DFB-Pokal | Peter H. Eisenhuth | 27.10.26 Mit Zuversicht ins Ruhrstadion Diese Paarung gab es erst zweimal: Am Dienstagabend tritt der FSV Mainz 05 in der zweiten Runde des DFB-Pokals beim VfL Bochum an. Trainer Urs Fischer erwartet ein Spiel, in dem es vor allem darum gehen wird, Fußball zu arbeiten. Der Weg ins Achtelfinale führt für Sheraldo Becker und den FSV Mainz 05 über den VfL Bochum. | Eva Willwacher Mainz. Für die Köpfe der Spieler mag es ein Vorteil sein, dass sie am Dienstag (18 Uhr) nicht zu Hause antreten müssen. Beim VfL Bochum geht es für den FSV Mainz 05 um den Einzug in die dritte Runde des DFB-Pokals – und bei allem Wissen um die hitzige Atmosphäre, die im Ruhrstadion entstehen kann, reisen die Rheinhessen doch als heimstärkste Mannschaft der Bundesliga an. Urs Fischer betonte zwar nach der 2:3-Niederlage gegen Werder Bremen am Samstag, er wolle sich nicht so sehr mit „Heim“ und „Auswärts“ beschäftigen, sondern mit den Gründen, warum sein Team zu Hause schon dreimal verloren hat. „Die liegen in erster Linie bei uns.“ Fakt ist aber auch, dass der Mainzer Fußball derzeit im eigenen Stadion deutlich fehleranfälliger ist als andernorts. Insofern sollte für Dienstag „eine gewisse Zuversicht da sein“, sagt der Trainer, „aber das Spiel beginnt von neuem“. Beim VfL werde es vor allem darum gehen, Fußball zu arbeiten, von der ersten bis zur letzten Minute. „Es wird ein ganz enges Spiel mit vielen Zweikämpfen.“ Unschöne Erinnerungen Der VfL-Bochum als Pokalgegner: Dieses Erlebnis gab es für die Rheinhessen erst zweimal – und beide Male endete es enttäuschend. 2021/22 unterlag Bo Svenssons Team im Achtelfinale auswärts mit 1:3. Die Pleite ließ sich nicht mal mit der Atmosphäre entschuldigen – in jenem Coronawinter waren nur 750 Zuschauer zugelassen. Noch schlimmer lief es eine Saison zuvor in der zweiten Runde: In der Covid-bedingt leeren Mainzer Arena verspielten die 05er einen Tag vor Heiligabend eine 2:0-Führung, die Jean-Paul Boëtius und Danny Latza herausgeschossen hatten. Der Ex-Mainzer Gerrit Holtmann und in der vierten Minute der Nachspielzeit Robert Tesche retteten den Zweitligisten in die Verlängerung, in der keine weiteren Treffer fielen. Es folgte das wahrscheinlich erbärmlichste Elfmeterschießen aller Zeiten: Adám Szalai setzte den Ball an den Pfosten, Kevin Stöger traf die Latte, und Jean-Philippe Mateta schoss derart kraftlos, dass Torwart Patrick Drewes gar nicht hätte eingreifen müssen, weil der Ball wohl vor der Linie stehengeblieben wäre. Für Trainer Jan-Moritz Lichte war es das Ende seiner Mainzer Zeit. „So ist der Fußball manchmal“ Urs Fischer klingt, wenn es um das wechselhafte Auftreten seiner Mannschaft in dieser Saison geht, als hätte er eine Anleihe bei seinem Vorgänger Bo Henriksen genommen: „So ist der Fußball manchmal, auch das Leben insgesamt“, sagte er in der Pressekonferenz vor dem Zweitrundenspiel. Hilfreich wäre stets ein Spielverlauf, der dem Team in die Karten spiele – allerdings muss man sich den auch erarbeiten. Wer eine halbe Stunde lang braucht, um in eine Partie zu finden und dabei die grundlegenden defensiven Prinzipien vermissen lässt, wie gerade gegen Werder geschehen, darf sich nicht wundern, wenn er zu wenige Stiche macht. Wobei die 05er am Samstag nach Anthony Cacis Anschlusstreffer und auch später nach dem 2:3 durch Jae-sung Lee jeweils genügend Chancen besaßen, um wenigstens einen Punkt zu behalten. Dass sie diese Gelegenheiten nicht nutzten, war ein Grund für die Pleite, aber wie Sportdirektor Niko Bungert sagte: „Zwei Tore zu Hause müssen auch mal reichen.“ Defensiv stabil, offensiv schwach Was das Trainerteam mit der Mannschaft in der Analyse des Bremen-Spiels besprochen hat, mochte Fischer nicht im Detail ausführen. „Wir kennen einige Punkte, die wir besser machen müssen, zum Beispiel in der Restverteidigung, wenn wir nach vorne spielen.“ Die ließ mehrmals Wünsche offen, „und dann wird es nach Ballverlusten schwierig“. Der Elfmeter, der zum 0:2 führte, resultierte genau aus diesem Manko. In letzter Zeit werde seine Mannschaft für solche Fehler sehr schnell bestraft, sagt Fischer, ohne fatalistisch zu klingen. „Wir korrigieren die Fehler aber auch nicht. Daraus wird dann eine Art Kettenreaktion.“ Den VfL Bochum charakterisiert der Mainzer Trainer als Mannschaft, die in den Ligaspielen über den Ballbesitz komme, defensiv stabil sei und nicht viel zulasse. In der Tat hat das Team von Uwe Rösler nach neun Spieltagen erst zehn Gegentore auf dem Konto, das ist der viertbeste Wert aller Zweitligisten. Selbst getroffen hat der VfL allerdings erst sechsmal, weshalb er als einer von sechs Klubs mit nur acht Punkten das Tabellenende bildet. Aber Achtung: Zuletzt trotzten die Bochumer dem VfL Wolfsburg ein 1:1 ab Anzeige Wir behandeln Ursachen statt Symptome Wir bringen Sie in Bewegung Physiotherapie und Rehabilitationssport www.physiotherapiece Alle Artikel von Fußball (Bundesliga)