Oberliga | Guido Steinacker | 04.06.15

Kohler übernimmt einen Oberligisten

Vizemeister SC Hauenstein hat es nicht geschafft. Durch ein 0:3 (0:2) gegen den badischen Konkurrenten Bahlinger SC verpasst der Oberligazweite den Regionalligaaufstieg auf eigenem Platz deutlich.
Geht's da zur Regionalliga? Für Jürgen Kohler (hier noch in der Daunenjacke der SpVgg EGC Wirges) mit dem SC Hauenstein frühestens in einem Jahr.
Geht's da zur Regionalliga? Für Jürgen Kohler (hier noch in der Daunenjacke der SpVgg EGC Wirges) mit dem SC Hauenstein frühestens in einem Jahr. | Eva Willwacher

Hauenstein. Der Plan war ein anderer. Als Jürgen Kohler den Oberligisten SpVgg EGC Wirges im März unvermittelt verließ, um seinen Wechsel zum Tabellenführer SC Hauenstein vorzubereiten, da durfte der Trainer davon ausgehen, mit einem Regionalligaklub in die Vorbereitung der kommenden Saison zu gehen. Doch der SCH, dessen Hauptsponsor der Arbeitgeber des  Weltmeisters von 1990 ist, verspielte in den letzten Wochen noch die Meisterschaft, die sich der SV Saar 05 Saarbrücken schnappte. Jetzt scheiterte die Mannschaft auch in der Aufstiegsrunde der Vizemeister aus Hessen, Rheinland-Pfalz/Saar und Baden-Württemberg. Somit muss Kohler auch in der kommenden Runde wieder zweimal in Mainz - beim SV Gonsenheim und beim TSV Schott - antanzen.

Der hessische Vertreter aus Fulda, der TSV Lehnerz, hatte in den ersten beiden Partien jeweils Unentschieden gegen den SCH (1:1) und den Bahlinger SC (0:0) gespielt und war damit aus dem Rennen. Angesichts des Heimrechts schienen die Chancen am Donnerstag für die Hauensteiner gut, den Sprung in die Viertklassigkeit zu schaffen. Doch beim 0:3 (0:2) gegen die Mannschaft vom Kaiserstuhl erwiesen sich die Pfälzer als schlecht aufgelegt.

Schon nach zwei Minuten gingen die Gäste vor über 2000 Zuschauern in Führung und legten in der 41. Minute per Foulelfmeter nach, beide Male traf Erich Sautner für die Bahlinger. Kurz vor dem Halbzeitpfiff scheiterte Hauensteins Tim Bauer dann noch mit ihrer Chance zum Anschlusstreffer vom Elfmeterpunkt an SCB-Torwart Dennis Müller. Nach dem Seitenwechsel mühte der SCH sich vergeblich daran ab, den Rückstand aufzuholen und kassierte in der Schlussminute den dritten Treffer durch Artur Fellanxa.

SC Idar-Oberstein steigt aus der Oberliga ab

Auswirkungen hat der Nichtaufstieg des Vizemeisters natürlich auch auf die Abstiegsfolge. Der SC Idar-Oberstein muss in die Verbandsliga runter, was dort wiederum TuS Rüssingen, den Drittletztten, den Kopf kostet. Und für den einzigen Mainzer Vertreter in der Verbandsliga, Fortuna Mombach, ist die Luft als Viertletzter plötzlich auch ganz dünn geworden: Siegt Vizemeister Alemannia Waldalgesheim am Sonntag im letzten Spiel der Oberliga-Aufstiegsrunde der drei Verbandsligavizemeister des Bereichs Rheinland-Pfalz/Saar nicht gegen den SV Mehring, heißt es auch für die Fortuna: nächste Saison eine Etage tiefer.

Dann wiederum hätte sich auch die Nichtabstiegsfeier als verfrüht erwiesen, die der Landesligaviertletzte Viktoria Herxheim nach dem verlorenen Saisonfinale bei der SVW Mainz, als vermeintlich trotz der Niederlage gerettetes Team abhielt. Der sehr seltene Fall von vier Landesligaabsteigern träfe dann vor allem auch durch das Scheitern von Vizemeister Womatia Worms II in den Verbandsliga-Aufstiegsspielen ein. 

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