Oberliga Damen | Peter H. Eisenhuth | 10.07.26 „Das haben wir vergeigt“ Selbst unter Druck gesetzt: Nach dem 4:5 seiner Oberligaspielerinnen gegen den HTC Bad Neuenahr verhehlt TSC-Trainer Babak Momeni seinen Unmut nicht. Am abschließenden Doppelspieltag muss die Mannschaft liefern. Wie eine Woche zuvor bog Laura Shelekhova ihr Match um. | Archiv/Eßling Mainz. Im Bemühen um den Verbleib in der Oberliga kam dieser Begegnung eine zumindest nicht unwichtige Bedeutung zu, im Erfolgsfall wäre es wohl eine Vorentscheidung gewesen. So aber stehen die Tennisspielerinnen am abschließenden Doppelspieltag unter Druck, an dem sie samstags (10 Uhr) den TC Weiler empfangen und sonntags beim BASF TC Ludwigshafen 2 antreten. Babak Momeni ist zwar durchaus zuversichtlich, dass seine Frauen sich mit einem Sieg aus beiden Partien auf die sichere Seite begeben. Seinen Unmut über die 4:5-Niederlage gegen den HTC Bad Neuenahr aber schmälert das nicht. „Das hätte nicht passieren dürfen, das haben wir vergeigt“, schimpft der TSC-Trainer. Sein Ärger fokussiert sich aufs dritte Doppel. „Auf das haben wir gesetzt, und das müssen wir gewinnen“, sagt er. Dass Alicia Eberwein/Sabina Schmidbauer in drei Sätzen Fabienne Schmidt/Lena Lindner unterlagen, „geht nicht. Dieses Match dürfen sie niemals verlieren.“ Momeni mochte nicht in eine Einzelkritik gehen, „aber was nutzt es, wenn wir von hinten viel Druck aufbauen, aber vorne sichere Punkte nicht machen, sondern den Ball in Netz hauen?“ Shelekhova biegt erneut ein Match um An der Zusammensetzung der Duos habe es nicht gelegen, sagt der Coach, „wir haben hundertprozentig richtig aufgestellt.“ Laura Shelekhova/Valentina Urelli Rinaldi im zweiten Doppel waren ebenfalls als Bank eingeplant – und erfüllten die Erwartungen mit einem 7:6, 6:1 gegen Jil Hassinger/Allegra Junge. Das Match von Costanza Traversi/Elise Barnstedt gegen Ana Amiraghyan/Mia Keuler hatten die Mainzerinnen nicht als Punkt auf der Rechnung. Dass der TSC mit einem 3:3 aus den Einzeln hervorgegangen war, verdankte die Mannschaft nicht zuletzt Laura Shelekhovas schon gegen Viktoria St. Ingbert bewiesenem Kampfgeist. Wie eine Woche zuvor schien die Mainzer Nummer zwei gegen Mia Keuler auf eine Niederlage zuzusteuern, doch erneut bog sie das Ganze im zweiten Satz im und behielt auch mit 10:7 im Matchtiebreak die Oberhand. „Diesen Sieg konnten wir nicht erwarten“, sagt Momeni, „aber Laura hat das wirklich gut gemacht.“ Shelekhova ist in der Oberliga angekommen. Hinzu kamen die Zähler von Urelli Rinaldi („Auf ihr solides Spiel ist Verlass“) und Eberwein („Sie hätte auch weiter vorne punkten können“). Frustrierendes Ergebnis Traversi wehrte sich gegen die ehemalige Rheinland-Pfalz-Meisterin Amiraghyan nach Kräften und kassierte dennoch die Höchststrafe von der Armenierin. Julia Drescher, vorige Woche mit einer überzeugenden Darbietung, „stand diesmal neben sich“, sagt Momeni. „Ihr fehlt momentan die leider Konstanz.“ Und Elise Barnstedt lieferte sich mit Jil Hassinger auf den ersten Blick eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe. „Das sah gut und umkämpft aus und lief ihr dennoch weg“, bedauert der Trainer. „Elise hat so gute Schläge, sie hat eine super Technik, spielt sehr druckvoll und macht Toppunkte, das war schön anzuschauen. Aber das Ergebnis war frustrierend.“ Gegen Hassinger zu verlieren, ist keine Schande. „Aber ein 1:6, 0:6 darf das nie im Leben werden, es muss mindestens ein enges Rennen sein. Wenn ihre Kontrahentin so wenige Fehler macht wie diesmal, muss Elise eine andere Strategie entwickeln, um das Match auf ihre Seite zu ziehen.“ Anzeige Alle Artikel von Tennis