Oberliga | Peter H. Eisenhuth | 18.06.2019

Trotz Überraschungen unverlierbar

Dankbarer Gegner: Tennis-Oberligist TSV Schott setzt sich gegen den TC Rotenbühl mit 15:6 durch.
Klare Angelegenheit: Adrian Sikora schlug sich in der ersten Runde der Einzel sicher zum Sieg.
Klare Angelegenheit: Adrian Sikora schlug sich in der ersten Runde der Einzel sicher zum Sieg. | Bernd Eßling
Gregory Gruenig ging bei seinem Oberligadebüt im Einzel erwartungsgemäß leer aus, im Doppel aber gewann er unerwartet an der Seite von...
Gregory Gruenig ging bei seinem Oberligadebüt im Einzel erwartungsgemäß leer aus, im Doppel aber gewann er unerwartet an der Seite von... | Bernd Eßling
...Sven König, der sein Einzel an Position drei ebenso ohne Spielverlust gewann...
...Sven König, der sein Einzel an Position drei ebenso ohne Spielverlust gewann... | Peter H. Eisenhuth
...wie sein Kapitän Steffen Hillenmeier an Vier.
...wie sein Kapitän Steffen Hillenmeier an Vier. | Bernd Eßling
Mats Weber hatte einen Satz lang alles im Griff, dann riss der Faden.
Mats Weber hatte einen Satz lang alles im Griff, dann riss der Faden. | Peter H. Eisenhuth

Gonsenheim. Am Ende bestätigte sich die Einschätzung der Verantwortlichen des TSV Schott: Das Spiel der Tennis-Oberliga gegen den TC Rotenbühl war „unverlierbar“. So hatte es Cheftrainer Jörg Daum vorhergesagt, und mit dieser Einstellung waren die Akteure um Steffen Hillenmeier auf die Plätze an der Erzberger Straße gegangen. „Letztlich lief es glatt“, sagte der Mannschaftskapitän nach dem 15:6-Erfolg, räumte aber ein, „dass wir es uns etwas glatter vorgestellt hatten“.

Im Wissen darum, dass die Saarbrücker ohne Ausländer anreisen würden, hatten die Mainzer sich dafür entschieden, Nico Baerlocher, den stärksten Schweizer auf ihrer Kaderliste, in der Zweiten Mannschaft einzusetzen, die gegen den TV Alzey gewinnen musste, um den Verbleib in der Verbandsliga zu sichern. Dieses Unterfangen gelang mit 11:10, auch wenn Baerlocher an Position eins leer ausging.

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Panfil zu passiv

In der Ersten Mannschaft debütierte stattdessen sein Landsmann Gregory Gruenig; dass der 16-Jährige sein Einzel gegen Pascal Benz nicht gewinnen würde, war in der Kalkulation vorgesehen. Ganz anders bei Grzegorz Panfil: Die Niederlage des polnischen Spitzenspielers gegen Moritz Pfaff lief allen Erwartungen zuwider. „Greg hätte nicht verlieren müssen“, sagte Hillenmeier, „er hätte nicht verlieren dürfen.“

Warum er es dennoch tat, warum er insgesamt viel zu passiv agierte, konnte der Kapitän nicht definitiv erklären. „Vielleicht hat er die Aufgabe für zu einfach gehalten“, mutmaßte Hillenmeier. In der Tat agierte der Pole schon im ersten Satz so, als verlasse er sich darauf, in den entscheidenden Momenten die Punkte zu machen. Das gelang ihm in der laufintensiven Auseinandersetzung mit vielen Stopps und Lobs auch, indem er mit dem Break zum 6:5 erstmals in Führung ging und das folgende Aufschlagsspiel ebenfalls gewann.

Anscheinend jedoch hatte die zu laxe Herangehensweise seinen Gegenüber aufgebaut: Den zweiten Satz gab Pfaff nicht mehr aus der Hand, und den Matchtiebreak entschied der Saarbrücker mit 12:10 für sich.

König: „nicht überbewerten“

So überraschend dieser Ausgang war, so wenig Mühe hatten die Mainzer an den Positionen zwei bis vier: Adrian Sikora schlug Justin Klein mit 6:1, 6:4, Sven König und Hillenmeier gaben gegen Gilian Wagner beziehungsweise Leon Schwarz kein Spiel ab. „Mein Gegner hatte Schmerzen im Arm und konnte nicht richtig spielen“, relativierte der Kapitän seine Doppelnull, bestätigte aber auch die These, dass er in der Oberliga an Vier im Prinzip kein Match verlieren dürfe – mit Ausnahme der am übernächsten Wochenende anstehenden Partie bei Tabellenführer BASF TC Ludwigshafen.

In Königs Match zeichnete sich ebenfalls früh ab, dass sein Kontrahent trotz zweier gesunder Arme leidlich überfordert sein würde. Das Rezept des Mainzers, das fast durchgängig zum Punktgewinn führte, war, Wagner eine Weile auf der Rückhandseite zu binden und ihm dann eine harte, meist kürzere Vorhand auf die andere Seite zu schlagen. Einen Satz lang ließ der Saarbrücker sich auch noch hetzen, danach setzte die Resignation ein.

„Man darf das nicht überbewerten“, kommentierte König seinen und den zu erwartenden Mannschaftssieg. „Rotenbühl ist mit einer dankbaren Aufstellung angetreten, da mussten wir nicht viel mehr tun, als solides Tennis zu spielen.“

Alle drei Doppel gewonnen

Mats Weber scherte von diesem Weg aus. Einen Satz lang hatte er Denny Schwarz komplett im Griff, doch nach dem 6:2 riss der Faden. „Ohne Aufschlag kannst Du halt kein Spiel gewinnen“, grummelte ein Zuschauer, als sich beim Luxemburger die Doppelfehler häuften. „Unfassbar“, fand Weber selbst, wie er sich einen raschen 0:4-Rückstand im zweiten Durchgang einhandelte. Eine Wende gelang ihm nicht mehr, auf ein 1:6 folgte ein 7:10 im Matchtiebreak.

Nur drei statt mögliche fünf Einzel für gewonnen zu haben, war durchaus enttäuschend. Gleichwohl kamen bei den Gastgebern keine Zweifel auf, dass ihnen in ihrem dritten Saisonspiel der dritte Erfolg gelingen würde. „Wir sind aufs erste und dritte Doppel gegangen“, sagte Hillenmeier, dass Panfil/Sikora und er mit Weber die benötigten Punkte beisteuerten, durften die Mainzer als sicher annehmen. Die letzte Überraschung des Tages war dann eine aus Schott-Sicht positive: „Dass auch Sven und Gregory gewinnen würden, damit hatten wir nicht gerechnet.“

Sein nächstes Spiel bestreitet der TSV Schott am 30. Juni bei Tabellenführer und Titelfavorit BASF TC Ludwigshafen.

 

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