red | 08.05.26

Die Rekorde sollen fallen

Ingesamt 17.500 Menschen werden am Sonntag durch die Mainzer Straßen laufen. Von den Schnellsten erhoffen sich die Veranstalter des Gutenberg-Halbmarathons neue Bestzeiten.
Freuen sich auf Sonntag: (v.l.) Renndirektor Jo Schindler, Tom Thurley, Blanka Dörfel, Titelverteidiger James Kipkurui und Bürgermeister Daniel Köbler.
Freuen sich auf Sonntag: (v.l.) Renndirektor Jo Schindler, Tom Thurley, Blanka Dörfel, Titelverteidiger James Kipkurui und Bürgermeister Daniel Köbler. | motion events

Mainz. Ein neuer Teilnahmerekord steht schon fest, neue Streckenrekorde werden anvisiert, eine Weltklassezeit im Männerrennen erscheint möglich: Der Gutenberg-Halbmarathon Mainz steht vor einer Ausgabe der Bestmarken. 17.500 Läuferinnen und Läufer werden am Sonntag in allen Wettbewerben an den Start gehen – so viele wie noch nie. Die Elitefelder sind so stark besetzt wie nie zuvor, sodass spannende Rennen auf Topniveau zu erwarten sind.

Seit der Neuausrichtung der Großveranstaltung vor zwei Jahren steht das Halbmarathonrennen im Mittelpunkt. 2024 und 2025 fielen jeweils beide Streckenrekorde, und auch diesmal scheinen bei den erwartet guten Laufbedingungen neue Bestleistungen möglich.

„Es ist alles angerichtet für tolle und inspirierende Rennen und Ergebnisse“, sagt Renndirektor Jo Schindler. „Wir hoffen, dass wir den zweiten Rang unter den Halbmarathons in Deutschland festigen werden. Sehr gespannt bin ich darauf, wie unsere deutsche Topathleten auf der schnellen Strecke abschneiden werden.“ Auch für die Breitensportler und Zuschauer sei viel geboten. „Mit 40 Musikpunkten entlang der Strecke sind die Läufer quasi auf einem einzigen Klangteppich unterwegs.“

Rekordhalter ist am Start

„Der Gutenberg-Halbmarathon hat eine enorme Bedeutung für die Stadt“, sagt Bürgermeister und Sportdezernent Daniel Köbler. „Das Rennen gehört zu Mainz wie der Weinmarkt und die Johannisnacht.“

Im Männerrennen sind mit den Kenianern Jamal Kiprono (59:55 Minuten), Sieger des Venlo-Halbmarathons in diesem Jahr, und Dennis Kipkogei (59:11) zwei Athleten mit Bestzeiten unter der 60-Minuten-Schallmauer am Start. Zudem kehrt Titelverteidiger James Kipkurui, der den Streckenrekord auf 60:50 Minuten verbessert hatte, nach Rheinhessen zurück. Insgesamt sieben Topathleten mit persönlichen Bestzeiten unter dem Mainzer Kursrekord werden ins Rennen gehen.

Besonders im Blickpunkt steht Dennis Kiptokei, der als spannender Newcomer in der Szene gilt. Der 24-Jährige lief beim Berliner Halbmarathon Ende März als Tempomacher des deutschen Rekordhalters Amanal Petros erstmals außerhalb Kenias – und hätte das hochklassig besetzte Rennen sogar beinahe gewonnen.

Form und Leistungen stimmen

Bei den Frauen kommen die Favoritinnen ebenfalls aus Kenia: Beatrice Cheserek und Orba Chemurgor haben bereits Zeiten von 66:48 beziehungsweise 67:56 Minuten erreicht und sind damit deutlich schneller als der Streckenrekord (68:52).

„Die Chancen, bei den Männern eine Siegerzeit unter einer Stunde zu erleben, stehen sehr gut“, sagt Philipp Kopp, der Sportliche Leiter. „Die Form und die jüngsten Leistungen der Athleten stimmen. Im Frauenrennen ist ein neuer Streckenrekord unser Minimalziel.“

Eine sehr interessante Athletin ist die Berlinerin Blanka Dörfel. Die 24-Jährige wurde am vorigen Wochenende mit einer Steigerung auf 31:53,60 Minuten überlegen Deutsche Meisterin über 10.000 Meter. Im Halbmarathon steht ihr persönlicher Rekord bei 69:46.

Thurley zum dritten Mal dabei

„Ich weiß nicht genau, was ich laufen kann, aber meine Uhr sagt mir, dass ich eine Zeit von unter 68:30 erreichen kann“, sagt Dörfel, die es „liebt, lange Strecken zu rennen“. Für den Herbst plant sie ihr Debüt über die Marathondistanz. Laura Hottenrott, Olympiateilnehmerin von Paris 2024, die eine Bestzeit von 70:49 Minuten aufweist, ist als zweite deutsche Topathletin am Start.

Wie Blanka Dörfel reist auch Tom Thurley als frischgebackener Deutscher Meister an den Rhein. Vor vier Wochen holte sich der 32-Jährige in persönlicher Bestzeit von 2:11:02 Stunden beim Hannover-Marathon den Titel.

„Ich möchte die Form aus Hannover mitnehmen und weiß aus Erfahrung, dass man in Mainz schnell laufen kann“, sagt Thurley, der zum dritten Mal beim Gutenberg- Halbmarathon antritt. Er strebt eine Verbesserung seiner persönlichen Bestleistung von 63:56 Minuten an.

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