Oberliga Damen | Gert Adolphi | 01.05.26

Das Prinzip Abwarten

Umkämpft ist anders: Die Tischtennisspielerinnen des RSV Klein-Winternheim setzen sich in Berschweiler mit 9:1 durch und stehen als Vizemeister der Oberliga fest.
Lydia Meier blieb in ihren Einzeln ohne Satzverlust.
Lydia Meier blieb in ihren Einzeln ohne Satzverlust. | Archiv/Eßling

Berschweiler. Weil die Tischtennisspielerinnen des RSV Klein-Winternheim etwas Respekt vor der unorthodoxen Spielweise ihrer Gegnerinnen hatten, strebten sie einen optimalen Einstieg in die Oberligapartie beim TTV Berschweiler an. „Wir hatten gehofft, beide Doppel zu gewinnen“, sagte Julia Sloboda.

Die RSV-Sprecherin erfüllte mit Theresa Zabel den ersten Teil der Vorgabe mit einem klaren Dreisatzsieg, doch Carolin König und Lydia Meier konnten den Plan nicht vollenden. Sie gaben im vierten Satz eine Führung ab, verloren ihn mit 10:12 und schafften im entscheidenden Durchgang keine Wende. „Es hat gar nicht mehr gepasst“, kommentierte Sloboda die 3:11-Niederlage.

Doch die Befürchtung, die Begegnung werde danach einen umkämpften Verlauf nehmen, traf nicht ein. Die Gäste gaben in den Einzeln lediglich noch zwei Durchgänge ab und gewannen 9:1. „In den ersten Sätzen hat es immer etwas gedauert, bis wir uns eingestellt hatten“, erläuterte Sloboda, „aber dann waren wir besser.“

Ball im Spiel gehalten

Sie selbst lag gegen Sibylle Turra zunächst mit 2:8 zurück, gewann den Satz aber noch mit 13:11. Obwohl Sloboda den Satzausgleich zulassen musste, geriet ihr Sieg nicht mehr in Gefahr.

In einigen Partien bedurfte es keiner großen Eigeninitiative der Klein-Winternheimerinnen, es reichte, den Ball im Spiel zu halten. Sloboda erläuterte das am Beispiel von Sarina Turra, der Nummer eins der Gastgeberinnen. „Sie hat jeden Ball angezogen, ihn aber nicht auf den Tisch gebracht.“

Für die Aufstiegsspiele gemeldet

Mit dem Prinzip Abwarten setzte sich auch Meier im abschließenden Spiel gegen Anna Haupenthal durch. Die TTV-Akteurin legte ihr lange Schupfbälle hin, Meiers Antworten gerieten immer kürzer und höher. Doch wenn Haupenthal ins Risiko ging, verschlug sie die scheinbaren Vorlagen. Die Sätze zwei und drei verliefen eng, beide Male setzte sich die Klein-Winternheimerin mit 13:11 und 15:13 durch.

Dank des Sieges kann der RSV schon vor der letzten Begegnung nicht mehr vom zweiten Tabellenplatz verdrängt werden. Die Mannschaft hat beschlossen, ihr Recht wahrzunehmen, als Vizemeister die Aufstiegsspiele zur Regionalliga zu bestreiten, die Meldung ist bereits erfolgt. Ob sie den Aufstieg im Erfolgsfall tatsächlich annehmen würden, bleibt offen.

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