Rheinhessenliga | Peter H. Eisenhuth | 13.05.26

„Zwei richtig dicke Bretter“

In der Tennis-Rheinhessenliga quittiert die DJK TV Mainzer Sand beim jung besetzten TC Klein-Winternheim eine 3:6-Niederlage. Aufsteiger TSG Bretzenheim ist gegen den MTV 1817 Mainz chancenlos, knöpft dem Meisterschaftskandidaten aber ein Einzel und ein Doppel ab.
Hendrik Petzler trug dazu bei, ein Doppel für die TSG Bretzenheim zu gewinnen. Auf der anderen Seite des Netzes stand unter anderem...
Hendrik Petzler trug dazu bei, ein Doppel für die TSG Bretzenheim zu gewinnen. Auf der anderen Seite des Netzes stand unter anderem... | Bernd Eßling

„Keine Atempause,

Geschichte wird gemacht,

es geht voran.“

 

Mainz. Der Refrain der Neuen-Deutschen-Welle-Band „Fehlfarben“ lässt sich auf die Tennis-Rheinhessenliga übertragen. Am 1. Mai ging’s los, zwei Tage später weiter, und dank des nächsten Feiertags stehen am Donnerstag und Sonntag bereits der dritte und vierte Spieltag der aus sieben Mannschaften bestehenden Klasse an. „Danach ist die Saison schon fast wieder vorbei“, bedauert Mats Hippchen.

Umso wichtiger sei es für seine DJK TV Mainzer Sand, zumindest an Christi Himmelfahrt (9.30 Uhr) gegen Bürgerweide Worms als Sieger vom Platz zu gehen. „Es muss zwar alles erst gespielt werden, aber sonntags gegen 1817 sehe ich uns in der klaren Außenseiterrolle“, sagt der Kapitän. „Gegen die Wormser rechne ich mit einem engen, umkämpften Spiel, das wir hoffentlich auf unsere Seite ziehen.“

 

                                 „Mir fehlen die Prozente,

                          um die Jugendlichen wenigstens

                            zum Nachdenken zu bringen“

 

Daran war in der Begegnung beim TC BW Klein-Winternheim nicht zu denken. „Voriges Jahr hatten wir sie mit 7:2 geschlagen, aber jetzt ist das eine viel rundere Truppe“, erkannte Hippchen an. „Das ist zwar eine sehr junge Mannschaft, aber gerade an den ersten beiden Positionen haben die zwei richtig dicke Bretter.“

Derweil sein Bruder Tim, eine Woche zuvor wegen eines heftigen Infekts ausgefallen, gegen Yan Haid schon wegen seiner noch nicht wiederhergestellten Fitness chancenlos war, erging es Mats Hippchen im Spitzenspiel gegen Jonas Lenhard nur unwesentlich besser. „Ich hatte es schon gegen Jugenheim mit einem 16-Jährigen zu tun, und mir fehlen einfach die Prozente, um die Jugendlichen, die viermal die Woche trainieren können, wenigstens zum Nachdenken zu bringen“, konstatierte er.

An allen Positionen verfügten die Gastgeber über besseren LK-Werte, zudem konnten sie den 14 Jahre alten Luis Weißfuß (LK 11,6) als Nummer sechs aufbieten, hinter den schwächer eingestuften Noah Haid und Lukas Kirch – was gegen Yannick Döring (22,8) einen sicheren dritten Punkt bedeutete. „Ich hätte es genauso gemacht“, sagte Hippchen.

Das Maximum herausgeholt

Ein drittes gewonnenes Einzel, das für die Doppelaufstellung andere Variationen zugelassen hätte, war in weiter Ferne, lediglich Maximilian Rohde gegen Hady Robubi und Robert Jung gegen Noah Haid punkteten für die Gäste. Der 2:4-Rückstand bedeutete bereits die Vorentscheidung.

Mats Hippchen/Jung setzten sich im Doppel gegen Robubi/Noah Haid durch, Tim Hippchen und Döring zwangen Yan Haid/Luis Weißfuß in den Matchtiebreak, den sie allerdings mit 5:10 abgaben. „Trotzdem waren wir in Doppeln erneut besser als in der vorigen Saison. Wir haben das Maximum herausgeholt. Jetzt wäre es schön, wenn wir mal komplett antreten könnten, aber wir sind auch in dieser Saison wieder ein bisschen von Ausfällen gebeutelt.“

 

 

1817 im Derby überlegen

Noch eindeutiger verlief das erste Stadtderby in dieser Runde: Beim 2:7 zwischen der TSG Bretzenheim und dem MTV 1817 Mainz endeten alle Matches in zwei, meist klaren, Sätzen. Eine Ausnahme bildete der erste Durchgang zwischen Anton Domaschenko und Álvaro Munoz. „Der Bretzenheimer Einser war sehr stark“, sagt MTV-Kapitän Darius Gutte, „Alvaro hatte zu kämpfen, um den Satz mit 6:4 zu gewinnen.“ Danach knickte der TSG-Akteur um, konnte nicht mehr ernsthaft dagegenhalten.

Der 34-jährige Domaschenko ist einer neben Hendrik Petzler einer von zwei Neuzugängen des Aufsteigers. „In jungen Jahren hat Toni versucht, im Profitennis Fuß zu fassen und in der Regionalliga gespielt“, berichtet TSG-Kapitän Johannes Schaeffer. „Aber seit zehn Jahren hatte er keinen Schläger mehr in der Hand.“

Die übrigen Mitstreiter spielten schon länger zusammen, seien größtenteils Ur-Bretzenheimer – „und keiner von uns war je in der Rheinhessenliga aktiv“. Tabellarisch stecken sie sich keine Ziele. „Wir kommen aus der schwächeren der beiden A-Klassen, und es war bis zum letzten Spieltag knapp“, sagt Schaeffer. „Deshalb rechnen wir uns keine großen Chancen aus, sondern wollen Spaß haben und mitnehmen, was geht.“

Brutal verbesserter Gegenspieler

Dass weder zum Auftakt bei Rot-Weiß Worms (1:8) noch jetzt gegen die 1817er viel ging, hatten sie auf der Rechnung. Daniel Burkhart sorgte für die Ausnahme: Er zwang Darius Gutte mit 6:1, 6:2 in die Knie. „Vor zwei Jahren hatte ich ihn 6:3, 6:2 geschlagen“, erzählt der MTV-Spielführer, dem allerdings zu Ohren gekommen war, Burkhart habe sich seither gesteigert und freue sich auf die Revanche.

In der Tat: „Er hat sich brutal verbessert, so stark gespielt und keine Fehler gemacht“, sagt Gutte. Obendrein habe Burkhart sich zwischen den Ballwechseln immer wieder selbst gepuscht. „Das war alles nicht unfair, aber es hat mich niedergemacht, ich habe nach kurzer Zeit schon deutlich zurückgelegen.“ Selbst von den drei Spielen, in denen er mit 40:0 oder 40:15 führte, habe er keines nach Hause gebracht.

Im Doppel mit Kilian Schmidbauer gegen Burkhart und Petzler setzte sich Guttes Misere fort. „Dass jetzt auch sein Gegner aus dem Einzel alle Bälle getroffen hat, hat Kilian genauso fertiggemacht.“ Sang- und klanglos ging das favorisierte Duo der Gäste mit 0:6 und 2:6 unter. „Damit war mein Tag komplett gelaufen.“

Der Tabellenführer empfängt am Donnerstag den TC Rot-Weiß Worms und tritt am Sonntag am Mainzer Sand an. Die TSG hat am Feiertag frei, drei Tage später geht es nach Klein-Winternheim.

...Kilian Schmidbauer, dem er im Einzel unterlegen war.
...Kilian Schmidbauer, dem er im Einzel unterlegen war. | Bernd Eßling
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