Oberliga | Peter H. Eisenhuth | 24.06.26

„Daran wächst man auch“

Dieser Gegner ist nicht der Maßstab, liefert aber einen Vorgeschmack auf eine schwierige Saison: Zum Auftakt der Oberligasaison unterliegt der TSC Mainz dem TC BW Homburg mit 2:7.
Levy Müller hinterließ gegen Moritz Pfaff keinen schlechten Eindruck, die entscheidenden Punkte aber machte der Homburger.
Levy Müller hinterließ gegen Moritz Pfaff keinen schlechten Eindruck, die entscheidenden Punkte aber machte der Homburger. | Bernd Eßling

Mainz. Mats Weber verhinderte eine Nullnummer – daran, dass die Begegnung des TSC Mainz mit dem TC BW Homburg schon nach den Einzeln entschieden war, vermochte das jedoch nichts zu ändern. Einen Vorteil immerhin brachte der Zwischenstand von 1:5 mit sich: Die Akteure mussten in der Nachmittagshitze nicht noch zu den drei Doppeln antreten, sondern einigten sich auf ein 2:7.

Nun sind die Homburger als Meisterschaftskandidat nicht der Maßstab, an dem die gegen den Abstieg kämpfenden Mainzer sich messen lassen müssen. „Das ist schon eine gute Truppe“, erkannte TSC-Kapitän Daniel Kirchner an – allerdings war die nicht in Bestbesetzung angetreten. Mannschaftsführer Moritz Pfaff zum Beispiel agierte an vierter Position, eigentlich ist er als Nummer sechs vorgesehen.

Mit ihm musste sich Levy Müller auseinandersetzen. Dabei machte der Mainzer über weite Strecken eine bessere Figur als das 0:6, 3:6 erahnen lässt. „Ich habe mich gut gefühlt, die Spiele im ersten Satz waren auch relativ eng, aber er konnte immer noch eine Schippe drauflegen“, sagte er.

Über starke Gegner gefreut

Hinter Müller liegt eine harte Verbandsligasaison, die wegzustecken es einer gewissen mentalen Stärke bedarf. Als Spitzenspieler der TSC-Zweiten nämlich quittierte er bei fünf Einsätzen fünf Niederlagen, zuletzt eine Doppelnull gegen den Trierer Portugiesen Joao Antonio Ferreira Durao.

Bleibt so etwas nicht in den Klamotten hängen? „Nee“, sagt Levy Müller, „mir war klar, dass die Verbandsligasaison sehr hart wird, aber ich habe mich über starke Gegner und gute Spiele gefreut. Daran wächst man ja auch.“

Der Oberligacrew des Klubs muss genau das in den nächsten Wochen gelingen, wenn sie die Klasse halten will. Im Auftaktspiel gab es neben Mats Webers Erfolg zumindest zwei Matches, die Hoffnung machten: An den vorderen Positionen zogen Neuzugang Guillem Campos Perez und Oscar Mesquida Berg erst in ihren Matchtiebreaks mit 7:10 gegen Antonin Bolardt beziehungsweise 4:10 gegen Henrik Albrecht.

Gegner macht keine Fehler mehr

„Beide haben den ersten Satz gebraucht, um reinzukommen“, analysierte Kirchner die Partien der Spanier. „Im zweiten Satz waren sie die besseren Spieler, aber im Matchtiebreak gehört auch immer etwas Glück dazu.“ Das fehlte Mesquida schon insofern, als seinem Gegner keine Fehler mehr unterliefen, er selbst aber zwei Bälle unnötig verschlug.

Und Campos, die neue Nummer eins des TSC, der aus der Akademie seines Landsmanns kommt und erstmals in Deutschland aufschlägt, gestaltete seinen entscheidenden Durchgang lange eng. „Dann fliegt eine Vorhand ins Aus, anschließend passiert ein dummer Fehler, und schon war es passiert“, fasste der Kapitän die Endphase zusammen.

Zu schwache Aufschlagquote

Erstaunlich viele einfache Bälle verschlug der für Blau-Weiss Homburg spielende Max Amling. Im Match gegen Felipe Damke landeten etliche Vorhände und Stoppversuche im Netz. Davon profitieren konnte der Mainzer Neuzugang allerdings nicht, dafür war beim 1:6, 0:6 schon seine Aufschlagquote zu schwach. Und die entscheidenden Punkte gelangen eben doch seinem Kontrahenten. Chancenlos war an sechster Position auch Kanida Sabokrouh beim 2:6, 0:6 gegen Noel Hartzheim.

Das erste Doppelwochenende der Liga beschert dem TSC zwei Auswärtsspiele. Beim BASF TC Ludwigshafen 2 treten sie am Samstag als klarer Außenseiter an. Die Werksmannschaft stellt üblicherweise in der ersten Saisonhälfte sehr stark auf, um den Klassenverbleib schnellstmöglich zu sichern; gegen den TuS Neunkirchen setzte sie sich am vorigen Sonntag mit 6:0 durch.

Wenn die Mainzer Spiele gewinnen wollen, dann sollten sie dies tags darauf tun. Gastgeber TC Mutterstadt, gerade in Gensingen mit 1:8 überrollt worden, gilt ebenfalls als eines der schwächeren Teams der Liga. „Da sollte was drin sein“, sagt Daniel Kirchner, „wenn der Gegner nicht mit vier oder fünf Ausländern aufläuft.“

Nach starkem zweiten Satz gab Oscar Mesquida Berg den Matchtiebreak gegen Henrik Albrecht mit 4:10 ab.
Nach starkem zweiten Satz gab Oscar Mesquida Berg den Matchtiebreak gegen Henrik Albrecht mit 4:10 ab. | Bernd Eßling
Anzeige

Oberliga

Kanida Sabokrouh musste sich Noel Hartzheim in zwei Sätzen geschlagen geben.
Kanida Sabokrouh musste sich Noel Hartzheim in zwei Sätzen geschlagen geben. | Bernd Eßling
Anzeige
Alle Artikel von Tennis