Peter H. Eisenhuth | 19.08.2021

15 Meldungen aus den Top 100

Beim TSC Mainz freuen sie sich auf eine gutbesetzte sechste Auflage der Mainz Open, die am Freitag beginnen. Die Wildcards gehen nach Mainz und in die Region. Sinja Kraus ist nicht dabei.
Steffen Hillennmeier greift am Freitagnamittaf ins Geschehen ein.
Steffen Hillennmeier greift am Freitagnamittaf ins Geschehen ein. | Peter H. Eisenhuth

Mainz. Die Idee der Organisatoren, den Meldeschluss für die SiNN Mainz Open so weit wie möglich nach hinten zu schieben, hat sich als wirkungsvoll erwiesen: Im Laufe des Donnerstags gingen bis zum frühen Nachmittag weitere Meldungen auch von Spielerinnen und Spielern ein, die in der Rangliste des Deutschen Tennisbunds unter den ersten 100 stehen. Insgesamt acht in der Damen- und sieben in der Herrenkonkurrenz haben gemeldet – „das ist eine Resonanz, mit der wir absolut zufrieden sind“, sagt Urs Kern, Vizepräsident des TSC Mainz, auf Anfrage von SPORTAUSMAINZ.de.

Im vorigen Jahr waren es zwar 28 Top-100-Spielerinnen und -Spieler. Allerdings war diese Zahl darauf zurückzuführen, dass es coronabedingt kaum nationale und keine internationalen Turniere gab. „Das hat zu einem ziemlich großen Andrang bei uns geführt“, sagt Kern. In diesem Jahr jedoch wirke sich der Coronaeffekt negativ aus. Weil wegen der Pandemie die Termine verschoben wurden, läuft der Spielbetrieb in Erster und Zweiter Bundesliga noch.

„Wer dort im Einsatz ist, kann nicht zu den Mainz Open kommen“, bedauert Kern. „Sonst hätten ganz sicher noch einige Topleute mehr gemeldet.“

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Titelverteidigerin fehlt

Das höchste Ranking weist Diana Marcinkevica auf: Die 29 Jahre alte Lettin, die für den Essener Tennisclub Bredeney spielt, ist DTB-Nummer 17, steht in der Weltrangliste an Position 309 und hatte dort ihre höchste Platzierung vor zwei Jahren als Nummer 196. Ihr folgen die Eschbornerin Sarah Gronert (DTB-26) und Steffi Bachofer (Bernhausen, DTB-52). Gespannt sein dürfen die Zuschauer nicht zuletzt auf die an vier gesetzte Laura Isabel Putz (TC Aschheim, DTB-67), die dem Bundesnachwuchskader angehört, an 99. Stelle der Junioren-Weltrangliste steht und schon einige A-2- und A-3-Turniere gewonnen hat.

Bei den Frauen wird es definitiv eine neue Siegerin geben. Titelverteidigerin Marie Benoit hatte den Veranstaltern abgesagt, weil sie sich gute Chancen auf einen Platz in der Qualifikation für die US Open ausrechnet.

Gibt's ein Jungseniorenfinale?

Der Vorjahressieger der Männer hingegen, der schon 2018 am Ebersheimer Weg triumphierte, ist 2021 erneut am Start. Und bis Dienstagvormittag führte René Schulte auch noch die Setzliste an. Bis die Meldung des Russen Ivan Nedelko einging. Der 35 Jahre alte Mann vom TC Metzingen ist drei Jahre älter und steht als Nummer 32 vier Plätze weiter vorne als Schulte. „Wenn die beiden ins Endspiel kommen, wird es ein Jungseniorenfinale“, sagt Kern lachend. „Aber wenn man Nadal und Federer sieht, weiß ja jeder, wie gut die Alten sind…“

Im Ranking folgen Robert Strombach (Rot-Weiß Berlin, DTB-43), Marcel Zielinski (Hansa Dortmund, DTB-75) und der Mainzer Trainer Luca Gelhardt (DTB-83.). Ein alter Bekannter wird an siebter Stelle geführt: Osman Torki, der Sieger der Mainz Open 2016. Der vor ihm geführte Michal Franek unterlag vor drei Jahren im Finale gegen Schulte.

Plätze an Lokalmatadoren

Die Wildcards fürs Hauptfeld erhielten die TSCler Steffen Hillenmeier, Daniel Kircher und Leonard Stolz sowie Jelle Ackermann (TC Gensingen); in der Qualifikation steht der Mainzer Jerome Rup. Von den Wildcards bei den Frauen profitieren Lokalmatadorin Livia Kraus, Alicia Mall (Speyer) sowie die Ingelheimerinnen Sabina Schmidbauer und Alicia Taubert. Zudem haben Aylin Poppe und Tami Lipp die Chance, sich ins Hauptfeld zu spielen.

„Wir hatten vorher gesagt, dass wir die freien Plätze unter regionalen Gesichtspunkten vergeben wollen“, sagt Kern. Die Wildcards für die beiden Ingelheimerinnen hätten nichts damit zu tun, dass der TC Boehringer mit dem Aufstieg in die Regionalliga die TSC-Frauen vor dem Abstieg aus der Oberliga bewahrt haben. „Aber unter dem Aspekt machen wir das doppelt so gerne…“

Verzichten muss der TSC auf das größte Talent, das am Ebersheimer Weg herangewachsen ist. Sinja Kraus ist zwar am Donnerstag beim 25.000-Dollar-Turnier im niederländischen Oldenzaal ausgeschieden, muss aber am Samstag zu einem Turnier in die Schweiz, bei dem ihr die Qualifikation nicht erspart bleibt. „Nach der neuen Weltrangliste wäre Sinja dort direkt in Hauptfeld gekommen und hätte vorher die Mainz Open spielen können“, sagt Urs Kern.

Pech: Das Ranking, in dem Kraus auf Platz 578 vorgerückt ist, tritt erst am Montag in Kraft.

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