Bundesliga | Peter H. Eisenhuth | 25.07.17 Kommunikation statt Hierarchie Schwarz – Lichte – Falkenmayer: Das neue Trainertrio des FSV Mainz 05 harmoniert. Pflegen den Teamgedanken: Jan-Moritz Lichte (l.) und Michael Falkenmayer. | Peter H. Eisenhuth Grassau. Hierarchien, sagt Michael Falkenmayer, habe er im Trainerteam bis jetzt nicht festgestellt. „Wir leben das Wort ,Team‘“ sagte der 32-Jährige, der als Assistent von Sandro Schwarz mit diesem aus der U23 zu den Profis aufgestiegen ist, im Gespräch während des inzwischen abgeschlossenen Trainingslagers in Grassau. Jan-Moritz Lichte, zuletzt Leiter des Nachwuchsleistungszentrums von Hannover 96, ist als dritter Mann hinzugestoßen. Dass der neue Kollege auf dem Trainingsplatz die ein oder andere Übung mehr leite als er, sei angesichts dessen langjähriger Erst- und Zweitligaerfahrung in gleicher Funktion logisch. „Ich selbst habe ja gerade mal zwei Jahre in der U23 hinter mir.“ Aber grundsätzlich herrsche innerhalb des Trios eine ständige Kommunikation – die schon dadurch gegeben ist, dass Schwarz, Falkenmayer und Lichte sich ein Büro teilen. „Wir diskutieren alles, jeder bringt sich ein, und am Ende gibt es ein Ergebnis.“ Schwerpunkte? Fußball. Während der einstige 05-Profi als Coach noch in den Kinderschuhen steckt und sich Schritt für Schritt verbessern will, ist Lichte, seit 2011 als Jahrgangsbester mit dem Fußballlehrerzertifikat ausgestattet, mit seinen 37 Jahren fast schon ein Routinier. Nicht nur deshalb war seiner Verpflichtung wichtig, sondern auch, weil er den ein oder anderen neuen Gedanken mitbringt. Falkenmayer hat sich in der Dritten Liga an Sandro Schwarz‘ Seite entwickelt und ist, was die Spielidee angeht, selbstverständlich von ihm geprägt. Lichte hingegen kommt von außen, hat andere Dinge gesehen, andere Ansätze kennengelernt. Seine Auffassung vom Fußball stimme zwar im Prinzip mit der von Schwarz überein, sagt er. „Aber in den Detail können wir uns schon unterscheiden. Ich glaube, dass ist ein Grund, warum Sandro mich geholt hat.“ Zur Definition seiner Schwerpunkte benötigt der gebürtige Kasseler nur ein Wort: Fußball. „Als Kotrainer machst du einfach Fußball. Der Cheftrainer hat noch andere Dinge wie Medienarbeit zu tun, aber als Kotrainer machst du das, was konkret mit Fußball zu tun hat – Training oder Spiele vor- und nachbereiten.“ Obendrein seien er und Falkenmayer die Ansprechpartner des Chefcoaches. „Wenn mir etwas auffällt, spreche ich es an. Ich sage, was ich sehe und was ich denke. Entscheiden muss am Ende Sandro, aber für mich ist wichtig, dass ich ernstgenommen werde.“ Junge Kerle Dazu gehört auch die Vorbereitung auf den jeweils nächsten Gegner, in die auch Videoanalyst Daniel Fischer eingebunden ist. „Wir gucken uns unterschiedliche Spiele an, um möglichst viele Eindrücke zu erhalten, und dann entwerfen wir gemeinsam ein Bild davon, wie der Gegner aufgestellt ist.“ Für Michael Falkenmayer hat sich die Arbeit im Vergleich zu den vorangegangenen beiden Jahren nicht verändert, wie er sagt. Auch nicht im Umgang mit den Spielern. Früher habe er doch nur mit jungen Kerlen zu tun gehabt, merkt ein Journalist zweifelnd an. „Das hier sind auch junge Kerle“, kontert Falkenmayer, „und in der U23 hatten wir auch einen über 30-Jährigen wie Niki Zimiling. Am Ende zählt der Mensch, ob jung oder alt, ist zweitrangig.“ Das Trio Schwarz – Lichte – Falkenmayer harmoniert vorzüglich, das war während der Tage in Grassau zu erkennen. Und wenn es nach dem Neuzugang geht, wird dies nicht so bald enden. „Ich habe Mainz definitiv nicht als Durchgangsstation angelegt“, versichert Jan-Moritz Lichte. „Die ersten Wochen haben extrem viel Spaß gemacht, und ich hoffe, möglichst lange in diesem Team arbeiten zu können.“ Alle Artikel von Fußball (Bundesliga)