Rheinhessenliga | Peter H. Eisenhuth | 01.09.2020

Zwei Halbtote ins erste Doppel

Der MTV 1817 Mainz beendet seine Rheinhessenligasaison trotz dreier Verletzter mit einem 14:7-Sieg in Nierstein. Die Bilanz des Aufsteigers nach der ungewöhnlichen Runde fällt durchweg positiv aus.
Felix Melchior musste im Einzel nach dem ersten Satz aufgeben und konnte zum Doppel nicht mehr antreten.
Felix Melchior musste im Einzel nach dem ersten Satz aufgeben und konnte zum Doppel nicht mehr antreten. | Archiv/Eßling

Nierstein. Einen Sieg beim noch punktlosen Schlusslicht hatten die Tennisspieler des TV 1817 Mainz eingeplant. Insofern war das 14:7 auf der Anlage des TC Rot-Weiß Nierstein kein spektakuläres Resultat. Bemerkenswerter war, dass die Gäste bei ihrer letzten Begegnung der am nächsten Sonntag endenden Rheinhessenligasaison mit einer zur Hälfte verletzten Mannschaft antraten – „zwei hatten schon vorher Probleme, einer bekam sie vor Ort“, berichtete Darius Gutte.

Der Kapitän gehörte zum dem bereits lädiert ins Match gegangenen Duo. Seit dem Training am Mittwoch voriger Woche schmerzte sein Knie. „Wegen des Sturms war nicht mehr viel Sand auf den Plätzen, dadurch war der Untergrund sehr hart, und das hat mir nicht gutgetan“, erzählte er. „Mit Bandage ging’s aber“, kommentierte er sein 6:1, 6:3 gegen Julian Schneider.

Mehr Probleme hatte Maximilian Haas. Das Einzel gegen Jan Lukas Schröder gewann er trotz heftiger Schienbeinschmerzen dank eines soliden Auftritts mit 6:4 und 6:0. Schon zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich jedoch ab, dass es mit einem Doppeleinsatz nichts werden würde.

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„Wir sind eine coole Mannschaft“

So betrachtet war es kein Drama für die 1817er, dass Felix Melchior im Duell der Einser gegen Dominik Sonnenberg im ersten Satz beim Stand von 2:1 umknickte, den Durchgang noch zu Ende brachte, danach aber aufgab. „Wir haben dann unsere beiden Halbtoten zusammen ins erste Doppel gestellt und es damit kampflos hergegeben, aber die beiden anderen Paarungen haben ja funktioniert“, sagte Gutte.

Die Saisonbilanz des MTV-Spielführers fällt ungeachtet der besonderen Umstände, unter denen die Medenrunde in diesem Jahr ausgetragen wurde – später Beginn, wenig Vorbereitungszeit, ungewohnte Sommerpause – durchweg positiv aus. „Es hat Spaß gemacht“, sagte Gutte, „wir sind eine coole Mannschaft, es macht Spaß, miteinander zu trainieren und sonntags auf den Platz gehen.“

Zwei Siege, zwei Niederlagen

Mit dem sportlichen Abschneiden könne man als Aufsteiger ebenfalls zufrieden sein. Zwei Siege und zwei Niederlagen zeigten, „dass wir in der Liga mithalten können, auch wenn es nächstes Jahr schwieriger wird, weil dann der Mainzer Sand und Bürgerweide Worms wieder dazukommen, die wegen Corona zurückgezogen hatten“. Hinzukommen könnte auch ein neuer Spieler in den eigenen Reihen, ein 29-Jähriger, der nach der Wiedereröffnung der Plätze im Frühjahr in den Verein eingetreten sei und das Zeug habe, an einer der hinteren Positionen mitzuwirken. „Er hat Leistungsklasse 15, aber er spielt meiner Meinung nach eher wie LK 12 oder besser.“

Gutte selbst wird noch einen Spieltag dranhängen: Am nächsten Sonntag hilft er bei der Zweiten Mannschaft im Spitzenspiel der B-Klasse gegen den TC RW Nierstein 2 aus. Mit einem Sieg könnte das Team Meister werden und besäße zumindest die theoretische Chance, in die A-Klasse aufzusteigen, sofern dort im nächsten Jahr ein Platz frei würde. „Versuchen wollen wir es jedenfalls.“

 

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