Guido Steinacker | 15.04.2020

Ein Prosit auf den Mainzer Sport

Das Mainzer Sportglas wartet in seiner ersten Ausgabe mit sieben Motiven aus der Feder von Klaus Wilinski auf. Anders als ursprünglich geplant, wird der Stadtsportverband den Verkaufserlös entsprechend der Wünsche der Käufer direkt an die Vereine auszahlen.
Die Motive des Sportglases 2020
Die Motive des Sportglases 2020 | Stadtsportverband/Wilinski

Mainz. Besondere Zeiten erfordern flexibles Denken. Der Stadtsportverband Mainz (SSV) hat kurz vor der erstmaligen Ausgabe des „Mainzer Sportglases“ entschieden, den Rahmen des damit verbundenen Sponsorings von Mainzer Vereinen abzuändern. Statt mit den Einnahmen aus dem Verkauf der 500 Gläser mit sieben Motiven, die Zeichner Klaus Wilinski im Auftrage des SSV entwarf, besondere Projekte der Sportklubs zu fördern, lautet das Ziel nun, „die Mainzer Vereine in der Coronakrise zu unterstützen“.

Der Vorstand legte angesichts der finanziellen Probleme, die auf manche Vereine durch die Stilllegung der Sportstätten zukommen, fest, den Modus des Erwerbs und die Verteilung der Einnahmen anzupassen. Die Geldbeträge werden den Vereinen nun direkt zukommen. Wer wie viel Geld aus dem Topf erhält – pro „Sportglas Mainzer2020“ werden fünf Euro zur Verfügung gestellt – entscheidet sich über die Angabe der Besteller, welchem Verein der Gegenwert zugute kommen soll.

Über die sieben Motive, die Wilinski für die Erstausgabe des Glases entwarf, haben die Vereine entschieden. Fast könnte man sagen, dass mit den dynamischen Szenen im Piktogrammstil die erfolgreichsten Sportarten sowie jene mit den stärksten Mitgliederzahlen in Mainz abgebildet werden. Dass es neben Fußball, Ringen, Basketball, Volleyball und Minigolf auch Badminton und Bergsteigen aufs Glas geschafft haben, während man den Popularitätswerten nach eher Leichtathletik, Baseball, Handball oder Hockey erwarten durfte, hat mit den Rückmeldungen zu tun.

Motivauswahl nach Rückmeldungen

„Wir haben alle Vereine angeschrieben und die ersten sieben Sportarten genommen, die sich zurückgemeldet haben“, erläutert SSV-Vorsitzender Alexander Reinemann. Möglicherweise hätten manche Vereine die E-Mails nicht so beachtet und beantwortet wie es andere taten. Bisher ist nicht festgelegt, wie viele Neuauflagen das jährlich mit neuen Motiven Wilinskis geplante Mainzer Sportglas erhalten soll. „Es soll schon eine kleine Serie werden, aber wie lange es funktioniert, wissen wir natürlich nicht“, sagt Reinemann.

2021 wird es aber auf jeden Fall eine neue Chance geben, die eigene Sportart aufs Glas zu bekommen. Durch den Bestellmodus werden in diesem Jahr vermutlich nur die Vereine oder Abteilungen, deren  Sportart von den sieben Motiven abgedeckt ist, zu den Profiteuren der 2500 zu vergebenden Euro gehören. Theoretisch ist allerdings alles denkbar. Jeder Besteller über die Internetseite des Anbieters benennt dabei einen Verein, dem die Unterstützung zukommen soll.

Schon 250 Vorbestellungen

Rund die Hälfte der Gläser sind bereits vergeben, Bestellungen zwischen einem und 30 Gläsern gingen bisher ein. Pro bestellten  Glas wird die adäquate Füllung gleich mitgeliefert. Der Kooperationspartner Eulchen-Brauerei hat dem SSV nicht nur den Kontakt zum Glasproduzenten hergestellt, der in der Lage ist, die Aufdrucke flexibel in der angeforderten Menge anzufertigen, sondern stellt auch jeweils zwei alkoholfreie Biere aus seinem Hause ins Paket.

Eigentlich wollten Stadtsportverband und Brauerei das Glas in diesen Tagen öffentlich präsentieren, was aus naheliegenden Gründen entfallen musste. Nun soll es zu einem späteren Zeitpunkt eine kleine Feier geben, bei der die Gläser an die Besteller überreicht werden.

Verschoben werden muss auch die Jahreshauptversammlung des SSV, die für den 5. Mai vorgesehen war. Da in diesem Jahr keine Wahlen anstehen, sieht Reinemann aber keinen Handlungsdruck. „Es ist eben ein Jahr, in dem  wir mit unseren Terminplänen ganz locker umgehen dürfen und müssen.“

 

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