Oberliga | Peter H. Eisenhuth | 08.11.15

Harter Fight für deutlichen Sieg

TSV Schott Mainz gewinnt beim SV Mehring 5:2 (3:0), gerät aber nach der Pause ins Wanken.
Verhinderte in Mehring mehrmals den Ausgleich: Schott-Torwart Patrick Manthe.
Verhinderte in Mehring mehrmals den Ausgleich: Schott-Torwart Patrick Manthe. | Archiv/Willwacher

Mehring. Es darf als ziemlich unwahrscheinlich erachtet werden, dass Fußball-Oberligist TSV Schott Mainz sich eine 3:0 Halbzeitführung aus der Hand nehmen lässt. Am Sonntagnachmittag fehlte dazu allerdings nicht viel. Zwar setzte sich die Werkself beim SV Mehring mit 5:2 durch – „aber die haben uns in den ersten 25 Minuten nach der Pause unglaublich unter Druck gesetzt“, berichtete Trainer Ali Kayhan Cakici. „In dieser Phase hat Patrick Manthe dafür gesorgt, dass nichts Schlimmeres passiert.“ Zwei Gegentreffer musste der Schott-Torwart hinnehmen, weitere verhinderte er mit starken Paraden.“

Im ersten Durchgang hatten die Gäste, bei denen Preston Zimmerman nach seinem beruflich bedingten USA-Aufenthalt erstmals in dieser Saison mitwirkte, die Partie dominiert. Der Amerikaner hätte seine Elf wohl auch in Führung gebracht, aber Andreas Hesslein kam ihn zuvor: Der Mehringer Verteidiger beförderte eine Hereingabe von Can Özer ins eigene Tor, hätte er die Füße weggelassen, wäre Zimmerman zum Zug gekommen (17.). Den zweiten Treffer erzielten die Mainzer nur vier Minuten später selbst, Srdjan Baljak schloss einen über die linke Seite vorbereiteten Angriff ab, gegen den abgefälschten Schuss war SV-Torwart Philipp Basquit machtlos.

Sinanovic mit der Hacke

Dass Can Özer in der 40. Minute das 3:0 nachlegte, in einer Art, in der kaum ein anderer Klub der Liga seine Tore erzielt – Patrick Huth und Nicklas Schlosser kombinierten im Mehringer Strafraum Özer frei, der den Schlussmann umkurvte und einschob –, wäre in den meisten Begegnungen gleichbedeutend mit der Vorentscheidung gewesen. „Aber mit dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit war es ein ganz anderes Spiel“, erzählte Cakici. „Der Gegner hat gezeigt, warum er so heimstark ist und hat einen unglaublichen Druck aufgebaut, und wir kamen mit diesem Druck und Kampf überhaupt nicht zurecht.

Nach dem schnellen 1:3 durch Marc Willems und dem Anschlusstreffer durch Kevin Heinz lag auch das Unentschieden in der Luft. „Mehring hat das klasse gespielt“, erkannte der Mainzer Trainer an. „Nach Ballerberoberungen ging es ratzfatz mit Tempo nach vorne, unsere Außenverteidiger wurden überlaufen. Das hatte wirklich Format.“

Ob die Gastgeber an Patrick Manthe verzweifelten oder ihnen die Kraft ausging: Die Schottler nutzen die nachlassender Power der Moselaner von der 70. Minute an zunächst, um das Spiel wieder zu beruhigen, und in den letzten zehn Minuten, um selbst noch mal aufzudrehen. Der eingewechselte Edis Sinanovic traf mit der Hacke zum 4:2 (87.), Özer setzte mit seinem 15. Saisontreffer den Endstand (90.). „Das war ein verdienter Sieg“, sagte Cakici, „aber dafür wurde uns ein harter Fight abverlangt.“

 

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