Rheinhessenliga Damen | Guido Steinacker | 24.03.14 Saulheimer Rückkehr in die Oberliga ist perfekt Am viertletzten Spieltag nahm Tabellenführer SG Saulheim die entscheidende Hürde zur Meisterschaft in der Handball-Rheinhessenliga der Frauen. Der 27:26-Sieg bei der TG Osthofen war allerdings das erwartet harte Stück Arbeit. Julia März ist beim TV Bodenheim weiterhin die wichtigste Torschützin | Guido Steinacker Viel läuft beim TV Bodenheim über die Kreisspielerinnen wie hier Babette Krein (r.), die sich von HCG-Spielerin Nadja Anthes-Ploch nicht am Abschluss hindern lässt. | Guido Steinacker Genugist genug: TVB-Tainer Michael Simon wird nach der Runde seine 30-jährige Trainertätigkeit beenden. | Guiod Steinacker Rheinhessen. Der Meister steht fest, und alle können sagen: Haben wir doch schon immer gewusst. Korrekt, aber so eine Punktlandung, wie sie Frauen-Handball-Rheinhessenligist SG Saulheim am Sonntag bei der TG Osthofen hinlegte, will erst einmal gelingen. Es war klar, dass das Auswärtsspiel beim Verfolger für die SG eine große letzte Hürde auf dem Weg zur Meisterschaft und damit für den direkten Wiederaufstieg in die Oberliga werden würde. Statt des 27:26 (12:16)-Sieges hätte den Saulheimerinnen dabei zugegebenermaßen auch ein Pünktchen genügt, um die Fakten zu schaffen. Es war ein Spiel jener Art, wie es die Saulheimerinnen sich trotz aller Überlegenheit hin und wieder leisteten in dieser Saison: Nicht von Beginn an brachte die Mannschaft das volle Potenzial aufs Feld, „wir haben schlecht in der Abwehr gestanden und konnten daher unser Ding lange nicht so durchziehen wie geplant“, berichtete Trainerin Kerstin Adolph. Die 2:1-Führung kurz nach Spielbeginn war in der ersten Halbzeit der erste und einzige Moment, in dem die SG vorne lag. Qualität in der Breite zahlt sich aus „Die Osthofenerinnen hatten aber auch einen guten Tag erwischt“, kam für Adolph erschwerend hinzu. Doch sich einzubilden, mit einem Vier-Tore-Vorsprung schon auf dem sicheren Weg zum Coup zu sein, ist immer ein Fehler gegen die Saulheimerinnen. Die Qualität in der Breite ist das große Pfund des Meisters, durch das die SG auch schlecht verlaufende Partien jederzeit umbiegen kann. Nicht anders erlebten es die Osthofenerinnen in der zweiten Halbzeit. Über die Zwischenstände 14:18, 16:18 und dann wieder 17:20 lief die SG dem Rückstand noch ziemlich lange hinterher, ehe beim 21:21 der erste Ausgleich gelang. Die TGO, das war dann spätestens etwas Besonderes, kam aber noch einmal zurück. Die SG sah sich beim 23:25 erneut einem Rückstand gegenüber – und da waren nur noch fünf Minuten übrig. Wahre Aufstiegszeitnot. „Das war dann natürlich eine kritische Situation“, gibt Adolph zu. Doch die nächsten drei Treffer gehörten den Saulheimerinnen, das 26:25 drei Minuten vor dem Ende bedeutete die erste SG-Führung seit der Anfangsphase. Nach dem erneuten Ausgleich der TGO passierte fast zwei Minuten nichts Zielführendes mehr vor den Toren, doch zehn Sekunden vor dem Ende war die Lücke da und der Saulheimer Sieg perfekt. In den letzten Partien könnte Konzentration fehlen Und wie es dann eben so ist: „Niemand hatte Sekt oder Bier nach Osthofen mitgenommen – und trotzdem war plötzlich der Kasten da“, schilderte Adolph die völlig ungeplante Meister- und Aufstiegsfeier. Noch stehen drei Partien aus, „ich weiß aber nicht, ob die Mannschaft dies mit der vollen Konzentration hinbekommt“, warnt die Trainerin schon mal vor, dass es in den letzten Saisonwochen vielleicht nicht mehr die gewohnt souveränen Auftritte geben könnte. Eine interessante Nachricht vor allem für das Verfolgertrio, von dem jeder sich gerne mit dem Vizemeistertitel auszeichnen würde. Der nächste Gegner des Meisters heißt TV Bodenheim, und der nutzte am Wochenende sein Heimspiel gegen den HC Gonsenheim um den Konkurrenten TGO abzuhängen. Der 25:17 (12:7)-Sieg war von Beginn an eine ziemlich deutliche Angelegenheit für den Tabellendritten und nie gefährdet. Ohne die Niederlage gegen den nun punktgleichen HSV Sobernheim vor zwei Wochen wäre der TVB der Topanwärter auf den Silbermedaillenrang. „Wenn man unsere personelle Situation mit inzwischen vier Kreuzbandrissen betrachtet, kann man mit dem Saisonverlauf zufrieden sein“, betont Trainer Michael Simon. Er befindet sich mit seinem Team nicht nur auf der Zielgeraden der Saison, sondern am Ende seiner Trainerlaufbahn. „Am 13. April, nach dem letzten Saisonspiel, ist Schluss“, erklärt Simon. „30 Jahre als Trainer sind genug.“ Platz zwei wäre da zum Abschluss nett, aber nicht der alleine glücklich machende Ausgang der Runde. Meisterschaft war für TVB nie Thema In den vergangenen zwei Jahren unter Simon war die Idee, den TVB so weiterzuentwickeln, dass auch an den Sprung in die Oberliga zu denken ist. Mit dem kompletten Kader wäre das in dieser Saison auch durchaus im Bereich des Möglichen gewesen, ist Simon überzeugt. „So aber war die Meisterschaft nie ein Thema für uns.“ Die langfristigen Pläne, von den starken Jugendteams im Aktivenbereich zu profitieren, bleiben natürlich auch nach Simon bestehen. In dieser Runde sieht Simon die große Stärke seiner Mannschaft in der Ausgeglichenheit des Kaders. „Wir haben nicht die Haupttorschützin, das verteilt sich bei uns sehr gut“, sagt er. Nur Julia März als Siebenmeterschützin kommt durch diese Funktion auf einige Treffer mehr als der Rest des Stammteams. Für den nach wie vor auf Position sieben stehenden HCG geht es nach der Niederlage in Bodenheim nur noch um die theoretische Chance des Platztausches mit dem vier Punkte besser dastehenden Sechsten HSV Alzey. Dann wäre immerhin noch die obere Tabellenhälfte erreicht. Gelingt aber nicht wenigstens ein weiterer Erfolg, droht ein Abrutschen auf Platz acht. Man könnte auch sagen, für den HCG ist die Saison so gut wie vorbei, wieder einmal ohne die erhoffte Entwicklung zu einem der besseren Teams der Liga. Alle Artikel von Handball