Oberliga | Guido Steinacker | 14.03.14 Vierfacher Triumph ist greifbar nahe Letztes Derby in der Handball-Oberliga der Männer in dieser Saison: Der TV Nieder-Olm hat am Sonntag (11 Uhr) mit dem Heimspiel gegen die Sportfreunde Budenheim die Chance, alle vier Partien gegen die Nachbarklubs für sich zu entscheiden. Die Budenheimer weisen ihren Gastgebern nach den Nieder-Olmer Erfolgen der jüngsten Wochen die Favoritenrolle zu. Etwas entschlossener als hier Manuel Frommann (l.) und Joachim Doderer gegen Saulheims Leo Vuletic wollen die Nieder-Olmer Oberligahandballer gegen die Sportfreunde Budenheim verteidigen. Es lockt der vierte Sieg im vierten Spiel gegen die Nachbarklubs. | Foto: Bernd Eßling Im Hinspiel gaben die Budenheimer um Mittespieler Chris Roll die Führung gegen den TVNO in der Schlussphase aus der Hand. Das soll diesmal anders laufen. | Foto: Bernd Eßling Nieder-Olm/Budenheim. Eigentlich ist der TV Nieder-Olm auf der Zielgeraden der Saison nicht auf die großen Ausreißer nach oben aus, sondern auf der Suche nach etwas mehr Konstanz. „Wir sollten unsere Berg- und Talfahrt allmählich abstellen und uns auf einem Level einpendeln“, sagt Udo Henß, der Trainer des Tabellenzehnten der Handball-Oberliga der Männer, bei einer Gesamtschau auf die Leistungen seines Teams in den vergangenen Wochen. So rechnet er sich mehr Chancen aus, die nötigen Punkte im Abstiegskampf zu sammeln, als mit unberechenbaren Aufs und Abs. Mit der Aussage reagiert Henß auf die Favoritenrolle, die der Trainerkollege von den Sportfreunden Budenheim den Nieder-Olmern für das Derby am Sonntagvormittag (11 Uhr) locker zuschiebt. Nach dem famosen Auftritt der Nieder-Olmer bei der SG Saulheim am vorigen Wochenende, zweifellos ein Ausreißer nach oben, allzu verständlich. „Die Nieder-Olmer hatten zuletzt einen Lauf“, sagt Axel Schneider. Und das meint er nicht etwa anhand der Ergebnisse des Gegners, sondern nach Durchsicht der Videoaufzeichnungen der jüngsten Nieder-Olmer Partien. Henß: Demut tut gut Für Henß gereicht der starke Auftritt in Saulheim vor allem zur Demut, „die gehört nach so einem Erfolg dazu, und die tut uns gut“. So will er die nüchterne Betrachtung dessen ermöglichen, was zu diesem Sieg führte. „Das Emotionale und der Willen müssen Bestandteil unseres Spiels ein, weil wir auf der einen oder andern Position vielleicht schwächer besetzt sind als andere Mannschaften“, betont er. Ohne diese Elemente werde es auch gegen die Sportfreunde nicht reichen. Reicht es higegen, würden die Nieder-Olmer den sonntäglichen Gegner bei Punktegleichstand wegen des gewonnenen direkten Vergleichs überholen. Angesichts des Budenheimer Restprogramms könnte der TVN dann sogar davon ausgehen, sich in der Tabelle dauerhaft vor den Sportfreunden einzuordnen. Am besten natürlich so, dass am Ende beide Vereine die Spielklasse halten. Im Hinspiel waren die Nieder-Olm den Budenheimern in der Schlussphase im Punkt Wille überlegen und drehten die Partie nach langen Phasen des Rückstands zum 36:34 (17:18)-Auswärtscoup in der Waldsporthalle. „Das ist lange her“, will Axel Schneider dies nicht zum Maßstab nehmen. Die Nieder-Olmer haben für ihn in der Partie schlicht die sinkende Wurfleistung seines Teams ausgenutzt. Frühe Anwurfzeit und Harzverbot Jetzt, da die Nieder-Olmer für ihn offensiv eher mehr zu bieten haben als damals, wird es für die Sportfreunde am Sonntagmorgen vor allem darauf ankommen, in einer stabilen 6-0-Deckung die TVN-Rückraumkräfte Tino Stumps, Michael Kundel oder Timo Borsch „in den Griff zu bekommen“. Die üblichen Klagen wegen der Anwurfzeit in Nieder-Olm und wegen des Harzverbotes beim Gegner reicht Schneider im Nebensatz schnell auch noch ein, ohne dass er sich darauf berufen wird, wenn es schiefgehen sollte am Sonntag. Verzichten muss Schneider weiter aus Marcus Qulitzsch, der sich derzeit von einer Erkrankung zur anderen schleppt. Ansonsten meldet er volle Auswahl, Andreas von Römers Auftritt im Heimspiel gegen HV Vallendar wird sich nicht zum Dauereinsatz im Oberligateam auswachsen. Bei den Nieder-Olmern sieht es personell ebenfalls recht gut aus, auch wenn in der Trainingswoche nicht alle Spieler anwesend waren. Bei Patrick Ranzenberger geht Henß am ehesten davon aus, dass er nicht mitspielen kann. Michael Kundels Blessur dagegen sei „auf dem Weg der Besserung“, ein Einsatz im Derby ist nicht ausgeschlossen. Alle Artikel von Handball