Dritte Liga | Peter H. Eisenhuth | 21.05.15 Vorwärts immer, rückwärts nimmer Die U23 des FSV Mainz 05 empfängt zum letzten Saisonspiel am Samstag (13.30 Uhr!) den Chemnitzer FC. Und das Bruchwegstadion bietet viel Platz für Unterstützer im Kampf um den Klassenverbleib. Mehr solcher Szenen wie hier nach dem Treffer zum 1:0 gegen die SGS Großaspach erhofft sich die Mainzer U23 am Samstag gegen den Chemnitzer FC. | Eva Willwacher Mainz. Rechnen für Fortgeschrittene: Wenn am Samstag 6000 Mainzer Fußballfans nach München fahren, um ihre längst geretteten Bundesligaprofis bei der Meisterfeier des FC Bayern zu unterstützen, wie viele Zuschauer passen dann beim Drittliga-Heimspiel der abstiegsgefährdeten U23 gegen den Chemnitzer FC ins Bruchwegstadion? Wem das zu kompliziert ist, dem verraten wir’s: 13.508. Genug, um am Samstag für einen stimmungsvollen Rahmen für die entscheidende Partie im Kampf um den Klassenverbleib zu sorgen. Und da der Anpfiff bereits um 13.30 Uhr erfolgt, lässt sich hinterher das Profi-Spiel auch noch im Fernsehen verfolgen. Zweimal schon hatte es der FSV Mainz 05 in dieser Spielzeit mit den Chemnitzern zu tun. Im DFB-Pokal scheiterte das Team des damaligen Cheftrainers Kasper Hjulmand im Elfmeterschießen, in der Dritten Liga zeigte die Elf des damaligen U23-Trainer Martin Schmidt, dass es auch anders geht: Petar Sliskovic war Doppeltorschütze beim 2:1-Erfolg in Sachsen. Kein wildes Gebrülle Zum damaligen Zeitpunkt war es der Wunsch der Mainzer, am letzten Spieltag in der Lage zu sein, mit einem ähnlichen Ergebnis ein weiteres Drittligajahr zu sichern. Und in dieser Lage sind sie jetzt: Im Dreikampf mit Hansa Rostock und der SpVgg Unterhaching– einer aus dem Trio muss neben Jahn Regensburg und Borussia Dortmund die Klasse verlassen – haben die 05er die beste Ausgangssituation. Vier Tore trennen sie von den Rostockern (die in Dresden antreten müssen) und zwei Punkte von den Hachingern (in Erfurt). Für Mainzer Verhältnisse bewegt sich Schwarz mit seinen Leuten fast schon in schwindelerregenden Höhen… Und diesen Vorteil will der Aufsteiger nutzen, ohne ein besonderes Brimborium zu veranstalten. Die Vorbereitung auf Samstag verlaufe nicht anders als auf jedes andere Spiel, sagt Schwarz; in der Mannschaftsversprechung wird der Trainer keine verbalen Keulen auspacken, um seine Akteure aufzuputschen. „Wir wollen kein wildes Gebrülle im Abstiegskampf, sondern 90 Minuten plus Nachspielzeit Fußball spielen“, erläutert der Coach. Was die junge Mannschaft vor einer Woche beim 2:1-Sieg in Halle vor 7000 Zuschauern abgezogen habe, sei sehr beeindruckend gewesen. Das Team habe nicht stur verteidigt und zwei glückliche Tore erzielt, sondern guten Fußball gezeigt und hochverdient gewonnen. „Das war großer Sport, und das müssen wir auch am Samstag so noch einmal durchziehen“, sagt Schwarz. CFC mit der zweitbesten Defensive Der Gegner, den es zu bezwingen gilt, hat zwar nicht ganz das gehalten, was seine Leistungen zu Saisonbeginn versprochen hatten – als der CFC die 05er aus dem Pokal kegelte, tat er dies als Drittligaspitzenreiter. Bis zum Ende der Hinrunde waren die Chemnitzer auf den elften Platz zurückgefallen, inzwischen haben sie sich aber wieder erholt und werden die Runde auf dem fünften oder sechsten Platz abschließen. Zu den großen Stärken der Gäste zählt die Defensive: Mit nur 35 Gegentoren stellen sie die zweitbeste Abwehr; lediglich Holstein Kiel lässt noch weniger zu. „Sie spielen sehr aggressiv im 4-4-2, sind sehr aktiv gegen den Ball, und sie haben hinten in Marc Endres einen Mann, der den Laden trotz seiner erst 24 Jahre zusammenhält“, sagt Sandro Schwarz. Schnelle Leute auf den Außenbahnen und 16-Tore-Stürmer Anton Fink sorgten zudem dafür, dass die Chemnitzer auch offensiv zu beachten seien. „Es ist wichtig, dass wir die Offensivleute im Mannschaftsverbund in Schach halten, damit sein nicht zu Eins-gegen-eins-Situationen kommen.“ Mit einem typischen Ballbesitzspiel rechnet der Mainzer Trainer nicht. „Entscheidend wird sein, wer mehr Ballgewinnen und Umschaltaktionen hat.“ Keine Wunderdinge versuchen Bei all dem, was sie in diesen letzten 90 Minuten der Saison anstellen, sollen seine Spieler sich nicht anders verhalten als in den vergangenen Wochen, sollen keine Wunderdinge versuchen. Höchstens vielleicht noch einen Tick kompromissloser zu Werke gehen, schließlich beginnt danach ja die Sommerpause. Schwarz‘ Motto für den letzten Spieltag: „Vorwärts denken, vorwärts verteidigen, vorwärts spielen.“ Vorwärts immer, rückwärts nimmer – schon gar nicht in die Regionalliga. Mehr aktuellen Sport aus Mainz lesen Sie hier. Alle Artikel von Fußball (Amateure)