Pokalwettbewerbe | Guido Steinacker | 02.08.16 Zeit der großartigen Siege und der Blamagen Der Großteil der Erstrundenbegegnungen des SWFV-Verbandspokals steht in dieser Woche an. Die Landesligisten als klassenhöchste Vertreter sind allesamt bei Bezirksligisten gefordert. Rheinhessen. Für die 14 Mannschaften der Landesliga Ost im 60er-Feld dieser ersten Runde des SWFV-Verbandspokals ist es Teil einer englischen Woche zum Saisonauftakt, für den großen Rest die Pflichtspielpremiere. Die erste Runde des Verbandspokal-Wettbewerbs lässt die 25 Regionalliga-, Ober- und Verbandsligisten aus dem SWFV-Gebiet per „Freilos" außen vor. Somit müssen die Landesligisten aus Ost- wie Weststaffel als Topvertreter dieser Runde durchweg auswärts antreten. Die Lorbeeren, die die unterklassigen Vereine holen könnten, sind also noch begrenzt, doch dafür stehen die Chancen besser, als wenn die Amateur-Topligen bereits dabeiwären. Die vier Bezirksligisten, die für Mittwoch und Donnerstag die nach regionalen Gesichtspunkten auf die Töpfe verteilte Landesligisten zugelost bekamen, können sich allesamt reelle Hoffnungen auf den Einzug in die zweite Runde machen. Die besten Aussichten dürfte am Mittwoch (19 Uhr, Sportplatz Laubenheim) der SV Italclub haben, denn mit der SVW Mainz empfängt der hoch eingeschätzte Bezirksligaaufsteiger einen Landesligisten, für den der Pokalwettbewerb in diesem Jahr keine große Präferenz haben kann. SVW-Trainer Bert Balte hätte gegen ein Erfolgserlebnis für seine Mannschaft nach der Auftaktniederlage in der Runde natürlich nichts einzuwenden. Doch die Gelegenheit, über ein weiteres Pflichtspiel den Findungsprozess mit der Mannschaft fortzusetzen, steht im Vordergrund. Italclub im psychologischen Vorteil Der SV Italclub macht zudem kein Geheimnis darum, sich mit seinem aufgepeppten Kader selbst in Richtung Landesliga aufmachen zu wollen. Die Gastgeber haben eindeutig den psychologischen Vorteil, sich gegen die SVW ganz unbekümmert am Beleg versuchen zu können, dass die Mannschaft bereits jetzt mit einem etablierten Landesligisten mithalten kann. Der VfB Bodenheim wird es bei seinem Gastspiel beim SV Gimbsheim um einiges einfacher haben als die Weisenauer in Laubenheim. Jedenfalls, solange Trainer Ludwig Anspach es schafft, dass seine Mannschaft die Aufgabe motiviert angeht. Weder ist der Gegner, Elfter der Vorsaison, so stark einzuschätzen wie der SV Italclub, noch haben die Bodenheimer ähnliche Probleme wie die Weisenauer mit der Teambildung. Erst am Donnerstag geht es für die beiden anderen Mainzer Landesligisten zur Sache. Die TSG Hechtsheim wäre bei Türkgücü Mainz (19 Uhr) nicht unbedingt favorisiert, hätte sie nicht beim Ligaauftakt am vergangenen Sonntag den großartigen Sieg beim Vizemeister Wormatia Worms II gelandet. Der ist übrigens neben Aufsteiger ASV Maxdorf einziger Landesligist, der nicht am Wettbewerb teilnimmt. Pokalschreck FSV Saulheim genießt Heimrecht Die erste Runde schließt die TSG Bretzenheim 46 am Donnerstagabend (19.30 Uhr) beim SV Klein-Winternheim ab. Nach der überraschenden 0:3-Ligapleite beim FSV Schifferstadt rückt das Pokalspiel für die TSG in ein anderes Licht, denn wenn nun auch noch eine Niederlage bei einem klassentieferen Gegner folgt, wäre die große Zuversicht, mit der die Bretzenheimer in die neue Punktrunde gingen, erst recht beschädigt. Allerdings war für die TSG im Vorjahr auch bereits in der ersten Runde Schluss – nach einem 0:3 beim FSV Saulheim. Der Achtelfinalist des abgeschlossenen Wettbewerbs darf sein Erstrundenspiel am Mittwoch (19 Uhr) auf eigenem Platz gegen den Nahe-Bezirksligisten SG Lalo-Laubenheim austragen. Der TSV Zornheim schließlich bekommt es mit Verbandsligaabsteger SpVgg Ingelheim zu tun. Absolviert sind bereits 18 Partien, die drei hiesigen Bezirksligisten, die an diesen beteiligt waren, hatten dabei keine Probleme, sich gegen klassentiefere Vereine durchzusetzen. Trainer Ali Kayhan Cakici feierte dabei ein erfolgreiches Pflichtspieldebüt mit der TuS Marienborn, die am Dienstagabend bei Kreispokalsieger SpVgg Essenheim einen ungefährdeten 3:0 (2:0)-Sieg einfuhr. Etienne Portmann per Strafstoß (14.) und Marius Weiner (26.) stellten frühzeitig die Verhältnisse klar, Frank Berninger setzte noch vor Beginn der Schlussphase einen drauf (0:3, 67.). Fontana musste ins Elfmeterschießen Die Pflichtaufgabe bei B-Ligist TSG Schwabenheim erledigte Fontana Finthen dagegen lediglich gerade so – mit einem 5:4 im Elfmeterschießen. Immerhin holte Maciek Debinskis Team dabei in der regulären Spielzeit einen 1:3-Rückstand noch auf. Yannik Hochhaus (71.) und Robin Kohmer (74.) retteten die Fontana in die Verlängerung, die torlos blieb. Vom magischen Punkt war der Bezirksligist dann, nachdem er zunächst seine ersten beiden Versuche verschossen hatte, das etwas glücklichere Team. Angesichts von zwei Klassen Unterschied zwischen den Vereinen war das vor allem mangels einer vernünftigen Chanceverwertung aber nicht das, was von den Finthern erwartet werden durfte. Der FSV Nieder-Olm trat bei seinem Gastspiel bei A-Ligist Fiam Italia deutlich standesgemäßer auf. Beim 7:2 (2:1)-Erfolg ging Fiam zwar gleich in der 2. Minute durch Salvatore Utro in Führung, doch Matthias Cygon (7.), und Julian Rappold (14.) warteten nicht lange, um die Verhältnisse geradezurücken. Nach dem Seitenwechsel hatten die Gastgeber nur noch beim Anschlusstreffer zum 2:3 (53.) noch einmal etwas zu melden. Ansonsten machte der Bezirksligist die zweite Runde problemlos klar, sechs Spieler sorgten dabei für die sieben FSV-Treffer, Cygon traf als einziger Nieder-Olmer doppelt. Alle Artikel von Fußball (Amateure)