Verbandsliga | Peter H. Eisenhuth | 06.05.26 Fahrstuhl ohne Ausgangstür Der Einstieg in die Verbandsligasaison verlief für den TSV Schott 2 so heftig wie erwartet und für die Zweite Mannschaft des TSC Mainz noch heftiger. Levy Müller, die Nummer eins des TSC, stand gegen seine polnischen und mazedonischen Kontrahenten auf verlorenem Posten. | Bernd Eßling Mainz. Die Stimmung innerhalb der Mannschaft sei intakt, sagt Jan-Erik Noll – damit bildet sie einen krassen Kontrast zu den ersten Resultaten des Tennis-Verbandsligisten TSC Mainz. Sowohl gegen den TC Remagen als auch gegen den Ingelheimer TC setzte es eine 0:9-Niederlage, die den Hoffnungen auf den Klassenverbleib nicht nur einen Dämpfer, sondern vermutlich einen vorentscheidenden Niederschlag bescherte. „Wir dachten, mit etwas Glück könnten wir aus dem Fahrstuhl aussteigen“, sagt Noll, der in beiden Begegnungen im Doppel mitwirkte. „Aber dafür hätten wir wohl gegen Remagen gewinnen müssen.“ Den Mitaufsteiger hatten sie am Ebersheimer Weg als den am ehesten zu bezwingenden Kontrahenten ausgemacht. Dass nicht mal ein einziges erfolgreiches Match heraussprang, war einigermaßen deprimierend. „Witzlos gewordene Liga“ „Die Verbandsliga ist schon ziemlich witzlos geworden“, kommentiert der TSC-Akteur, „ohne Ausländer einzusetzen, hast du im Prinzip keine Chance mehr. Selbst die Ingelheimer sind mit dem Mazedonier Amar Huseinovic gekommen, obwohl sie wussten, wie wir auflaufen.“ Gegen den 18-Jährigen stand Levy Müller ebenso auf verlorenem Posten wie zuvor gegen den Remagener Polen Dawid Wisniewski. Die Mainzer hingegen verzichten in dieser Saison komplett auf den Einsatz von Importspielern, viel besser aufstellen als in den ersten beiden Begegnungen können sie daher nicht. Mats Weber aus dem Oberligakader käme noch infrage, „aber der ist gerade wegen seines Masters in Nürnberg. Und gegen Ingelheim hat Kanida Sabokrouh gefehlt, der an Position drei gespielt hätte“ – gerettet hätte dies den Spieltag allerdings auch nicht. In Koblenz wird's nicht einfacher Am ersten Wochenende zweimal zu null zu verlieren, sei frustrierend, sagt Noll, „aber wir können das einordnen. Wir werden weiter versuchen, die Spiele eng zu gestalten, wissen allerdings, dass dies am nächsten Sonntag kaum möglich sein wird. Gastgeber TC Oberwerth Koblenz 1 schlug zuletzt die Remagener mit 6:3 und setzte vorne zwei Belgier ein. Zudem fällt beim TSC die Nummer eins aus: Levy Müller läuft am Sonntag den Mainzer Halbmarathon. Schott: Nicht viel zu holen auf dem Oberwerth Der TSV Schott II hat seine Erfahrung mit den Koblenzern bereits hinter sich: Bei der Zweiten Mannschaft vom Oberwerth unterlag das in die Liga nachgerückte Team mit 1:8. „Es war genauso, wie wir vermutet hatten“, berichtet Fabian Guzik. „Die Aufstellung war darauf ausgerichtet, und zu zerstören.“ Zwei Belgier und dazwischen ein Schweizer an den ersten drei Positionen ließen die Gäste früh erahnen, dass es ein kurzes Vergnügen werden würde. „In den Einzeln gab es für uns nichts zu holen“, sagt der Routinier, der mit dem an sechster Position eingesetzten Robert Kovacs den Altersschnitt im Team nach oben drückte. „Danach war klar, dass es auch in den Doppeln schwierig würde, das Ergebnis etwas freundlicher zu gestalten.“ Guzik/Meinert punkten Die Schottler entschieden sich für die Siebenervariante, Guzik und Tom Meinert gingen ins dritte Doppel – und sorgten für den Ehrenpunkt. „Wir sind den Koblenzer Stars aus dem Weg gegangen, und Tom hat meiner Erfahrung mit seinem Kampfgeist hervorragend assistiert“, lobt Guzik den Youngster nach dessen Ligadebüt. „Er hatte ja schon in den Einzeln die meisten Spiele von uns gewonnen.“ Mit etwas Glück wäre sogar mehr drin gewesen. Beim Stand von 4:4 im ersten Satz gegen den ein Jahr älteren Lennard Kerkmann hatte Meinert insgesamt drei Breakbälle, sein 1,95 Meter großer Gegner wehrte sie mit guten Aufschlägen ab. „Wenn Tom das 5:4 macht, kann er sich auch den Satz holen. Ich nehme an, mit etwas mehr Spielpraxis in dieser Liga wäre ihm das gelungen.“ Guzik/Meinert führten im ersten Satz mit 5:1, bevor ihnen das Geschehen kurzzeitig entglitt. „Zum Glück war das nur bis zum 5:4 der Fall.“ Im zweiten Durchgang mussten sie nach 3:0 und 5:1 ein wenig zittern, bevor sie das Match für sich entschieden. Arda Sabokrouh kam gegen den TC Remagen als einziger TSCler einem Satzgewinn nahe. | Bernd Eßling Anzeige Fabian Guzik gewann sein Doppel mit Tom Meinert. Mehr gab es auf dem Oberwerth für den TSV Schott nicht zu holen. | Bernd Eßling Alle Artikel von Tennis