ritz meint – und dann war auch endlich Schluss in Rülzheim und ein Zähler gegen einen Verein eingefahren, dem die TuS im Hinspiel noch 2:4 unterlegen war.

TuS Marienborn: Ragg - Posegga, Putzker, Hellmann, Klüber - Laier, Galinski (86. Likunde), Filtzinger, Trapp, D. Ritz - Berninger.

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