Oberliga Damen | Guido Steinacker | 09.03.14

Mainzer Oberligateams punkten auswärts

Bei unangenehmen Auswärtsgegnern hatten die beiden Mainzer Teams in der Handall-Oberliga der Frauen am Wochenende zu bestehen. Beide kamen ihre Zielen dank konzentrierter Leistungen dabei ein Stück näher.

Bellheim. Dick im Aufstiegsrennen der Handball-Oberliga der Frauen steckt der Tabellenzweite FSV Mainz 05 II und bewahrte die gute Ausgangsposition bei zwei Punkten Rückstand auf Tabellenführer TSV Kandel durch einen 28:24 (11:9)-Sieg bei der SG Ottersheim/Bellheim/Zeiskam. Ein Gegner, bei dem für die 05-Reserve in den vorigen Spielzeiten nie etwas zu holen war. Kurz bevor sich dies zur Tradition entwickeln konnte, kam nun dieser, selbst für Trainerin Nikoletta Humm überraschend unproblematische vierte Sieg in Serie zustande.

Neben der im Zweitligateam aufgestellten Katrin Feldmann musste Humm auf Kirsten Simon und Torfrau Melanie Mikfeld verzichten. „Das hat die Aufgabe nicht gerade einfacher gemacht“, sagte Humm. Von Beginn an aber gaben die Mainzerinnen den Takt vor, hielten stets eine leichte Führung. Als diese bis zur Mitte der zweiten Halbzeit auf 20:13 anwuchs (43.), schien die Partie frühzeitig durch zu sein.

Endspurt der Gastgeberinnen cool überstanden

Den Vorsprung hielten die 05er bis zum Beginn der letzten Minuten (24:17, 54.) aufrecht, dann brach die Herrlichkeit zusammen und den Gastgebern gelang ein kleiner Endspurt. Den überstanden die Mainzerinnen aber mit Coolness. Und sie setzten die nötigen Gegentreffer, um keine enge Situation mehr zuzulassen. „Vor zwei Jahren hätten wir solch ein Spiel vermutlich noch verloren, aber inzwischen bleiben wir im Kopf klar“, sieht Humm einen Reifeprozess im Team deutlich werden.

Trotz des anderen Eindrucks in der Schlussphase hält Humm die Abwehrarbeit ihrer Mannschaft für den derzeit stärkeren Part. Die 24 Tore der Bellheimerinnen seien gegen diesen Gegner nicht zu viele. „Das Spiel hatte für die Oberliga ein sehr hohes Tempo, generell ein gutes Niveau“, erlebte sie die Gastgeber ebenso als Spitzenteam.

FSV Mainz 05 II: Schäfer – Adeberg, Dankwardt (je 5), Bauer (4), Leichthammer, Ophoff (je 3), Kleinjung, Klug, Tomaschek (je 2), Andrikopoulou, Völker (je 1), Gallon.

 

Marpingen. Dass es in der Oberligatabelle einen Bruch zwischen den ersten zehn und den restlichen vier Teams von inzwischen elf Punkten Abstand gibt, bedeutet für Aufsteiger SG TSG/DJK Bretzenheim II vor allem eines: Soll die Mannschaft die Klasse halten, darf sie nicht das Schlusslicht dieses Klubs der Besseren bleiben. Das ist aber trotz des 29:20 (15:10)-Auswärtserfolges beim Siebten DJK Marpingen der Sachstand sieben Spieltage vor Rundenende. Und das, obwohl die Bretzenheimerinnen sich durch den Sieg im Saarland wieder im Bereich der positiven Spielbilanz (neun Siege, acht Niederlagen) bewegen.

„Es war ein perfektes Wochenende für uns“, sagte SG-Trainer Thorsten Frank. Denn ein eigener Erfolg wäre derzeit nur halb so schön, wenn die direkten Konkurrenten ebenso fleißig punkteten. Die Niederlagen der TSG Friesenheim in Wittlich und des VTV Mundenheim gegen die Kandeler machten den Sieg in Marpingen besonders wertvoll, denn so bleibt das Feld der gefährdeten Teams, das zumindest bis hinauf zum Fünften SG Bellheim reicht, mit gerade zwei Punkten Abstand eng zusammen.

In Marpingen hatte Frank prominente Unterstützung aus Drittligateam dabei, das am Wochenende spielfrei war. Lea Schuhknecht und Michele Chwalek sorgten zusammen für zehn der 29 Bretzenheimer Tore, waren also beileibe keine Alleinunterhalter in dem Spiel. „Aber es ist natürlich gut für uns, wenn wir auch mal zu einfachen Toren aus dem Rückraum kommen“, sagte Frank.

Erinnerungen an die Hinspielniederlage

In den ersten 20 Minuten gelang der SG allerdings nicht mehr als eine knappe 8:7-Führung. Die Erinnerung an die unglückliche 18:19-Hinspielniederlage war dem Team anzumerken, berichtete der Trainer. „Die Spielerinnen waren am Anfang nervös und machten einige Fehler im Aufbau.“ Das legte sich bald, Torfrau Nathalie Schlesinger half bei der Absicherung des Vorsprungs durch starke Szenen bedeutend.

Der entscheidende Schritt gelang den Bretzenheimern aber erst durch einen 4:0-Lauf zum 26:16-Vorsprung zu Beginn der Schlussphase. Da nun die beiden Tabellenschlusslichter auf dem Spielplan der SG II anstehen, haben die Bretzenheimerinnen gute Chancen sich in den kommenden Wochen vom bösen zehnten Platz etwas abzusetzen, rechtzeitig vor dem heißen Saisonfinale.

SG Bretzenheim II: Schlesinger, Stephan – Schuhknecht (7), Martens, Rodday (je 5), Chwalek, (3), Graf (3/1), Vogler (2), Hartmann (2/2), Gärtner, Grau (je 1), Konrad, Spinler.

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