Oberliga | Peter H. Eisenhuth | 27.06.26

Trotz Hitze brennt nichts an

Ein Satz geht in den Tiebreak, ein Doppel in den Matchtiebreak: Alles andere geht beim 9:0 des TSV Schott in der Oberligapartie gegen den TC Mutterstadt deutlich an die Gastgeber. Am Sonntag kommt der stark erwartete BASF TC Ludwigshafen 2 an die Erzberger Straße.
Cyril Vandermeersch wirkte erfolgreich am längsten Einzel mit.
Cyril Vandermeersch wirkte erfolgreich am längsten Einzel mit. | Bernd Eßling

Mainz. Diesen Gegner nicht zu schlagen, wäre einer Teilnahmebescheinigung für den Abstiegskampf gleichgekommen. Ein 9:0 aber hatten sie beim TSV Schott am zweiten Spieltag der Tennis-Oberliga nicht unbedingt auf der Rechnung. „Dass fünf von sechs Einzeln so deutlich ausgehen, ist für die Liga ungewöhnlich“, konstatierte Trainer Jörg Daum.

Einzig Cyril Vandermeersch mochte anscheinend in den Genuss der sehr hohen Temperaturen kommen, denen die beiden Mannschaften zu entgehen versuchten, indem sie den Beginn auf 9 Uhr vorverlegten und mit allen sechs Einzeln gleichzeitig begannen. Der Franzose, der den Mainzern vor einer Woche in Rotenbühl noch nicht zur Verfügung gestanden hatte, schien Jiri Fiala zunächst zwar klar im Griff zu haben.

Doch nach dem mit 6:2 gewonnenen ersten Satz schlichen sich einige „unforced errors“ in sein Spiel ein, die ihm bis dahin nicht unterlaufen waren – was zur Folge hatte, dass er lange einem Rückstand hinterher- und das Ganze auf einen Matchtiebreak hinauslief.

Fast nur noch Breaks

Bemerkenswert: Abgesehen von Fiala zu Beginn des zweiten Satzes und Vandermeersch zum 2:2 bekam keiner der beiden Akteure mehr sein Service durch. Wiederholt nahm der Tscheche der Mainzer Nummer den Aufschlag ab, prompt folgte der Konter. Bis zum Stand von 5:5: Dann ging Vandermeersch erstmals in diesem Durchgang in Führung – für ein weiteres und entscheidendes Break reichte es allerdings nicht.

„Je schlechter die Bälle wurden, desto weniger haben sie den Topspin angenommen“, erläuterte er später sein Problem. „Außerdem hat mein Gegner sich im zweiten Satz deutlich gesteigert.“ Eine Aussage, die Fiala mit einem Zu-null-Spiel zum 6:6 unterstrich.

Im Tiebreak allerdings ließ Vandermeersch nichts anbrennen. Die Zuschauer feierten ihn für sehenswerte Aktionen wie den Netzangriff samt klasse Volley zum 3:1 oder der diagonal geschlagenen Vorhand zum abschließenden 7:2.

Hamacher macht Tempo

Das Gegenstück zum Franzosen bildete an diesem Vormittag Lukas Hamacher: Dem College-Spieler der texanischen Lamar University bereitet Hitze zwar keine Probleme, nichtsdestotrotz brachte er sein Match gegen Dominic Palm in weniger als eineinhalb Stunden hinter sich.

„Bei dem Wetter hat es meistens gereicht, in den Ballwechseln einfach mitzuspielen und irgendwann das Tempo anzuziehen“, berichtete der 21-Jährigen nach dem 6:2, 6:0. Im zweiten Durchgang war bei seinem 15 Jahre älteren Kontrahenten die Luft raus.

Einen großen Teil seiner Punkte gelangen Hamacher mit dem Aufschlag. „Mein Gegner hat sich für den Return nicht so gut hingestellt, und wenn ich von rechts nach außen aufgeschlagen habe, hat das eigentlich immer geklappt.“ Die Rückhand kam ebenfalls wunschgemäß, anfängliche Vorhandfehler stellte der Schottler mit der Zeit ab.

Gut für Rhythmus und Selbstvertrauen

Zwischen Hamacher und Vandermeersch verließen auch Adrian Sikora, Elias Peter, Sven König und Steffen Hillenmeier ihre Plätze als Zweisatzsieger. Dass alle sechs Einzel parallel stattfanden, „war für mich heute okay“, sagte Hamacher. Auch das sei er aus den USA gewohnt; dort werden zunächst die Doppel ausgetragen und dann die Einzel.

„Aber eigentlich finde ich es besser, die Einzel in zwei Runden zu spielen, das macht es auch einfacher, sich gegenseitig zu unterstützen.“ Diese Aufgabe, das Coaching auf der Bank oder zwischen den Spielen übernahmen diesmal unter anderem Fabian Guzik, Adrian Kraus und Jörg Daum.

Der Trainer war nicht nur mit Verlauf und Ergebnis zufrieden – die Doppel wären nicht mehr erforderlich gewesen, „aber wer weiß, wofür am Saisonende drei Matchpunkte mehr gut sind“, sagte Sven König – sondern auch im Hinblick auf die ungleich schwieriger werdende Aufgabe am Sonntag (9 Uhr) gegen den BASF TC Ludwigshafen 2. „Das heutige Spiel“, sagte Daum, „war gut für den Rhythmus und das Selbstvertrauen.“

Steffen Hillenmeier gewann seine beiden Sätze mit 6:2.
Steffen Hillenmeier gewann seine beiden Sätze mit 6:2. | Bernd Eßling
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Auch Sven König spielte sich souverän zum Sieg.
Auch Sven König spielte sich souverän zum Sieg. | Bernd Eßling
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