Bundesliga | Peter H. Eisenhuth | 03.08.26

Von unerwartetem Besuch, einem Kuhfladen, einer Art John Lennon und einer Revanche

NEUES AUS DEM BRIXENTAL (16) | Splitter und Splatter.
Ja, gibt's denn so was? Urs Fischer und Michael Silberbauer frühstückten mit 05-Fans im Tirolerhof.
Ja, gibt's denn so was? Urs Fischer und Michael Silberbauer frühstückten mit 05-Fans im Tirolerhof. | Peter H. Eisenhuth
Unversehrt geblieben: Martin Quast vor...
Unversehrt geblieben: Martin Quast vor... | Peter H. Eisenhuth
...und nach dem Kopftreffer.
...und nach dem Kopftreffer. | Peter H. Eisenhuth

Aus dem Trainingslager des FSV Mainz 05 berichten

Peter H. Eisenhuth und Oliver Nieder.

 

VOLKSNAH | Urs Fischer ist im Umgang mit Journalisten weit entfernt von den misanthropischen Zügen, die einer seiner Mainzer Amtsvorgänger an den Tag legte, der heute die englische Nationalmannschaft trainiert. Und so bezog er seine Aussage am dritten Tag Stadion von Wörgl auch nicht nur auf die Medienvertreter: „Wenn es nach mir ginge, wärt ihr nicht hier.“

Weder kritisiere er seine Spieler bei den Einheiten hörbar, „damit ihr was zu schreiben habt“, noch sei ein Training dafür gedacht, es der ganzen Welt zu zeigen. Aber gut, sagte Fischer mit einer Mischung aus Kompromissbereitschaft und Resignation, in einem Trainingslager gehöre es nun mal dazu, die Arbeit öffentlich zu erledigen.

Umso mehr erstaunte es die SPORTAUSMAINZ.de-Reporter, wer eines schönen Morgens im Frühstücksraum des Tirolerhofs in Itter am Nachbartisch saß: Fischer und sein Kotrainer Michael Silberbauer hatten sich unter die Gruppe der 05-Fans gemischt. Ob zur gemeinsamen Taktikbesprechung oder nur aus Hunger, verrieten sie uns nicht. Für ein Foto aber standen sie bereitwillig zur Verfügung.

 

 

KUH WIE QUAST | Man kann ja sagen, was man will, aber wenn Martin Quast während eines 05-Trainingslagers in einem Stadion auftaucht, wird es unterhaltsam. So auch am Freitag in Kufstein, als der Mainzer Sportjournalist und Filmemacher zur Partie gegen Shabab al-Ahli vorbeischaute. Ausgestattet mit einer Kamera und einem riesigen Sonnenschirm.

„Da hat mir heute Morgen noch eine Kuh draufgeschissen“, erklärte er den großen dunklen Fleck auf dem weißen Stoff – was die Frage aufwarf, ob Quast mitsamt seiner Ausrüstung auf einer Viehweide genächtigt hatte oder den Schirm aus einem Stall gemopst hatte.

Letztlich erwies sich das verunreinigte Stück als doppelt unnütz: Erstens konnte er es nicht aufstellen, weil er keinen entsprechenden Fuß mit sich führte. Und zweitens zogen frühzeitig dunkle Wolken vor die zuvor heiß brennende Sonne – die sich mit Spielschluss auch öffneten. Ein Regenschirm wäre sinnvoller gewesen. Oder aber ein Helm. Der hätte den Aufprall des Querschlägers der Araber abgefedert, der Quast während seines Interviews mit 05-Sportvorstand im Gesicht traf – der Profi ließ sich allerdings nichts anmerken und blieb aufrecht wie einst Jessica Kastrop.

 

 

WALD STATT GEWALT | Der Gitarrenkoffer, den der Kollege Oliver Nieder unter seinen Gepäckstücken mit sich führte, störte den Autor dieser Zeilen nicht. Jedenfalls nicht, bis er sie im „Tirolerhof“ auspackte, darauf herumschrammelte und auch noch zu singen begann. „Happy Christmas“ von John Lennon. Nicht das aus der Jahreszeit gefallene Stück war es, das den unfreiwilligen Mithörer unwirsch werden ließ – sondern der Umstand, dass sich das Ganze im Nebenzimmer zutrug und die Wände offenbar nicht den aktuellen Schallschutzbestimmungen entsprechen.

Immerhin: Dreimal heftig auf die Tapete geklopft, und schon war Ruhe. Begeistert war der Musiker angesichts derart offenkundiger Banausenhaftigkeit nicht, gleichwohl zog er sich zur nächsten Session auf eine Bank am Waldesrand oberhalb des Örtchens Itter zurück. Danke für so viel Verständnis.

Tags darauf erkannte er, wie die Sache auch hätte enden können – ein Artikel in der Frankfurter Rundschau führte ihm vor Augen, wie gut er doch davongekommen war. „Schlaflos und krank durch Gitarrenlärm: Polizei nimmt 61-Jährigen wegen Körperverletzung fest“, lautete die Zeile. Selbst das Alter hätte auf die Szene in Tirol gepasst. Nieder, erleichtert: „Da habe ich ja noch Glück gehabt, dass du nur ein Loch in die Wand geschlagen hast.“

 

 

ROTE ERDE | Drei Jahre sind bereits vergangen, seit sich 05er-TV-Mann Tim Klotz und SPORTAUSMAINZ.de-Redakteur Peter H. Eisenhuth am Rande der 14. Schladming-Open erstmals auf einem Tennisplatz gegenüberstanden. In dem zweistündigen Match setzte sich Können gegen Kondition durch, Klotz gewann 6:2, 3:6, 6:3.

Seither sann der Unterlegene auf Revanche, die im Trainingslager vor zwei Jahren am vollen Terminkalender und voriges Jahr am Dauerregen scheiterte. Jetzt aber bekam er sie in Itter bei Hopfgarten – mit überraschendem Ausgang: Nach 85 Minuten und Schlägen, die er eigentlich nicht beherrscht, stand er als Sieger fest. 6:0, 6:4. Und diesmal lag es nicht an der Hitze, sondern am Ärger über eigene Fehler, dass Klotz‘ Gesicht zwischen unterschiedlichen Rottönen changierte und sein Racket schon mal im Zaun landete.

Spaß habe es trotzdem gemacht, versicherte er zwischen knirschenden Zähnen hindurch, bevor er sich auf den Weg zu einer Runde Golf mit 05-Fan Rainer Schrepfer machte. Die stand ebenfalls unter keinem guten Stern: Gewitterbedingt mussten die beiden das Duell am zwölften Loch abbrechen. Für die dritte Auflage auf Roter Erde aber ist der Platz fürs nächste Jahr schon gebucht.

 

 

DER WAHRHEIT DIE EHRE | Bevor uns jemand wegen Fake News verklagt: Bei den Herren auf dem ersten Foto handelt es sich nicht um Urs Fischer und Michael Silberbauer, sondern um die 05-Fans und potenziellen Gewinner eines Look-alike-Contests Michael Küsters und Thorsten Beck.

 

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So hätte es auch in Tirol enden können.
So hätte es auch in Tirol enden können.
Ein Männlein spielt im Walde...
Ein Männlein spielt im Walde... | Oliver Nieder
Falsch herum aufgestellt... Tim Klotz nahm die Niederlage gegen Peter H. Eisenhuth mit einem lachenden (links im Bild) und einem weinenden (noch weiter links) Auge hin.)
Falsch herum aufgestellt... Tim Klotz nahm die Niederlage gegen Peter H. Eisenhuth mit einem lachenden (links im Bild) und einem weinenden (noch weiter links) Auge hin.)
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