Rheinhessenliga | Guido Steinacker | 10.03.14

SG Bretzenheim setzt auf die Relegationschance

Die beiden Mainzer Handball-Rheinhessenligisten SG TSG/DJK Bretzenheim und HC Gonsenheim punkteten am Wochenende zwar, werden aber eine schlimme (SG) beziehungsweise sehr mäßige (HCG) Saison in den verbleibenden Partien nicht mehr ganz retten können.

Bretzenheim/Gonsenheim. Dem Tabellenstand nach müsste sich Handball-Rheinhessenligist SG TSG/DJK Bretzenheim längst um die Vorbereitung eines Neuaufbaus in der Verbandsliga kümmern. Daran ändert auch der zweite Saisonsieg, das 30:28 (16:15) im Heimspiel gegen die Sportfreunde Budenheim II, erst einmal nicht viel. Bei fünf ausstehenden Partien ist der Vorletzte HSV Sobernheim fünf Zähler entfernt – und zum Saisonfinale stehen noch der Meister und der Vizemeister auf dem Spielplan.

Natürlich: solange rechnerisch noch etwas geht, werden die Bretzenheimer es mit der Rettung versuchen. „Nächstes Wochenende wissen wir mehr“, sagt SG-Trainer Bernd Lochnit. Denn da tritt seine Mannschaft bei den Sobernheimern an. Eine Niederlage, und die Bretzenheimer kämen endgültig nicht mehr weg vom letzten Platz angesichts des Restprogramms.

Realistische Chance auf die Relegation

Die gute Nachricht: Der letzte Platz in der Rheinhessenliga bedeutet nach dem aktuellen Stand der Dinge in dieser Saison nicht den direkten Abstieg. Solange die SG Saulheim III einen der beiden ersten Plätze in der Verbandsliga hält, werden die Bretzenheimer Relegationsspiele gegen den Verbandsligadritten bekommen, da laut Statuten ein Tabellendritter nicht ohne vorherige, erfolgreiche Relegation aufsteigen darf. Alle potenziellen Abteiger in die Rheinhessenliga, ob nun die HSG Rhein-Nahe, die Sportfreunde Budenheim oder der TV Nieder-Olm herunterkämen, würden ihre Zweitvertetungen in der Rheinhessenliga zu Zwangsabsteigern machen. Auch von der Seite droht den Bretzenheimern daher keine Gefahr.

Nach dem aktuellen Stand wäre der HSC Ingelheim Gegner der Relegationspartien, in denen es dann um alles geht. „Wenn wir uns gegen den Dritten der Verbandsliga nicht durchsetzen, haben wir in der Rheinhessenliga auch nichts zu suchen“, sagt Lochnit. Die Entwicklung der vergangenen Wochen und Monate ist bei der SG so positiv, dass er seine Mannschaft inzwischen für konkurrenzfähig in der Liga hält. Die SF Budenheim II besiegten die Bretzenheimer ohne jemals Rückständen hinterher zu laufen, setzten sich schnell auf 9:5 ab und machten dann lediglich den Fehler sich allzu früh sicher zu fühlen. „Das ist eben eine Schwäche der jungen Spieler“, meint der Trainer.

Sollte es mit dem Klassenverbleib klappen, muss Lochnit eine Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern zusammenstellen. Da sieht er im eigenen Verein durchaus Potenzial – und zwar dort, wo Außenstehende es als Letztes suchen würden. „In der dritten Mannschaft in der C-Klasse spielen einige Ehemalige der Ersten, die noch immer rheinhessenligatauglich sind“, erläutert er. Warum die sich von der Mannschaft zurückgezogen haben, weiß Lochnit nicht so genau, Gespräche sollen das klären.

Auch das Nachwuchspotenzial des Vereins macht ihn recht zuversichtlich, dass etwas geht in Bretzenheim. In der Rheinhessenliga zu bleiben, könnte dem Trainer dabei helfen, Spieler von außerhalb zur SG zu bringen. Es lohnt sich für die TSG/DJK also allemal, den Strohhalm, der sich zu bieten scheint, zu ergreifen.

HCG punktet gegen Binger Sprinterjungs

Im Niemandsland der Tabelle bewegt sich der HC Gonsenheim die ganze Saison über schon. Das ist je nach Sichtweise in Ordnung oder leider etwas langweilig, jedenfalls aber nicht das beste Schicksal, das einer ambitionierten Handballmannschaft blüht. Die Gonsenheimer sicherten sich am Sonntagabend beim 19:19 (10:10) immerhin einen Zähler gegen die Sprinterjungs der HSG Rhein-Nahe Bingen II. „Einen Punkt erkämpft und einen verloren“, findet HCG-Kotrainer Edgar Antosch.

Angesichts eines 1:6-Fehlstarts hätte es ein desaströser Abend für den HCG werden können. Die Grüne Karte nach diesen ersten neun Minuten sollte dazu dienen die Mannschaft neu einzustellen und so die Anzahl der vielen technischen Fehler und Fehlwürfe zu reduzieren. „Bei den Bingern wächst da eine super Truppe heran, da konnten wir nur den Kampf dagegen setzen“, sagt Antosch. Und das war auch der Weg um pünktlich zur Halbzeit den 10:10-Ausgleich zu setzen.

Berres sichert den Punktgewinn

Nach dem Seitenwechsel lag der HCG eine ganze Weile sogar in Front (14:11), kassierte zum 16:16 aber wieder den Ausgleich und lief bald einem 17:19 hinterher. Nach dem Anschlusstreffer zum 18:19 vergaben die Gonsenheimer in zwei Angriffen die Ausgleichschance, ehe Anton Berres das dann doch noch regelte mit dem Punktgewinn. „Bei den letzten Angriffen zuvor hatten wir natürlich Glück, dass die Binger auch keinen Angriff mehr erfolgreich abschließen konnten“, gab Antosch zu. Adrian Wolter (5/3) verzeichnete die meisten Treffer im HCG-Team, das sich durch die Punkteteilung mit nun 11:23 Punkten bei fünf ausstehenden Partien endgültig damit abfinden muss, die Saison mit negativem Punktesaldo abzuschließen.

Die letzte und große Chance, noch einmal heranzurücken an die Top-Mittelfeldposition drei konnte der TV Nieder-Olm II beim überdeutlichen 20:38 (11:17) gegen die TG Osthofen nicht nutzen. Somit werden der Vierte HSG Worms und die Osthofener die Ernte der Goldenen Ananas unter sich ausmachen.

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