Zweite Bundesliga Damen | Guido Steinacker | 29.03.14 Mainz 05 kann Führungsphase nicht ins Ziel retten Gut mitgespielt, eine zeitlang sogar dominiert, aber dann doch nicht beständig genug agiert: Handball-Zweitligist FSV Mainz 05 steckt nach einem 25:28 (13:13) bei BSV Sachsen Zwickau weiter tief im Abstiegskampf. Dabei fehlte in einer entscheidenden Phase der zweiten Halbzeit nur ein bisschen mehr Durchhaltevermögen. Zwickau. Die letzten Szenen dieser Partie liefen allesamt gegen die 05er. So wurde aus einem lange Zeit beachtenswerten Auftritt eines Abstiegskandidaten beim Tabellenvierten doch noch eine nur halbwegs knappe 25:28 (13:13)-Niederlage. Und die bescherte den Mainzerinnen den Absturz auf den vorletzten Platz. Der Platztausch mit dem bisherigen Vierzehnten TSV Nord Harrislee ist für die Abstiegsfrage zwar nicht relevant, weil die Nordlichter ihren Rückzug aus der Liga angekündigt haben. „Aber das ist bei uns kein Thema, denn wir wollen die Klasse aus eigener Kraft halten“, stellt 05-Sprecherin Daniela Bilo klar. Und dass es am Willen dazu nicht fehlt, beweisen die 05er in Sachsen allemal. „Kämpferisch haben wir uns nichts vorzuwerfen“, betonte Bilo. Führung kurz vor der Halbzeit übernommen Viel fehlte nicht für zumindest einen Teilerfolg bei den Sächsinnen. Nie in der gesamten Partie war der Rückstand der 05er höher als beim Schlusspfiff. Kurz vor der Halbzeit übernahmen die Mainzerinnen nach zumeist Ein- oder Zwei-Tore-Rückständen erstmal die Führung (11:10, 22.; 13:12, 28.), schafften es nach dem Wiederbeginn aber ebenso wenig wie die Zwickauerinnen zuvor, die Führungsphase zu konservieren. Den Vorteil des Superstarts nach dem Wiederbeginn (16:13, 34.) verlor Karin Eulers Team in den nächsten sieben Minuten (17:17, 41.) komplett. „In dieser Phase waren wir leider nicht ganz im Bilde“, bedauert Bilo. „Man weiß, was man machen muss gegen den Gegner, und es passiert doch.“ Knapp gescheiterte Abschlüsse kamen hinzu, somit war die Mannschaft fortan bei leichten Rückständen wieder in der Rolle der ersten Halbzeit gefangen: Bloß nicht abhängen lassen. Anschlusstreffer in der Schlussminute Das gelang, bis es drei Minuten vor dem Ende erstmals richtig kritisch wurde (23:26.). Doch in den folgenden zwei Minuten holten die 05er durch Treffer von Assina Müller und Claudia Schückler, die diesmal von der Siebenmeterlinie perfekt traf (5/5), zum 25:26 auf – da waren noch 48 Sekunden übrig. Die Aufholjagd hatten die Mainzerinnen trotz einer Unterzahlsituation mit vollem Risiko geschafft. Dasselbe Risiko zahlt sich bei der offenen Deckung in den Schlusssekunden dann nicht aus, Sachsen Zwickau legte zwei Treffer nach. Trainerin Karin Euler konnte Laura Schmitt fast wie gewohnt einsetzen, die Handprellung behinderte die Kapitänin kaum noch. Das ist die wichtige Nachricht in der Niederlage, denn die bevorstehende Heimaufgabe gegen den TV Nellingen erfordert die ganze Kraft der Mannschaft. Der TVN ist einer der Kandidaten, den die 05er realistisch noch einholen können. Groß ist die Liste dieser Vereine nicht mehr. FSV Mainz 05: Trodler, Sölva - Schückler (7/5), Müller (5), Schmelzer (4), Löbich, Holstein (je 3), Schmitt (2), Maric (1), Dernbach, Feldmann, Köhler. Alle Artikel von Handball