Gert Adolphi | 08.01.16

Bundesliga droht weiter zu schrumpfen

Sowohl die Bundesliga-Klubs und der Deutsche Ringerbund als auch die rheinland-pfälzische Arbeitsgemeinschaft der Ringervereine diskutieren am Wochenende über die künftige Ligastruktur auf ihren Ebenen.

Darmstadt/Laubenheim. Noch stehen im Ringen die Halbfinals und Endkämpfe um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft aus, da werden schon erste Weichen für die kommende Runde gestellt. Am Samstag treffen sich die Vertreter der Bundesligavereine und das Präsidium des Deutschen Ringerbunds in Darmstadt, um über den künftigen Wettbewerbsmodus in den höchsten Klassen zu beraten.

Die Bundesliga droht weiter zu schrumpfen. Neben dem KAV Mansfelder Land, der bereits vor Längerem angekündigt hatte, von seinem Abstiegsrecht (!) Gebrauch zu machen, wenn er in der Abstiegsrunde den letzten Platz belegen würde – was der Fall ist –, zieht sich nach dreijähriger Zugehörigkeit auch der KSV Schriesheim aus dem Oberhaus zurück. Der Verein nennt finanzielle Gründe für diese Entscheidung.

Verbindliche Zusagen von aufstiegsberechtigten Klubs gibt es nicht. Der KSV Witten, überlegener Meister der Zweitliga-Weststaffel, hatte zunächst Interesse angemeldet, dann aber wieder einen Rückzieher gemacht.

88er haben keine Wünsche

Entscheidungen werden in Darmstadt wohl noch nicht fallen, da die offizielle Meldefrist erst am 15. Januar endet. Vereine und Verband werden verschiedene Modelle diskutieren. „Im Moment ist noch gar nicht abzusehen, wie es weitergeht, ob mit einer ein- oder zweigleisigen Bundesliga“, sagt Tolga Sancaktaroglu, Vorsitzender des ASV Mainz 88. „Wir werden es auf uns zukommen lassen.“ Die 88er halten sich bei der Frage bedeckt, welche Lösung sie bevorzugen. „Wir haben keine Wünsche“, sagt Sancaktaroglu. „Wir nehmen die Herausforderung so an, wie sie kommt.“

Bereits am Freitag tritt die Arbeitsgemeinschaft Ringen Rheinland-Pfalz in Laubenheim zusammen, um über die künftige Klassenstruktur zu beraten. Auch hier stehen mehrere Modelle im Raum. Möglich ist, dass die Regionalliga, in der nach dem Rückzug des ASV Pirmasens in der abgelaufenen Runde nur noch sechs Mannschaften vertreten waren, aufgestockt wird. Eine andere Option ist die Aufspaltung der Regionalliga in eine saarländische und rheinland-pfälzische Staffel. Dann gäbe es im Anschluss an die Punktrunde noch Play-off-Kämpfe um den Aufstieg. In diesem Fall würde die Verbandsliga, die unterste Klasse, entfallen.

Da die Lösung auch noch mit dem saarländischen Verband abgestimmt werden muss, ist auch hier noch nicht mit einer endgültigen Entscheidung zu rechnen. Mit besonderer Spannung wird der SV Alemannia Nackenheim die Verhandlungen verfolgen: Der Oberliga-Vizemeister ist stark an einem Aufstieg in die Regionalliga interessiert.

 

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