Verbandsliga | Peter H. Eisenhuth | 19.04.15 Wenn der Puls bei 90 ist... ...muss die Uhr kaputt sein: Jürgen Collets Warnsystem sorgt für den ersten, Oliver Schmitts Rote Karte für den letzten Aufreger beim 0:0 der SpVgg Ingelheim gegen die SG Rieschweiler. Das war überflüssig: Wenige Sekunden vor dem Abpfiff holte Oliver Schmitt sich die erste Rote Karte seiner Karriere ab. | Archiv/Willwacher Ingelheim. Den ersten Schreckmoment am Sonntagnachmittag erlebte Jürgen Collet persönlich: Knapp fünf Minuten waren in der Partie seiner SpVgg Ingelheim gegen die SG Rieschweiler absolviert – als die Pulsuhr des Trainers zu piepsen begann. „Ich habe draufgeguckt und dachte, ich sei schon tot“, berichtete Collet. „Die Anzeige stand lediglich bei 90. Dabei waren bereits fünf Minuten gespielt…“ Die defekte Uhr blieb nicht der einzige Schaden an diesem Tag. Das 0:0 gegen den Tabellenvierzehnten fiel wahrlich nicht in die Kategorie „Wunschergebnis“, und dass sich Oliver Schmitt zehn Sekunden vor Schluss noch eine Rote Karte abholte, rundete den Nachmittag ab. „Ich war selbst von mir überrascht“, räumte der Kotrainer hinterher ein, „das war der erste glatte Platzverweis in meiner Karriere.“ Mehr als eine Gelb-Rote Karte in Diensten von Wormatia Worms stand noch nicht in Schmitts Statistik. Schmitt von sich selbst überrascht Die Szene schilderte der Stürmer wie folgt: Bei einem Zweikampf an der Außenlinie wollte er an seinem Gegenspieler vorbeisprinten, ging jedoch von einem Schlag getroffen zu Boden. „Ich hatte das Gefühl, dass mein Gegner den Ellbogen ausgefahren hatte, aber der Schiedsrichter hat nicht gepfiffen.“ Und als der betreffende SG-Akteur an Schmitt vorbeilief, hob der sein Bein an. „Getroffen habe ich ihn nicht, aber er hat sich schön gewälzt. Trotzdem war es natürlich eine dumme Aktion.“ Der Unparteiische hatte zwar auch diesen Nachtretversuch nicht mitbekommen, der Schiedsrichterassisten dagegen schon – und Rot war gewiss. Dabei war schon der Spielverlauf an sich wenig angetan, die heimischen Gemüter zu erfreuen. Zwei Chancen der Gastgeber, eine in der 16., eine in der 90. Minute, standen zwei Aluminiumtreffer der schon gegen Ende der ersten Halbzeit immer stärker aufgekommenen Pfälzer aus der Schlussphase gegenüber. „Nachdem sie Pfosten und Latte getroffen hatten, war es für uns ein sehr glücklicher Punkt“, räumte Rotsünder Schmitt ein. Dritten Rang verteidigt Zwei positive Nachrichten hielt der Spieltag dennoch für die Ingelheimer bereit: Mit dem einen Zähler verteidigten sie nicht nur den dritten Rang, sondern haben dank der Dudenhofener Niederlage in Pirmasens jetzt sogar einen hauchdünnen Vorsprung. Und mit Jürgen Collets Puls war soweit alles in Ordnung. SpVgg Ingelheim: Schröder – Fischer, Neßbach, Krebes, Kögler (74. Dziewior) – Fleischer – Vladic (46. Schmitt), Trost (64. Haas), Kleber, Hourle – Serdar. Alle Artikel von Fußball (Amateure)