Dritte Liga Damen | Guido Steinacker | 19.06.14 Ausbildung der Jugend mehr Gewicht geben Thomas Zeitz, Trainer des Handball-Drittligisten SG TSG/DJK Bretzenheim, über den Job als Übungsleiter im Handball im Allgemeinen sowie in Bretzenheim im Speziellen – und was den hiesigen Vereinen fehlt, um ganz oben anzugreifen. Die Entwicklung soll weitergehen: Trainer Thomas Zeitz hofft bei Handball-Drittligist SG Bretzenheim auf eine nachhaltige Nachwuchsarbeit. | Bernd Eßling Bretzenheim. In der ersten kompletten Saison unter Trainer Thomas Zeitz hat sich Frauen-Handball-Drittligist SG TSG/DJK Bretzenheim zu einem Spitzenteam der Liga entwickelt. Und natürlich will Zeitz in der kommenden Runde eine weiter verbesserte Mannschaft präsentieren. Ein Zweitligaaufstieg in einer der nächsten Spielzeiten wäre nicht als Unfall anzusehen. Mit seinen 40 Jahren hat der Bad Homburger bereits zwölf Trainerjahre in den höheren Handballklassen angesammelt. Im Interview mit SPORTAUSMAINZ.de berichtet der hessische Kadertrainer über seine Erfahrungen mit sowie über die Voraussetzungen für den ambitionierten Handballsport in unserer Region. Herr Zeitz, Sie gelten mit Ihren 40 Jahren schon als erfahrener Trainer in der Region. Warum haben Sie bereits relativ früh die Spielerkarriere an den Nagel gehängt und sind auf die Trainerbahn umgeschwenkt? Mit 28 Jahren musste ich wegen einer Schulterverletzung mit dem aktiven Handball mehr oder weniger aufhören. Ich ging dann als Spielertrainer zum Landesligisten TSG Oberursel, da dort viele Spieler aus der von meinem Kollegen Klaus Linder und mir gecoachten erfolgreichen A-Jugend aktiv waren. Wir sind damals ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft gekommen und haben dort gegen den späteren Meister Magdeburg verloren. Direkt im zweiten Jahr sind wir in die Oberliga aufgestiegen, und ich habe nebenher meine Trainer-Lizenzen erworben. Das war ein guter Einstieg für mich, weil ich in den Job reinwachsen konnte und ein bekanntes und angenehmes Umfeld vorgefunden habe. Dass sie eines Tages von der Spieler- zur Trainerlaufbahn wechseln könnten, ist bei vielen Sportlern früh zu erkennen. War das bei Ihnen auch so? Ja, eindeutig. Ich habe ja schon mit 16 Jahren die Minis in meinem Heimatverein TSG Ober-Eschbach trainiert und dann kontinuierlich mit D-Jugend, C-Jugend, B-Jugend und A-Jugend weitergemacht. Automatisch habe ich mich relativ schnell mit dem Handballspiel aus Sicht eines Trainers beschäftigt, mir meine eigenen Gedanken gemacht, zum Beispiel, wie man ein Training in kleinere Gruppen aufteilen könnte oder welche taktischen Dinge man einbringen kann, wer ein- oder ausgewechselt werden könnte. Das war nicht immer einfach, da ich das dann logischerweise auch auf die Mannschaft, in der ich selbst aktiv war, projiziert habe. Was ist das Interessante an der Trainerarbeit? Trainer zu sein ist schon eine einmalige Gelegenheit, sowohl bei Spielern als auch bei Vereinen etwas zu entwickeln. Wenn man dann sieht, wo Spieler oder Spielerinnen, die man mal trainiert hat, spielen und sich hinentwickelt haben, wo Vereine, die man mal trainiert hat, zum Teil jetzt stehen, dann ist man ein bisschen stolz und fühlt sich bestätigt in dem, was man an Arbeit geleistet und an Zeit investiert hat. Außerdem ist das Trainerleben ein stetiges Sich-Weiterentwickeln, immer wieder neue Situationen, neue Trainingsmethoden kennenzulernen und auszuprobieren, immer wieder neue Typen, mit denen man umgehen muss. Ein Trainer muss sich auf viele verschiedene Menschen einlassen, mit ihnen umgehen und wissen, mit wem man was machen kann, mit wem man wie sprechen muss – wer mehr Zuckerbrot und wer mehr Peitsche braucht. Umgekehrt ist das sicherlich einfacher, Verein und Mannschaft müssen sich nur auf eine Persönlichkeit einlassen. Als Bad Homburger war es früher oder später unausweichlich, dass Sie bei der TSG Ober-Eschbach trainieren. Es ist ja mein Heimatverein. Ich bin zwar in Frankfurt geboren, aber in Ober-Eschbach aufgewachsen und habe vor der Station als Spielertrainer in Oberursel bei der TSG selbst in der Regionalliga gespielt. Ich habe das Frauenteam der TSG dann 2006 im Oktober in der Zweiten Liga übernommen und im ersten Jahr mit ihm die Klasse gehalten, obwohl die Umstände damals schon mehr als schwierig waren. In der darauffolgenden Saison ist mein Vater schwer erkrankt, und da sich in Ober-Eschbach die Situation immer weiter verschlechtert hat und ich auch viel Zeit für meinen Vater brauchte, habe ich Ende 2007 meinen Posten zur Verfügung gestellt. Was war in dem Verein das Problem? Die Strukturen haben einfach nicht gestimmt. Wir haben leider nicht so zusammengepasst, das Management und ich. In Ober-Eschbach wurde immer viel versprochen zur damaligen Zeit, leider wurde vieles davon dann nicht eingehalten. Und die Unehrlichkeit war dabei das größte Problem. Es fehlte das Vertrauen in die Verantwortlichen von Seiten der Spielerinnen und dann auch von meiner Seite. Darunter litt dann auch die Einstellung der Spielerinnen und auch meine. Das war angesichts von fünf Trainingseinheiten pro Woche sowie einem Spiel am Wochenende, nicht selten mit einer mehrstündigen Auswärtsfahrt verbunden, nicht verwunderlich. Haben Sie mal darüber nachgedacht, den Trainerjob zum Beruf zu machen? Gab es die Chance dazu? Es gab mal, bevor ich dann doch die TSG übernommen habe, einen losen Kontakt nach Bensheim, das wäre in Richtung Hauptamtlichkeit gegangen. Aber Bensheim hat sich anders entschieden und ich habe mir das auch schnell anders überlegt, denn wie hoch ist schon die Wahrscheinlichkeit, dass man sich in dem Bereich auf Dauer halten kann? Und je höher man trainiert, desto schneller ist man auch wieder draußen; da reichen einmal 0:10 Punkte. In Kombination mit einer kleinen Familie zur damaligen Zeit war mir das Risiko zu groß. Das war dann der feste Job als Bankkaufmann und das Trainieren als ambitioniertes Hobby die bessere Wahl? Ja, zumal 2007 meine Tochter Lara geboren wurde und ich damals schon einen Zusatzjob als Kader- und Stützpunktleiter für den Hessischen Handballverband in Frankfurt hatte, den ich jetzt seit zehn Jahren mache. Damit war ich ganz zufrieden, und wenn doch nochmal ein absolut attraktives Angebot kommt, kann ich in dem Moment immer noch darüber nachdenken. Es ist beim Handball offensichtlich selbst in den höheren Ligen kaum einem Verein möglich, professionelle Strukturen aufzubauen. Woran liegt das? Der Handballsport ist einfach nicht populär genug, um in der Wirtschaft genügend Mittel zu generieren, um solche Strukturen nachhaltig, mit einer gewissen Sicherheit aufzubauen. Denn wenn einmal ein Sponsor gefunden wird, der relativ viel Geld bereitstellt, dann ist das in der Regel erst einmal nur für ein Jahr. Läuft es gut, gibt es das Geld vielleicht auch ein zweites Jahr, aber sobald es nicht mehr so läuft, zieht der Sponsor seine Mittel auch sofort wieder raus. Wie sollten die Vereine mit dieser Situation umgehen? Sie sollten ihr ganzes Denken ändern. Anstatt sich darauf zu fixieren, unbedingt mal Erstligist sein zu wollen, sollten sie schauen, was darunter kommt. Das heißt, ihr Geld in die Hand zu nehmen, um gute Trainer für den Nachwuchsbereich zu engagieren. Stattdessen wird alles in die Ersten Mannschaften gesteckt. Aber es ist ein Irrtum, zu denken, dass im Handball mit der höheren Spielklasse auch automatisch die höheren Sponsoreneinnahmen kommen. Und das Investieren in den Jugendbereich soll dann später dazu führen, statt über teure Einkäufe von Spitzenspielern aus dem eigenen Nachwuchs zu schöpfen? Genau. Dass dies wirklich der erfolgreichere Weg wäre, kann ich allerdings nicht belegen, weil es so gut wie keinen Verein gibt, der dieses Konzept verfolgt, der die Geduld und Mittel hat, dies über einen Zeitraum von fünf oder mehr Jahren durchzuziehen. Alle sind ungeduldig und wollen den schnellen Erfolg, aber selbst, wenn das klappt, bringt dieser kurzfristige Erfolg eben nicht gleich mehr Geld. In der SG Bretzenheim haben Sie aber doch nun einen Verein gefunden, der sehr auf den eigenen Jugendbereich setzt? Die Situation, dass ein Verein wie die SG 20 Jugendteams bei insgesamt 26 Mannschaften hat, ist in Hessen und Süddeutschland nicht so unüblich, das alleine ist es noch nicht. Aber was ich bisher so noch nicht erlebt hatte, war, dass mir gesagt wurde, ich solle mal ein Gesamtkonzept für die Erste und Zweite Mannschaft sowie die A-Jugend vorlegen. Bei den vier Frauenteams sowie bei der A- und B-Jugend gibt es in Bretzenheim inzwischen dasselbe Grundkonzept, aber jede Mannschaft soll daneben auch ihr eigenes Ding machen. So können etwa Spielerinnen aus der Zweiten recht problemlos im Drittligateam die Spielzüge mitlaufen, in den Mannschaften bleibt aber trotz des roten Fadens die Individualität erhalten. Es entwickelt sich allerdings eine gewisse Struktur, die unbedingt nötig ist, um nachhaltig erfolgreich zu sein. Eine Realität zumindest im jüngeren Jugendbereich der Vereine ist doch aber die fehlende fachliche Qualifikation der Trainer. Oft engagieren sich Eltern von Spielern für die Aufgabe, weil es sonst niemand machen würde. Diese fehlende Qualifikation ist kein Vorwurf, aber eine Tatsache. In Bretzenheim wird aber immerhin alle paar Wochen eine Schulung für die Jugendtrainer angeboten, auch Dago Leukefeld war dafür schon mehrmals hier. So nutzt man die Ressourcen, die man eben hat. Auch hier sollten die Vereine bei der Verpflichtung von Trainern der aktiven Mannschaften mal darüber nachdenken, sie als Medium zu nutzen und regelmäßig stattfindende Treffen einzurichten, um den engagierten, aber vielleicht noch nicht so erfahrenen Jugendtrainerinnen und -trainern eine Möglichkeit zu bieten, Erfahrungen zu machen und auszutauschen. Dies ist generell für alle Trainerinnen und Trainer ein absolutes Muss, um sich stetig weiterzuentwickeln. Hier werden meiner Meinung nach die vorhandenen Möglichkeiten viel zu wenig genutzt. Gibt es den einstigen Vorsprung der hessischen Vereine gegenüber Rheinhessen also gar nicht mehr? Es gibt in Hessen einige Vereine mehr mit Erfahrungen in höheren Ligen, aber keine bessere Vereinsarbeit. Vor allem im Jugendbereich fehlt es genauso an professionelleren Strukturen. Selbst bei den beiden sportlich erfolgreichsten Vereinen im Frauenbereich, der HSG Bad Wildungen und der HSG Bensheim/Auerbach, ist nicht viel zu entdecken, wenn man mal hinter die Kulissen schaut. Wie soll sich die Struktur in Bretzenheim weiterentwickeln? Wir sollten mehr Augenmerk auf die Ausbildung der Spieler im jüngeren Jugendbereich legen, um mit ihnen dann später, wenn sie in die älteren Jahrgänge kommen, gut arbeiten zu können. Für Vereine wie die SG Bretzenheim kann es zumindest, wenn nachhaltig gearbeitet werden soll, nicht anders funktionieren. Auf die Region bezogen, sollten die Vereine damit aufhören beleidigt zu sein, wenn ihre Spieler zu einem anderen Verein wechseln, bei dem sie bessere Entwicklungschancen sehen. Über Kooperationen könnte man sicherstellen, dass die abgebenden Klubs für jeden starken Spieler, den sie an einen anderen Verein abgeben, als Ausgleich mehrere andere Spieler erhalten. Jeder Verein hat in diesem System seine Rolle, und die sollte er annehmen. Aber davon scheinen die Vereine im Frauen- wie Männerbereich doch ziemlich weit entfernt. Es gelingt in unserer Region derzeit ja nicht einmal, den großen Talenten attraktive Vereine zu bieten. In Hessen verlieren wir die besten Jungen stets ans Internat nach Bayern, sprich zum TV Großwallstadt, bei den Mädchen sind es vornehmlich die HSG Blomberg-Lippe, der Thüringer HC oder der Buxtehuder SV. Mit 15, 16 Jahren verschwinden die richtig guten Nachwuchsspieler daher aus Hessen. Wie kam es eigentlich am Jahreswechsel 2012/13 zum unvermittelten Wechsel nach vier Jahren bei der HSG Mörfelden/Walldorf nach Bretzenheim? Ich habe 2009 bei der HSG das Regionalligateam übernommen, wir sind leider mit einem Punkt gescheitert und konnten uns nicht für die Dritte Liga qualifizieren, als diese eingeführt wurde. Aus der Oberliga sind wir dann mit nur vier Verlustpunkten gleich wieder aufgestiegen und haben in der Saison 2011/12, meinem dritten Jahr dort, Platz sechs in der Dritten Liga erreicht. Dann gingen einige Leistungsträgerinnen weg, junge Spielerinnen wurden abgeworben, ältere Spielerinnen haben aufgehört – der ganz normale Lauf der Dinge halt. Und da in Walldorf der Unterbau fehlte, haben wir dann einige junge Spielerinnen aus der Umgebung geholt, und ich wollte, auch unter Einbeziehung des fast folgerichtigen Abstieges aus der Dritten Liga, ein neues Team aufbauen. Dies ist mir nicht gelungen, die alteingesessenen Spielerinnen haben das irgendwann nicht mehr mitgetragen. So trennten wir uns in beiderseitigem Einvernehmen Ende des Jahres 2012 folgerichtig. Das muss man als Trainer dann auch erkennen und akzeptieren, denn das gehört unweigerlich zum Trainersein dazu. Parallel dazu hatte mich Ibo Ücel schon Ende November angerufen und nachgefragt, ob ich mir ein Engagement bei der SG Bretzenheim zur neuen Saison vorstellen kann. Ibo Ücel kannten Sie schon länger? Ibo und ich haben einige Male gegeneinander gespielt, er damals in Dotzheim, übrigens unter Jürgen Kleinjung, und ich in Oberursel. Ich hatte bei der Anfrage noch kein Bild vom Verein SG Bretzenheim, wohl aber von der Mannschaft, gegen die wir in der Runde ja gespielt haben. Und ich fand die Bretzenheimer Mannschaft sehr gut, mit einigem Potenzial. Also dachte ich mir, ich höre mir das mal an. Das war im Dezember 2012, und ein zweites Gespräch folgte am Jahresende unter veränderter Bedingung, nachdem klar war, dass André Sikora-Schermuly nicht mehr Trainer der SG war und ich ja auch quasi zur gleichen Zeit nicht mehr in Walldorf. Trotzdem habe ich mit mir gekämpft, ob ich wirklich mitten in einer Saison die Bänke wechseln soll. Was hat Sie dann doch überzeugt? Ich hatte von Anfang ein gutes Gefühl bei den Gesprächen mit den Verantwortlichen, auch wenn es sicherlich spezielle Gespräche waren, da mein jetziger Chef, Rainer Besch, ein sehr eigenwilliger, aber absolut ehrlicher und direkter Mensch ist. Außerdem habe ich ja schon erwähnt, dass die Mannschaft sportlich sehr interessant war und ich mir durchaus zum damaligen Zeitpunkt schon vorstellen konnte, mit dem Team und den Verantwortlichen einiges zu bewegen. Es ist eher selten, dass man in den ersten Gesprächen schon das ehrliche Gefühl vermittelt bekommt, die sportliche Verantwortung alleine zu tragen – ja, dass es in diesem Verein nicht nur ein Spruch ist, dass der Trainer die sportliche Verantwortung hat. Außerdem war das der erste Verein, der mich gefragt hat, was ich benötige, um sportlich erfolgreich zu sein, und der auch gleich dazu gesagt hat, das alles dafür getan wird, natürlich im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten. Diese offene Art der Kommunikation und die Ehrlichkeit sowie die Einhaltung der gemachten Zusagen, das schätze ich heute genau wie damals sehr! Wo soll es hingehen mit dem Frauenteam in den kommenden Jahren? Primär wollen wir uns als Verein mit einer guten Drittliga- und Oberligamannschaft etablieren und einen nachhaltigen Unterbau für diese Teams aufbauen. Alles andere ist mit Glück verbunden. Natürlich wäre dann der nächste Schritt, uns in der Zweiten Liga zu etablieren. Aber dafür wäre es jetzt eigentlich noch zwei, drei Jahre zu früh. Welches Saisonziel werden Sie nach dem dritten Platz in diesem Jahr offiziell ausgeben? Das ist ein schwieriger Spagat, denn ich kann ja wohl kaum wieder sagen, wir wollen unter die ersten Fünf. Einen Platz besser als vorige Runde ist ein gutes Ziel, das wäre dann aber schon Platz zwei. Geht die Entwicklung so weiter, wie ich es mir vorstelle, wird der Aufstieg in die Zweite Liga natürlich bald kommen, dazu muss aber erst einmal eine Sponsorenstruktur aufgebaut werden. Gelingt die Entwicklung nicht, kann es auch gut sein, dass einige Spielerinnen weggehen, weil sie höher spielen wollen. Jedenfalls muss die Entwicklung aus dem Verein kommen, denn ich glaube kaum, dass die SG ein Verein ist, der sich sechs, sieben zweitligareife Spielerinnen von außen holen würde – das muss aber auch gar nicht sein und ist auch nicht unser Ziel. Noch ein Ausblick auf die kommende Runde: Sie haben mit einem Kader von nur 14 Spielerinnen geplant, zwar so, dass alle Positionen doppelt besetzt sind, aber dennoch droht so doch schon bei wenigen Verletzten schnell ein Problem. Mit 14 Spielerinnen zu planen, birgt zweifellos ein Risiko, aber ich will nicht in eine Saison gehen mit Spielerinnen, denen ich dann sagen muss, du kannst jetzt nicht spielen. Gerade bei Frauenmannschaften ist so etwas einfach schwierig. Außerdem gibt es mit der Zweiten Mannschaft und Jürgen Kleinjung eine Absprache, dass Spielerinnen aus der Ersten natürlich, wenn möglich und wenn nötig, immer aushelfen werden, und umgekehrt soll das auch so sein, wie in der letzten Saison bei Lisa Hahn. Genau hier soll in den nächsten Jahren noch mehr Potenzial entstehen, genau das ist auch eine der Aufgaben. Und ich glaube, wir sind auf einem guten Weg. Und dann wurden es durch die nachträgliche Verpflichtung von Xenia Klug ja doch noch 15 Spielerinnen... Xenia wollte ich ja schon Anfang Januar zu uns holen, da ergab sich die Möglichkeit allerdings noch nicht. Jetzt zum Ende der letzten Saison war es auf einmal wieder ein Thema, Xenia hat um ein Gespräch gebeten, und ich habe Ihr die Situation erklärt. Wir hatten zu dieser Zeit schon 14 Spielerinnen unter Vertrag. Wir haben das im Gespräch geklärt, und sie kennt die Gegebenheiten und ist damit einverstanden. Sie ist eine absolut talentierte Spielerin mit vielen Fähigkeiten und wird sicherlich durch das regelmäßige Training mit Spielerinnen wie Anni Hermenau eine gute Entwicklung nehmen. Wie es dann zu Saisonbeginn aussieht, werden wir sehen. Aber die letzte Saison hat uns gezeigt, dass es manchmal sehr schnell gehen kann, und aus diesem Grund sind wir sehr froh, dass Xenia bei uns ist. Da sie weitgehend mit der bisherigen Mannschaft weiterarbeiten können, dürfen Sie auf ein funktionierendes Gefüge vertrauen. Im ersten halben Jahr der vergangenen Saison gab es Probleme mit der Entwicklung und der Hierarchie in der Mannschaft, was angesichts der Tatsache, dass wir sieben neue Spielerinnen integrieren mussten, nicht verwunderlich ist. Aber dann muss man sich eben zusammensetzen, und das haben wir getan. Es waren nicht immer einfache Gespräche, aber sie haben gefruchtet. Wir haben das gut herausgearbeitet, und die Mannschaft hat da eine tolle Entwicklung gemacht, was die Ergebnisse der Rückrunde auch eindrucksvoll belegen. Darauf können wir jetzt aufbauen und den nächsten Schritt in der Entwicklung machen, wobei auch hier wieder viel Kommunikation nötig ist, denn: Egal wie gut etwas funktioniert, man muss immer wieder schauen, dass es auch so bleibt. Womit wir wieder bei der interessanten Aufgabe eines Trainers wären! Das Gespräch führte Guido Steinacker. Mehr aktuellen Sport aus Mainz lesen Sie hier. Alle Artikel von Handball