DFB-Pokal | Peter H. Eisenhuth | 27.10.26 Schon wieder Schicht im Schacht Fehlerhaft und ideenlos: Der FSV Mainz 05 scheitert in der zweiten Runde des DFB-Pokals beim VfL Bochum mit 0:2 (0:0). Phillip Tietz und die 05er sind nur noch in einem Wettbewerb vertreten. | Archiv/Willwacher Bochum. Die zweite Runde des DFB-Pokals und der FSV Mainz 05 werden wohl keine Freunde mehr: Zum vierten Mal hintereinander scheiterte der Bundesligist am Dienstagabend zu diesem frühen Zeitpunkts des Wettbewerbs, zum siebten Mal seit 2016. Mit 0:2 (0:0) unterlagen die Rheinhessen beim VfL Bochum – und das hochverdient. „Es ist schwierig, die passenden Worte für unser Spiel zu finden“, sagte Urs Fischer zu Beginn seines Statements in der Pressekonferenz. Die Stichworte, die der Mainzer Trainer dann auflistete, fassten den Auftritt seiner Mannschaft dennoch ganz gut zusammen: „ängstlich, keine Power, keine Dynamik, unpräzise, die Überzeugung fehlte von der ersten Minute an“. Und das mündete im dritten Pokalduell mit dem VfL zur dritten Niederlage. Kaum Torchancen Die erste Auswärtspleite in dieser Saison kam nicht unglücklich zustande, sondern war das Resultat erneut gravierender Fehler im Defensivverhalten und einer ideenlosen Offensive. Die (Halb-)Chancen, die sich die mit Paul Nebel und Silva Widmer statt Nadiem Amiri (Knie) und Anthony Caci (Bank) angetretenen Mainzer während der 90 Minuten und der zehnminütigen Nachspielzeit erarbeiteten, hätte jeder Sägewerksmitarbeiter an den Fingern einer Hand abzählen können. Einen Pass von Phillipp Mwene in der 18. Minute verlängerte Jae-sung Lee mit der Hacke auf den zweiten Pfosten, wo Stefan Posch jedoch nicht an den Ball kam, der vom Knöchel des Bochumers Karol Mets beinahe ins Tor gehoppelt wäre. Aber nur beinahe. Michael Steinwender klärte zur Ecke. In der 62. Minute schlug Innenverteidiger Kacper Potulski aus Linksaußenposition mit rechts eine Flanke an den Fünfmeterraum, wo der bestens positionierte Sheraldo Becker den Ball nicht traf. Und in der siebten Minute der Nachspielzeit kam Posch mit einem Kopfball nach einem Caci-Freistoß nicht an Torwart Timo Horn vorbei. 27 Sekunden Die Bochumer zündeten zwar ebenfalls kein Feuerwerk, erspielten sich nach ausgeglichener erster Hälfte mit einer gefährlichen Szene, in der 05-Torwart Alexander Schwolow an einen Pass von Gerrit Holtmann knapp vor Christian Rasmussen abfing, aber mehr und mehr ein Übergewicht. Und das mit einer Führung im Rücken, für die sie sich die bislang in Mainzer Heimspielen auftretende Schwäche in der Rückwärtsbewegung zunutze machten. Ganze 27 Sekunden benötigten sie nach dem Seitenwechsel, um die Mainzer zu überrumpeln: ein weiter Diagonalpass auf die linke Seite, ein Zuspiel von Holtmann auf Rasmussen ins Zentrum, und der setzte sich unter anderem gegen Potulski durch. Seinen Schuss fälschte Mwene zur Bogenlampe ab, die sich hinter Schwolow ins Tor senkte. „Wie wir das Gegentor bekommen, ist auch unglücklich“, sagte Fischer, „aber Bochum wollte es mehr, und wir hatten kein Rezept.“ VfL mauert nicht Wer dachte, der Zweitligist würde sich nach dem 1:0 aufs Mauern und Kontern verlegen, irrte. Die Bochumer attackierten schon im Mittelfeld und standen dennoch so kompakt, dass sie den Gästen kaum Räume anboten. Und nach Ballgewinnen schalteten sie so schnell um wie nach einer Stunde über Holtmann, der aus elf Metern knapp am langen Pfosten vorbeischoss. Mit dieser Spielweise kamen die Rheinhessen überhaupt nicht zurecht. Weder vermochten sie ihr Offensivspiel anzukurbeln noch im vorentscheidenden Moment das der Gastgeber zu unterbinden. Der kurz zuvor eingewechselte Mansour Ouro-Tagba lief schnellen Gegenzug, umkurvte Danny da Costa und passte zwischen diesem und Posch hindurch auf Jarne Steuckers. Wäre Potulski wie seine Kettenkollegen rausgerückt, hätte Steuckers im Abseits gestanden. So aber hob der polnische Innenverteidiger es auf, Steuckers konnte auf den nicht minder freistehenden Philipp Hofmann querlegen, der locker einschob (75.). Mit den Köpfen kollidiert Die Mainzer vermittelten nicht den Eindruck, als ob sie wenigstens eine Verlängerung erreichen könnten. Flanken aus dem Halbfeld ohne Wucht und Genauigkeit waren das einzige Mittel, mit dem sie die VfL-Hintermannschaft zu knacken versuchten – so viel Ideenarmut konnte keinen Erfolg nach sich ziehen. „Das war von uns ein ganz schlechtes Spiel, aber das muss man so akzeptieren“, sagte Urs Fischer. „Es gilt aber, auch wieder aufzustehen und im schwierigen Spiel in Elversberg am Freitag vieles, sehr vieles besser zu machen.“ Einen besonders schmerzhaften Moment erlebte der eingewechselte Caci in der 77. Minute: Zum Kopfball hochgehend, sprang ihm von hinten der mit Anlauf kommende Maximilian Wittek gegen den Hinterkopf. Beide erlitten Platzwunden, doch während Caci weitermachen konnte, wurde der Bochumer mit einer Trage vom Feld gebracht. Anzeige Wir behandeln Ursachen statt Symptome Wir bringen Sie in Bewegung Physiotherapie und Rehabilitationssport www.physiotherapiece Alle Artikel von Fußball (Bundesliga)