Peter H. Eisenhuth | 27.02.16

Mental entspannt zum Spitzenreiter

Ein Blick aufs Basketball-Wochenende: Die Zweitligafrauen des ASC Mainz treten in Bad Aibling an, die Männer sind bei den Gladiators Trier II klarer Favorit, und für die DJK Nieder-Olm und den SC Lerchenberg geht es in Regional- und Oberligen um Überleben.
Einsatz ungewiss: ASC-Trainer Alexander Schoch wird Vanessa DeVries in Bad Aibling womöglich schonen.
Einsatz ungewiss: ASC-Trainer Alexander Schoch wird Vanessa DeVries in Bad Aibling womöglich schonen. | Eva Willwacher

Mainz. Kämpferisch klingt die Ansage ja schon: „Wir fahren nicht fünfeinhalb Stunden da hin, um dann widerstandslos die Punkte abzugeben“, sagt Alexander Schoch, der Trainer der Zweitliga-Basketballerinnen des ASC Mainz, vor dem Spiel beim TSV Bad Aibling. Gleichwohl wird ihm und seinen Spielerinnen bewusst sein, wie begrenzt die Erfolgsaussichten am Samstagabend sind – der Tabellenführer steht auch nach 19 Spieltagen noch ungeschlagen da.

„Die haben die Liga bisher klar dominiert“, sagt Schoch, „aber wir treten mental entspannt und mit positiven Trainingseindrücken an.“ Verbunden mit der Möglichkeit, dass die Gastgeberinnen sich in Gedanken schon in den Play-offs befinden könnten, sei dies keine ganz schlechte Voraussetzung, um dem Spitzenreiter alle abzuverlangen. Im Hinrundenspiel war seinen Frauen dies nur bedingt geglückt; schon zu Pause hatten sie 60 Punkte zugelassen, am Ende standen eine 74:103-Niederlage und die Erkenntnis, dass „nicht schlecht“ gegen diesen Gegner nicht gut genug ist.

Um die Rebounds kämpfen

„Wir wissen, dass wir defensiv anders auftreten müssen“, sagt der ASC-Trainer. „Die Feinabstimmung in der Rotation muss passen, und wir müssen beharrlich um die Rebounds auf beiden Seiten kämpfen.“

Ob Gergana Georgieva und Vanessa DeVries mitkämpfen werden, war bis zuletzt offen. Vor allem der Einsatz der unter einem schmerzhaften Patellarspitzensyndrom leidenden Kanadierin schien bis Freitag eher unwahrscheinlich. „Wenn Vanessa das Training nach einer halben Stunde abbrechen muss, stellt sich die Frage, ob es Sinn hat, sie in Bad Aibling einzusetzen oder sie besser zu schonen“, sagt Schoch. Schließlich benötigen die Mainzerinnen noch einen Sieg, um aus eigener Kraft die Liga zu halten – und die Chancen darauf stehen in den nächsten Wochen besser als beim designierten Meister.

Spielbeginn: 19 Uhr.

 

Regionalliga: ASC auch ohne Sharda favorisiert

Die Ausgangslage ist so eindeutig, dass sie sich auch nicht künstlich verkomplizieren lässt: Wenn der ASC Mainz am Sonntagnachmittag bei den Gladiators Trier II antritt, wird er dies als haushoher Favorit tun. „Man muss diese Aufgabe nicht schwieriger darstellen als sie ist“, sagt Trainer Alexander Heidbrink. „Die größte Herausforderung für uns ist die Anfangszeit. Aber selbst diesen Fluch haben wir in dieser Saison schon bezwungen.“

Ansonsten sollte für die Mainzer beim erst zweimal siegreichen Tabellenvorletzten auch ohne Anish Sharda nichts schiefgehen; der Spielmacher ist als Trainer der JBBL-Mannschaft im Einsatz. Heidbrink will, wie schon zuletzt in Limburg, die Gelegenheit nutzen, einige Dinge auszuprobieren und die Spielzeit breit zu verteilen. Unschön für den ASC: Center Noe Trenz und Aufbau Jerome Gahr werden den Klub nach der Saison mit hoher Wahrscheinlichkeit verlassen.

Spielbeginn: 14 Uhr.

 

Oberliga: SCL zum Siegen verdammt

Wenn der SC Lerchenberg auch in der kommenden Saison als Oberligist geführt werden will, sollte die Mannschaft von Mario Volarevic von den ausstehenden drei Partien möglichst keine mehr verlieren. Schon gar nicht das Heimspiel gegen die DJK Saarlouis-Roden am Sonntagabend. „Wir wissen, dass wir zum Siegen verdammt sind“, sagt der Coach und geht davon aus, dass die schwache Leistung vom vorigen Wochenende sich nicht wiederholen wird. „In unserer eigenen Halle hauen wir Saarlouis weg“, verspricht er. Hilfreich wäre vielleicht, stärker auf die besten Akteure zu setzen – beim BBV Saar-Pfalz fing das Elend erst an, als Volarevic durchzuwechseln begann.

Spielbeginn: 18 Uhr.

 

Frauen-Regionalliga: Seiffert ist zuversichtlich

Die Heimniederlage gegen den SV Dreieichenhain war ein Tiefpunkt im Saisonverlauf der DJK Nieder-Olm. Die Chance auf den Klassenverbleib bei mehr als zwei Absteigern hat der Aufsteiger damit vertan, jetzt geht es nur noch darum, den BBC Horchheim auf Distanz zu halten. Um es nicht auf das direkte Aufeinandertreffen am 12. März ankommen zu lassen, wäre ein Sieg beim BBC Linz am Samstagabend hilfreich. Die Linzer zählten zu jenen Klubs, die DJK-Trainer Uwe Seiffert zu Saisonbeginn als Kontrahenten im Kampf gegen den Abstieg ausgemacht hatte. Was daraus geworden ist? Nicht viel. Tabellarisch liegen DJK und BBC zwar nicht weit auseinander, aber der Gegner hat bereits zehn Punkte mehr auf dem Konto. Dennoch ist Seiffert zuversichtlich: „In Linz haben wir immer gut gespielt.“

Spielbeginn: 18 Uhr.

 

Frauen-Oberliga: SCL vor schier unlösbarer Aufgabe

Derweil die ASC-Zweite die Saison im Mittelfeld beenden und die DJK Nieder-Olm II absteigen wird, ist der SC Lerchenberg der einzige der drei rheinhessischen Vereine, für den es in an den letzten drei Spieltagen noch um mehr als die Ehre und ein gutes Gefühl geht: Die Mannschaft von Jerry Otshumbe kämpft nach wie vor ums Überleben in der Liga, hat dabei am Samstagabend allerdings eine schier unlösbare Aufgabe zu bewältigen: Zu Gast im Carl-Zuckmayer-Schulzentrum wird der ATSV Saarbrücken sein, der Tabellenführer, der sich selbst im Titelkampf keine Blöße geben darf. Zumindest aber sollten die SCL-Frauen sich ein gutes Gefühl für das bevorstehende Derby im Theresianum zu holen.

Spielbeginn: 18 Uhr.

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