Kalenderblätter | Christian Karn / Peter H. Eisenhuth | 28.06.2020

Intelligente Bereicherung

Das 05-Kalenderblatt* für den 28. und 29. Juni.
Leon Balogun spielte 52-mal für Mainz 05 in der Bundesliga.
Leon Balogun spielte 52-mal für Mainz 05 in der Bundesliga. | Eva Willwacher

Mainz. Die 05-Kalenderblätter* waren ein fester Bestandteil der „nullfünf-Mixed-Zone“, die von August 2014 bis Oktober 2017 über den Mainzer Bundesligisten berichtete. Sie griffen Jubiläen, Besonderheiten und Ergebnisse an den jeweiligen Tagen auf. Heute geht es vor allem um einen eleganten Innenverteidiger und einen Stürmer, der die Bundesliga-Rekordmarke nur knapp verfehlte.

 

28. Juni

Heute wird Leon Aderemi Balogun 32 Jahre alt. Mit seinem Wechsel zu Mainz 05 vor fünf Jahren hatte der Berliner zum vierten Mal versucht, sich in der Bundesliga zu etablieren – und diesmal gelang es ihm. Für Hannover 96 hatte Balogun von 2008 bis 2010 schon dreimal in der Ersten Liga gespielt, für Werder Bremen 2010/11 ebenfalls dreimal, für Fortuna Düsseldorf 2012/13 sogar 17-mal. Aber den richtigen Durchbruch schaffte der Sohn eines Nigerianers und einer Deutschen italienischer Abstammung auch bei der Fortuna nicht; die Düsseldorfer ließen den Vertrag des damals verletzten Verteidigers ein Jahr später auslaufen.

Nach ein paar Monaten ohne Vertrag stellte sich Balogun in Darmstadt ins Zweitligaschaufenster, stieg mit den „Lilien“ völlig überraschend auf und wechselte daraufhin ablösefrei zu den 05ern. Diese stellten ihn als „sympathischen, intelligenten Typen, der unsere Mannschaft nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Kabine bereichern wird“ vor – das stimmte – und als „physisch starken, dynamischen Rechtsverteidiger, der auch Innenverteidiger spielen kann“ – das stimmte, wie sich herausstellte, nicht ganz.

Mit Nigeria zur WM

Als Außenverteidiger spielte der einst offensiv ausgebildete Balogun nicht oft und nicht so überzeugend, wie die 05er sich das vorgestellt hatten. Als aber nach der Winterpause 2015/16 Niko Bungert mit einigen Wehwehchen zu kämpfen hatte, immer wieder im Training und in der Bundesliga pausieren musste, nutzte der Neuzugang seine Chance. In der Rückrunde war der kopfballstarke, eher elegante als brachiale Abwehrspieler unumstrittener Stammspieler und Leistungsträger in der Innenverteidigung.

Diesen Stellenwert verlor Balogun in der folgenden Saison wieder. Neben dem gesetzten Stefan Bell musste er sich den zweiten Platz in der Innenverteidigung mit André Ramalho, Alex Hack und eben Bungert teilen; nicht nur wegen Verletzungen kam er wettbewerbsübergreifend auf nur 20 Einsätze. Unter Sandro Schwarz wurden es 15.

Im Sommer 2018 nahm Balogun mit Nigeria an der WM teil, wo er alle drei Gruppenspiele über die volle Distanz bestritt. Nach Mainz kehrte er nicht mehr zurück, sondern spielte fortan in England für den Brighton & Hove Albion FC, seit Ende Januar dieses Jahres war er an den Zweitligisten Wigan Athletic ausgeliehen.

 

Geburtstag hat auch Jean-Philippe Mateta. Der Franzose kam im Sommer 2018 vom AC Le Havre an den Bruchweg, erzielte am zweiten Bundesligaspieltag beim 1:1 in Nürnberg sein erstes Tor und machte sich fortan daran, die Rekordmarke von André Schürrle und Shinji Okazaki zu jagen. Er verfehlte sie um einen Treffer, aber auch 14 Tore (darunter ein Dreierpack beim 5:0 gegen den SC Freiburg) verhießen den Mainzern eine vielversprechende Spielzeit 2019/20.

Doch dann zog sich Mateta in der Vorbereitung eine schwere Knieverletzung zu, fiel monatelang aus und kam erst zum Ende der Hinrunde wieder zu drei Kurzeinsätzen. Wieder traf er im zweiten Spiel, beim 5:0 in Freiburg, auch zum Rückrundenauftakt beim 1:2 gegen den SC Freiburg. Die erste Begegnung aber, in der er wieder die alte Form zeigte, war am drittletzten Spieltag der 2:0-Erfolg in Dortmund; darin erzielte er per Elfmeter sein drittes und letztes Saisontor.

Heute wird Mateta 23 Jahre alt.

 

Auch fünf Testspiele gegen unterklassige Gegner gab es schon am 28. Juni, aber weil die Mainzerin keinem einzigen überzeugten, seien die unter den Teppich gekehrt – mit einer Ausnahme: Johannes Geis schoss zwar 2013 beim 0:0 gegen den SV Wiesbaden einen Elfmeter in die Wolken, deutete aber bei seinem zweiten Einsatz für die 05er an, sofort eine wichtige Rolle spielen zu können. Beim Debüt, dem bereits erwähnten 16:0 in Guntersblum, hatte der Neuzugang noch per Elfmeter getroffen.

 

29. Juni

An diesem Tag steht nichts von Bedeutung im 05-Kalender. Es sei denn, man rechnet das 1:2 bei Saar 05 Saarbrücken dazu, das 1924 in einem Aufstiegsrundenspiel zur Bezirksliga zustande kam.

 

*Mit freundlicher Genehmigung von Jörg Schneider (nullfünf-Mixed-Zone).

 

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