Guido Steinacker | 26.12.14

Bandenlos in Laubenheim

Wegen der Reparaturarbeiten an der Mombacher Halle Am Großen Sand muss das 36. Turnier der Kreis-Schiedsrichtervereinigung in den Südosten der Stadt verlegt werden. Deshalb gibt es diesmal keine Banden. Das Teilnehmerfeld ist mit 36 Vereinen deutlich kleiner als im Vorjahr.

Laubenheim. In diesem Jahr wird alles ein bisschen anders sein als in all den Jahren zuvor. Auch das Fußball-Hallenturnier der Kreis-Schiedsrichtervereinigung und ihres Freundeskreises ist von den sich hinziehenden Reparaturarbeiten an der  wassergeschädigten Decke und dem Boden der Sporthalle Am Großen Sand betroffen. So findet die 36. Ausgabe der Großveranstaltung von Sonntagmorgen an (vermutlich) ausnahmsweise in der Sporthalle in Laubenheim statt.

Die Play-off-Kämpfe des ASV 88 in der Mombacher Halle waren vor ein paar Jahren schon einmal Grund für Überlegungen, das Fußballturnier nach Laubenheim zu verlegen. Damals löste sich der Belegungskonflikt durch das vorzeitige Ausscheiden des Ringen-Bundesligisten auf. Doch nun führt kein Weg daran vorbei, den Umzug zu vollziehen – aber die Banden ziehen nicht mit. „Der Aufwand wäre logistisch zu groß, außerdem sind die Banden für den Großen Sand maßgeschneidert und müssten umgearbeitet werden“, erläutert Kreis-Schiedsrichterobmann Gerhard Ott. Immerhin konnte er sich zwischenzeitlich versichern, dass die Holztafeln vom Wasserschaden des vergangenen Sommers, Folge eines Starkregens bei geöffneten Deckenluken, nicht betroffen sind.

Schon früher mal in Mombach ohne Bande

Das 36. Turnier wird also als das „bandenlose“ in die Geschichte eingehen, auch wenn es nicht das erste Mal „drumherum ohne“ angepfiffen wird. Schon einmal war auf die Spielfeldabsperrung verzichtet worden, damit die Ringer zwischendrin problemlos einen Heimkampf absolvieren konnten. Natürlich gibt es Befürworter und Gegner des bandenlosen Hallenkicks, der die technisch starken Mannschaften bevorteilt, die den Ball besser zu kontrollieren wissen und ihn dadurch seltener ins Aus laufen lassen. Nichts zu tun mit der Entscheidung für die rahmenlose Turnierform – weil bei Meldeschluss noch nicht bekannt – hat die schwache Teilnehmerzahl. Nur 36 Mannschaften beim 36. Turnier, das lässt sich zwar wunderbar in sechs Sechsergruppen aufteilen, die dann jedoch an den beiden Vorrundentagen unter der Woche (Gruppen 3 bis 6) bis knapp vor Mitternacht am Ball sein werden. „Da gab es von manchem Verein ein Murren zu hören", gibt Ott zu. Doch an Arbeitstagen lässt sich schlecht vor 18 Uhr zum Kicken bitten.

Aber die nur 36 Meldungen bedeuten satte 18 Prozent Teilnehmerschwund innerhalb eines Jahres. Der fällt so deutlich aus, weil im Vorjahr die 44 gemeldeten Teams eine Bestmarke darstellten. „Fontana Finthen und die FV Budenheim etwa haben in diesem Jahr nur noch eine Mannschaft gemeldet“, erläutert Ott. Und auch, dass mit dem SKC Barbaros nur noch ein Mombacher Verein  vertreten ist, fällt auf. Aber auch das stand schon vor der Festlegung auf Laubenheim fest. „Die Fortuna hat frühzeitig abgesagt und dies mit der schlecht verlaufenden Saison und den Verletzungen einiger Spieler begründet“, erklärt Ott.

SV Gonsenheim und SpVgg Ingelheim wieder dabei

Die Fortuna ist aus dem alten Mainzer Bereich der einzige höherklassige Vertreter bis einschließlich Landesliga, der nicht gemeldet hat. Oberligist SV Gonsenheim, in der Vergangenheit mal dabei, mal nicht, und Verbandsligist SpVgg Ingelheim, der im vorigen Jahr als Futsal-Repräsentant des Fußballkreises anderweitig unterwegs war, sind hochkarätige Rückkehrer ins Turnier. In Alemannia Waldalgesheim, Sieger des Jahres 2011 und Zweiter von 2013, fehlt wegen konkurrierender Aufgaben das nominell stärkste Team aus dem Binger Kreis, der damit gar nicht mehr in Mainz vertreten ist. Die Zusammenführung der Kreisgruppen hat also nur kurzfristig auch Binger Vereine nach Mainz gelockt.

Stammgäste des Turniers, die vermisst werden, sind Bezirksliga-Tabellenführer TuS Marienborn und der FSV Nieder-Olm, Titelverteidiger TSV Zornheim ist hingegen wieder dabei. Es gibt aber auch Neulinge: Als zweiter AKK-Verein neben dem SV Kostheim 12 nimmt diesmal auch Lokalkonkurrent TuS 05 Kostheim teil, der SV Friesenheim und die Freunde Afghanistan Rhein-Main sind ebenfalls erstmals am Ball, allesamt Vertreter aus unteren Ligen. Mit der schwächeren Meldezahl sinkt auch die Preisgeldausschüttung minimal; dem Sieger winken nur noch 700 statt 750 Euro. „Das richtet sich nach den Vorgaben des Verbandes, der festgelegt hat, welche Anteile des Startgeldes bei Turnieren als Preisgelder zurückzugeben sind“, erläutert der Schiedsrichterobmann. Ansonsten bleibt alles beim Alten; insgesamt werden 2300 Euro ausgeschüttet.

Erschwerte Infrastruktur in Laubenheim

Das Turnier ist keine Veranstaltung, die die Schiedsrichter rein aus Spaß an der Freud' ausrichten, es soll und muss auch die Aktivitäten der Vereinigung für das gesamte Jahr zu finanzieren helfen. Hierzu war die Infrastruktur in Mombach deutlich besser geeignet, denn während man dort beim Speisen und Trinken das Geschehen von oberhalb der Tribüne weiter verfolgen konnte, muss die Verköstigung in Laubenheim im Foyer und einem Nebenraum stattfinden.

Die Schiedsrichtervereinigung wird an sechs Turniertagen mit 60 bis 70 Schiedsrichtern plus der einen oder anderen Verstärkung aus den Familien präsent sein. Damit ist in Laubenheim rund ein Viertel der aktuell 233 Schiris der Kreisvereinigung in die Veranstaltung eingebunden. Gewarnt sei vor der deutlich schwierigeren Parkplatzsituation als in Mombach. „Man muss, je nachdem, zu welchem Zeitpunkt man kommt, damit rechnen, sein Auto etwas weiter weg abzustellen“, empfiehlt Ott, das Zeitbudget entsprechend großzügiger anzusetzen als sonst.

 

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