Verbandsliga Damen | Peter H. Eisenhuth | 09.05.26

Verschobene Gewichte

In der Tennis-Verbandsliga der Damen müssen der TSC Mainz 2 und die DJK TV Mainzer Sand sich zum Auftakt den übermächtigen Teams des HTC Bad Neuenahr geschlagen geben. Lediglich der MTV 1817 Mainz schrammt in Andernach nur knapp an einem Erfolg vorbei.
Salima Dababi holte den einzigen Punkt der DJK-Frauen gegen den HTC Bad Neuenahr 2.
Salima Dababi holte den einzigen Punkt der DJK-Frauen gegen den HTC Bad Neuenahr 2. | Bernd Eßling

Mainz. Nicht, dass sie vor dem zweiten Spieltag schon mit dem Rücken an der Wand stünden. Ein wenig unter Zugzwang geraten aber sind die drei Mainzer Mannschaften in der Tennis-Verbandsliga der Frauen schon, auch wenn mindestens zwei der Auftaktniederlagen vorhersehbar waren. Sowohl der DJK TV Mainzer Sand als auch dem TSC Mainz 2 blieben gegen die Zweite und Dritte Mannschaft des HTC Bad Neuenahr nur Statistenrollen.

Die Einschätzungen gingen allerdings ein wenig auseinander. „An den ersten vier Positionen standen Spielerinnen mit Oberliganiveau“, sagte TSC-Kapitänin Magdalena Böhmer. In Anbetracht der Namen Mia Keuler, Fabienne Schmidt, Jil Hassinger und Allegra Junge, mit Leistungsklassenwerten von 1,5 bis 2,9 ausgestattet, sei das Resultat vorhersehbar gewesen.

Zwar dürfen in der Verbandsliga nur jene auch für die Oberliga vorgesehenen Spielerinnen eingesetzt werden, die in der Gesamtmeldeliste vom achten Platz an abwärts auftauchen. „Aber Bad Neuenahr hat vorne so viele Ausländerinnen stehen, dass sie hier mit lauter Topleuten kommen können. Damit verschieben sich natürlich die Gewichte.“

Noch Schlimmeres befürchtet

Böhmers Hoffnung, die eine oder andere der starken jungen HTC-Spielerinnen laufe mit der Zweiten Mannschaft am Großen Sand auf, erfüllte sich nicht – zur Freude von Julia Harth, wenngleich sie und ihre Mitstreiterinnen davon nur bedingt profitierten. „Wir hatten befürchtet, dass der Gegner noch stärker aufstellt“, sagte die DJK-Kapitänin. „Aber es war auch so schon schlimm genug.“

Sie selbst fand gegen Paula Mina Sand gut ins Spiel, führte mit 3:2, „und von dem Moment an, in dem ich dachte, ich könnte vielleicht gewinnen, hat sich der Kopf eingeschaltet“. Danach war Harth nicht mehr in der Lage, Druck zu machen, ihrer Kontrahentin unterliefen kaum noch Fehler, und die Mainzerin entschied kein einziges Spiel mehr für sich. „Schade“, sagte sie, „voriges Jahr war es gegen sie ein engeres Match.“

Dababi sorgt für den Ehrenpunkt

Salima Dababi blieb es vorbehalten, eine Zu-null-Pleite abzuwenden. Den noch zu fehlerbehafteten ersten Satz gegen Anna-Sophie Fiederlein gab sie noch mit 3:6 ab, danach änderte sie ihre Taktik und streute immer wieder Stopps ein, die ihre Gegnerin zu erlaufen nicht in der Lage war. „Dieses Mittel hat Salima vom zweiten Satz an gut eingesetzt und außerdem besser aufgeschlagen als vorher“, berichtete die Mannschaftsführerin.

Mit einem besseren Service wäre vermutlich schon im ersten Durchgang mehr dringewesen – aber nach 3:5 und 40:15 unterliefen Dababi insgesamt sechs Doppelfehler. „Im Winter hatte Salima nicht viel gespielt, sie musste erst mal in Match reinfinden. Aber zum Glück hat sie das Ganze noch gedreht und uns den Ehrenpunkt beschert.“ Im Matchtiebreak setzte sie sich mit 14:12 durch.

Dahlia Jurick debütiert gegen einen Brecher

Am Ebersheimer Weg fiel die Verhinderung des 0:9 in Alexandra Mihais Zuständigkeitsbereich. „Sie hat super gespielt“, kommentierte Magdalena Böhmer das 6:1, 6:3 ihrer Nummer sechs gegen Theresa Echinger. Sie selbst verpasste einen möglichen Sieg gegen Julie Groos „in einem typischen ersten Saisonspiel, in dem es noch ein bisschen unrund lief“, mit 4:10 im dritten Durchgang.

Ihr Verbandsligadebüt gab die 13-jährige Dahlia Jurick, die sich gegen Allegra Junge tapfer wehrte, aber nur ein Spiel gewinnen konnte. „Junge ist allerdings auch ein Brecher“, sagte Böhmer, „auf solche Kaliber wird Dahlia nicht an jedem Wochenende treffen, zumal sie sicher nicht immer auf der Vier spielen muss.“

Klassenverbleib als Ziel

Am Saisonziel der TSC-Zweiten ändert die hohe Niederlage nichts. „Wir wollen die Klasse halten, und ich glaube nicht, dass es mit unserer Besetzung eng wird“, sagt die Kapitänin. „Dafür sollten wir allerdings mindestens eins, besser zwei Spiele gewinnen. Blau-Weiss Herxheim, am Sonntag der Gastgeber der Mainzerinnen, böte sich dafür schon mal an.

In der Parallelstaffel strebt die DJK TV Mainzer Sand ebenfalls nach dem Verbleib in der Liga. Keine ganz einfache Aufgabe, nachdem Christina Bednarczyk, die Spitzenspielerin der vorigen Saison, sich zum Bielefelder Tennis-Turnier-Club in die Zweite Bundesliga verabschiedet hat. Obendrein haben sich Mara Holzaht zu den Damen 30 und Cornelia Bracale nach Gau-Algesheim verabschiedet.

Dass die 15-jährige Luise Luczak am ersten Spieltag wegen der Teilnahme an einem ITF-Turnier in Costa Rica fehlte und am Sonntag (10 Uhr) gegen den TC Mutterstadt nicht zur Verfügung steht, verkompliziert das Vorhaben.

Matchtiebreak im Einser-Doppel

Denkbar unglücklich endete der Saisonauftakt für den MTV 1817 Mainz: Jil Becker und ihr Team unterlagen beim TC Andernach mit 4:5. In einer Begegnung, in der alle Einzel (mit Siegen von Janina Helmerich, Franziska Clement und Julia Gille) sowie zwei der drei Doppel in zwei Sätzen entschieden wurden, lieferten Helmerich und Saskia Albes im Einser-Doppel den höher eingeschätzten Lynn Philipps/Lara-Jolie Schnorrenberg einen harten Kampf – den sie mit 6:3, 6:7, 12:14 verloren.

Am Sonntagmorgen erwarten sie an der Schillstraße im TC RW Kaiserslautern einen Gegner, den sie im Bemühen, die Liga zu halten, schlagen sollten.

Dahlia Jurick debütierte für die TSC-Zweite in der Verbandsliga.
Dahlia Jurick debütierte für die TSC-Zweite in der Verbandsliga. | Bernd Eßling
Anzeige
Alle Artikel von Tennis