Oberliga | Peter H. Eisenhuth | 23.06.26 Vier sind einer zu viel Pech in den Matchtiebreaks: Beim vor allem mit ausländischen Akteuren besetzten TC Rotenbühl unterliegt der TSV Schott zum Auftakt der Tennis-Oberliga mit 3:6. Lukas Hamacher und Elias Peter gewinnen ihre Einzel. Lukas Hamacher gewann sein Einzel in zwei Sätzen... | Archiv/Eßling Saarbrücken. Sie hatten damit gerechnet, dass der Gegner sie mit drei ausländischen Akteuren empfangen würde. „Aber da haben wir zu optimistisch gedacht“, sagte Lukas Hamacher. Tatsächlich nämlich setzte der TC Rotenbühl zum Auftakt der Tennis-Oberliga gleich vier Importspieler ein, aus Belgien, Kolumbien, Frankreich und Luxemburg. Und das war einer zu viel für den TSC Mainz, der auf den angeschlagenen Cyril Vandermeersch verzichten musste und die heimische Besetzung lediglich mit dem Schweizer Neuzugang Neil Saxer aufpeppte. Gleichwohl hätte sich die 3:6-Niederlage mit etwas Glück vermeiden lassen. „Aber es ist halt bitter, wenn du drei von vier Matchtiebreaks verlierst.“ Hamacher selbst kam in zwei Sätzen durch, er schlug David Kirchner mit 7:6, 6:3 – das identische Ergebnis ihres ersten Aufeinandertreffens bei einem Turnier im vorigen Jahr. Diesmal drohte zumindest der erste Durchgang in die andere Richtung zu kippen. Der Schottler lag im Tiebreak mit 3:6 zurück, gab anschließend jedoch keinen Punkt mehr ab und gewann mit 8:6. „College-Tennis ist ein ganz anderes Spiel als in Deutschland“ Dem 21-Jährigen half, dass er an den vorangegangenen Wochenenden zweimal im Verbandsligateam aufgeschlagen hatte. „Auf Sand muss ich erst mal wieder reinkommen“, sagte der Student der texanischen Lamar University. Aus den USA sei er Hartplätze gewohnt, auf denen der Ball schneller und flacher abspringt ist und die Ballwechsel entsprechend kürzer sind. „Drüben schlagen wir drei, vier Bälle bis zum Punkt, jetzt waren es bis zu 22“, erzählte Hamacher. „Hier wird mehr gelaufen und gerutscht, du kannst an fast jeden Ball irgendwie rankommen, selbst wenn er nur gerade so auf die andere Seite dotzt.“ Noch etwas macht College-Matches kürzer: Bei 40:40 geht es nicht mit Vorteil und Einstand weiter, sondern der nächste Punkt beendet das Spiel. „Und Netzroller beim Aufschlag sind erlaubt.“ Unterm Strich „ist das ein ganz anderes Spiel als in Deutschland“. Seit zwei Jahren in Texas Hamacher, vor drei Jahren aus Ingelheim zum TSV Schott gewechselt, hat gerade sein zweites Jahr in Texas („Bei Hitze zu spielen, bin ich dadurch gewöhnt“) hinter sich gebracht – und ist dankbar dafür, dass seine Eltern ihn bei diesem Vorhaben unterstützten. „Ich hatte schon in Ingelheim so viel Zeit in den Sport investiert, dass ich etwas daraus machen wollte. Und diese vier Jahren in Amerika sind eine Erfahrung fürs Leben, die du später nicht mehr machen kannst.“ In den nächsten Wochen gilt die Konzentration des „General Business“-Studenten allerdings der Tennis-Oberliga und Bemühungen des amtierenden Meisters, sich aus dem Abstiegskampf herauszuhalten. Dass der erste Anlauf zu punkten scheitern würde, war nach den Einzeln absehbar. Neben Hamacher hatte nur Elias Peter reüssiert – und dafür sehr hart gekämpft. Gegen den Franzosen Boris Fassbender lag er mit 2:6 und 4:5 hinten und verhehlte gegenüber seinem Mannschaftskollegen Steffen Hillenmeier nicht das Gefühl, eine schmerzhafte Erfahrung zu machen. Hillenmeier unterliegt nach drei Stunden Doch dann kippte das Match. „Elias hat sich reingekämpft und alles geholt, was möglich war“, berichtete Hamacher, der Mainzer gewann den Satz mit 7:5. „Und im Matchtiebreak hat er alle Bälle getroffen, das war perfekt.“ Mit 10:5 holte Peter sich den entscheidenden Durchgang und seinem Team den zweiten Punkt. Dabei blieb es allerdings, weil Neil Saxer und Sven König an eins und sechs dem Belgier Emilien Demanet beziehungsweise dem Luxemburger Yannick Baluska jeweils in zwei Sätzen unterlagen und die beiden weiteren Duelle im Matchtiebreak verlorengingen. Hillenmeier lieferte sich mit dem Kolumbianer Daniel Salazar den härtesten Fight des Tages. „Ich stand rund zweieinhalb Stunden auf dem Platz, bei Steffen waren es drei“, sagte Hamacher. Nach 2:6 und 6:4 drehte der Mainzer Kapitän den Matchtiebreak gegen die Nummer 804 der Weltrangliste von 4:7 auf 8:7, bevor er nach zwei unnötigen Fehlern wieder in Rückstand geriet und die Partie verlor. Zwei Heimspiele am Wochenende Feliciano Saulino widerfuhr an fünfter Position Ähnliches: 4:6 im ersten Satz, 6:3 im zweiten, 5:10 im dritten Durchgang gegen Moritz Anterist. „Mit etwas Glück hätte es 3:3 oder sogar 4:2 für uns stehen können“, sagte Hamacher. „So aber mussten wir drei Doppel gewinnen – die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering.“ Saxer/Peter setzten sich klar in zwei Sätzen durch, Saulino/König unterlagen mit 3:6, 3:6. Und Hillenmeier/Hamacher zogen im Matchtiebreak mit 4:10 den Kürzeren. Am nächsten Wochenende tritt der TSV Schott zweimal zu Hause an: am Samstag gegen den TC Mutterstadt, am Sonntag gegen die Zweite Mannschaft des BASF TC Ludwigshafen. Beginn ist jeweils um 10 Uhr. ...Elias Peter drehte sein Match im zweiten Satz. | Archiv/Eisenhuth Anzeige Oberliga Anzeige Alle Artikel von Tennis