Oberliga Damen | Peter H. Eisenhuth | 02.06.2019

Qualität eindrucksvoll bewiesen

Die Tennisspielerinnen des TSC Mainz gewinnen beim TC Boehringer Ingelheim mit 16:5 und sind nur noch einen Schritt vom Gewinn der Oberligameisterschaft entfernt.
Stand am Ende ihrer Achterbahnfahrt diesmal oben: Charlotte Jacob.
Stand am Ende ihrer Achterbahnfahrt diesmal oben: Charlotte Jacob. | Archiv/Eisenhuth

Ingelheim. Was das schon die Meisterschaftsentscheidung in der Tennis-Oberliga der Damen? Theoretisch noch nicht, mit einer Niederlage beim HTC Bad Neuenahr am 16. Juni könnte der TSC Mainz seine Spitzenposition an die Rheinländer abgeben. „Man kann da jetzt viel herumrechnen“, sagt Babak Momeni, „ich weiß allerdings nicht, wie der Gegner uns an einem normalen Tag schlagen will.“

Momenis eigenes Team stellte seine Qualität am vorletzten Spieltag beim TC Boehringer Ingelheim eindrucksvoll unter Beweis. Zwei umkämpfte Einzel gewannen die Mainzerinnen im Matchtiebreak, je ein Einzel und ein Doppel gaben sie ab – alle anderen Matches waren beim 16:5 eindeutige Angelegenheiten zugunsten des früheren Zweitligisten. Dabei dürfte Livia Kraus ihrer Kontrahentin ein geradezu dramatisches Erlebnis beschert haben: Sie fertigte die im bisherigen Saisonverlauf noch ungeschlagene Martina Markov mit 6:0, 6:0 ab.

„Das war ein unglaublich professioneller Auftritt von Livia“, sagte ihr Trainer. „Erst beim Stand von 3:0 und 15:0 hatte sie ihren ersten Fehler gemacht, und am Ende waren es nicht mehr als zwei oder drei unerzwungene Fehler.“

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Jacob berappelt sich

Sinja Kraus beherrschte im Spitzenspiel die Bulgarin Rozalina Yousefa einen Satz lang ebenfalls nach Belieben, Momeni bescheinigte ihr bis zum 6:2 eine überragende Leistung. Danach habe sie ein wenig nachgelassen, aber wenn es darauf ankam, das Tempo wieder angezogen. Das war bei 3:5-Rückstand im zweiten Durchgang der Fall – in den folgenden vier Spielen gab Kraus insgesamt nur drei Punkte ab.

Auf ihrer Achterbahnfahrt durch die Saison wieder oben angekommen war Charlotte Jacob. Wobei ihr Match gegen Alicia Taubert exemplarisch für den Verlauf ihrer Runde stand: Im ersten Satz deutete nichts darauf hin, dass die Nummer vier des TSC noch mal in die Bredouille geraten könnte, tatsächlich aber hatte sie anschließend mit 3:6 das Nachsehen. „Dieses Auf und Ab kennzeichnet momentan Charlottes Spiel“, sprach Momeni die fehlende Konstanz der Nachwuchsspielerin an.

Immerhin berappelte Jacob sich wieder und ließ sich im Matchtiebreak genauso wenig unterkriegen wie Paula Vradelis im Duell mit US-Collegespielerin Chalina Godbolt (früher Haag). Bei seiner Nummer fünf habe er im entscheidenden Durchgang nie das Gefühl gehabt, es könne gefährlich für sie werden, sagte Momeni.

Zwei Doppel im Gleichschritt

Gleiches galt für Ira Schmid, die sich an Sechs so glatt gegen Christina Manß durchsetzte, wie Hannah Müller an Drei gegen Franziska Ahrend scheiterte. Der Trainer räumte ein, nicht damit gerechnet zu haben, dass seine Kapitänin gegen die bis vor zwei Jahren für den TSC aufschlagende Ahrend den Kürzeren ziehen würde. „Aber Hannah hatte einen schlechten Tag, und dass Franzi Tennis spielen kann, wissen wir ja.“

Alle Beteiligten wussten nach den Einzeln aber auch, welcher Verein den Spieltag erfolgreich beenden würde. Um den nicht vergebenen Titel des Doppels, das die entscheidenden Punkte beisteuern würde, stritten sich Kraus/Kraus und Müller/Schmid – beide gingen mit 6:2, 6:0 vom Platz; dass Jacob/Vradelis es ihnen nicht gleichtaten, war ohne Belang. „Verlieren müssen hätten sie aber trotzdem nicht“, kommentierte Babak Momeni die 6:7, 6:7- Niederlage, „in beiden Sätzen haben sie geführt.“

 

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