Verbandsliga | Peter H. Eisenhuth | 21.05.26 Nach einer Runde sieht's noch gut aus Danach aber gewinnt der TSV Schott Mainz II in der Tennis-Verbandsliga beim 3:6 gegen den TV Alzey kein Match mehr. Fabian Guzik blieb cool und setzte sich gegen Luca Hallstein im Matchtiebreak durch. | Bernd Eßling Mainz. Die emotionale Skala, auf der die beiden Spieler sich bewegten, klaffte vom zweiten Satz an immer weiter auseinander. Je cooler Fabian Guzik sein Ding durchzog, desto mehr regte sich Luca Hallstein auf, hauptsächlich über sich selbst. Sein Gegenüber hörte sich das mit der Gelassenheit seiner 35 Jahre an, ohne eine Miene zu verziehen. „Luca hatte ich vor acht oder neun Jahren mal im Verbandstraining“, sagte Guzik später, „es ist schön, ihn wiederzusehen.“ Noch schöner freilich für den Routinier, wenn er seinen ehemaligen Schützling bezwingt. Mit 4:6, 6:1, 10:2 setzte sich der Mann vom TSV Schott gegen den 19 Jahre jüngeren Kontrahenten vom TV Alzey durch – in der Endabrechnung aber zogen die Mainzer mit 3:6 den Kürzeren. Guzik hatte anfangs Mühe, kassierte gleich ein Break zum 0:2, fand danach zwar Lösungen, um Hallsteins Spiel zu brechen – „aber ich habe sie wieder verloren“. Den Satz trotz 4:2-Führung nicht nach Hause gebracht zu haben, war ärgerlich, angesichts des weiten Spielverlaufs jedoch verkraftbar. Vorteil durch verkürzte Ballwechsel Den zweiten Satz dominierte der Schottler. „Die Bälle wurden langsamer, und das ist natürlich ein Vorteil für Leute, die nicht so hohes Tempo gehen wollen oder können“, sagte er mit leichtem Grinsen. Die zahlreichen Stopps, die er einstreute, taten ein Übriges; Hallstein bekam kaum noch einen dieser Bälle kontrolliert auf die andere Seite. „Die Ballwechsel zu verkürzen, kam mir ebenfalls zugute“, sagte Guzik Mochte der junge Alzeyer sich auch noch so austoben, noch so sehr den Angriff suchen: An diesem Tag fand er gegen den abgeklärt aus der Defensive agierenden Guzik kein Mittel mehr. Nicht von ungefähr endete das Match mit einem weiteren Stoppball, den Hallstein ins Aus beförderte. Jörg Daum hatte gehofft, mit diesem Ausgang sei die Basis für den zweiten Saisonsieg gelegt. „Wen Fabi gewinnt, geht meine Rechnung auf“, sagte der Trainer. Recht behalten sollte er bis nach der ersten Runde der Einzel, als der clever und variabel aufspielende Tom Meinert sich an vierter Position in zwei Sätzen gegen Marco Mildeberger durchsetzte und hinten Tobias Bott bei seinem Ligadebüt gegen Jarno Laws reüssierte. Westhoffs Match als Knackpunkt Daum selbst hatte sich nach auskuriertem Bandscheibenvorfall angesichts mehrerer fehlender Akteure als Nummer drei aufgestellt, um Egor Matievici ins Leere laufen zu lassen. Der junge Meinert wäre gegen den Rumänen chancenlos gewesen, also sollte er lieber eine Nummer weiter hinten punkten. Dass der Trainer nur ein Spiel gewann, war eingepreist, mit Adrian Kraus‘ Niederlage gegen den Spanier Saúl Benasayag mussten die Mainzer ebenfalls rechnen. Zum Knackpunkt wurde Mika-Ola Westhoffs Match gegen Philipp Jacob. „Er hat gut begonnen, taktisch clever gespielt“, berichtete Daum. Doch als es nach 7:5 und 3:6 in den Matchtiebreak ging, flatterten die Nerven. „Mika lag 3:1, 6:3 und 7:5 vorne, danach hatte er etwas Pech und nicht die nötige Erfahrung, um in so engen Situationen abzurufen, was er kann.“ Westhoff gab den Durchgang mit 8:10 ab, es stand 3:3 und der TSV vor einer Mammutaufgabe. Zweimal 7:10 im Matchtribreak „In der Summe hatten die Alzeyer die besseren Doppelspieler“, sagte Daum. „Hätten wir nur noch eines gewinnen müssen, wäre das machbar gewesen, aber selbst so waren wir nicht chancenlos.“ In der Tat endete nur sein Match mit Westhoff gegen Matievici/Rose deutlich, Kraus/Guzik gegen Benasayag/Hallstein und Meinert/Bott gegen Mildeberger/Jacob mussten sich jeweils erst im Matchtiebreak mit 7:10 geschlagen geben. Die Niederlage war umso schmerzhafter, als der TV Alzey als einer der beiden Gegner galt, die der TSV Schott im Kampf um den Ligaverbleib schlagen sollte. Drei Spieltage stehen noch aus, an einem „müssen wir wohl ein paar mehr Jungs aus dem Oberligakader vorbeischauen lassen“. Vermutlich noch nicht im nächsten Spiel beim TC RW Kaiserslautern – „der ist so stark, dass uns das nichts bringen würde“. Gewann sein Match an vierter Position: Tom Meinert. | Bernd Eßling Anzeige Erfolgreiches Debüt: Tobias Bott steuerte den dritten Punkt bei. | Bernd Eßling Alle Artikel von Tennis