Oberliga | Guido Steinacker | 06.03.14 Selbst Fastnachtdienstag wurde trainiert Ein Rückrundenderby mit Revanchegelüsten: Die SG Saulheim will sich am Samstagabend im Handball-Oberligaspiel gegen Nachbar TV Nieder-Olm für die schwache Vorstellung bei der 35:36-Hinrundenniederlage revanchieren. Die Nieder-Olmer trainierten sogar an Fastnachtdienstag, um genau das zu verhindern. Saulheim. Das hat das Trainergespann Udo Henß/Michael Rink beim TV Nieder-Olm noch nicht oft erlebt. „Am Fastnachtdienstag wird hier immer viel gefeiert, aber diesmal haben wir an diesem Tag sehr konzentriert trainiert und eine gute Vorbereitung geleistet“, schildert Henß. Man merkt gleich: Da steht für den Handball-Oberligisten ein besonderes Spiel an diesem Wochenende an. Nichts Geringeres als der Derbyklassiker zwischen der SG Saulheim und den Nieder-Olmern wird am Samstag (19.30 Uhr) in der Ritter-Hundt-Halle vor sicherlich sehr gut gefüllten Rängen aufgeführt. An die Hinrundenpartien gegen die rheinhessischen Nachbarklubs hat der TVN beste Erinnerungen: Erst schlugen die Nieder-Olmer ganz knapp mit 36:35 die SG Saulheim, eine Woche darauf gelang der 36:34 (16:17)-Auswärtscoup bei den Sportfreunden Budenheim, die in eigener Halle in der vergangenen Runde nahezu unschlagbar schienen. Die Erinnerungen an diese starken Auftritte taugen inzwischen vor allem als Motivationshäppchen, ansonsten haben die Nieder-Olmer sich in der Tabelle hinter den Konkurrenten eingefunden. Pleite der Vorrunde ausgleichen „Der Tabellensituation nach sind wir nicht gerade Favorit“, betont Udo Henß daher, der die beiden gewonnenen Heimspiele der jüngsten Wochen als beruhigend empfindet. „Wir können daher ohne Druck dort hinfahren.“ Den Druck machen sich dagegen die Saulheimer, und das ganz bewusst. Nicht nur wegen der zu vergebenden Punkte im Kampf um Platz drei, sondern auch, weil die Mannschaft in jenem Derby die reichlich anwesende Fanschar mit einem unmotivierten Auftritt vor den Kopf stieß. Und das ärgert Herberg heute noch. „Da sahen sehr viele Saulheimer in Nieder-Olm ein Spiel, das sie besser nicht gesehen hätten.“ Diese Pleite der Vorrunde gilt es auszugleichen. Ganz unabhängig von der Prestigefrage, die sich bei jedem Nachbarschaftsduell stellt, will die SG im Vierkampf um den dritten Platz Argumente sammeln. Die Schwächephase von vor Weihnachten scheint überwunden, und so soll es bleiben. „Angesichts dessen, wie sich die Saison mit den vielen Verletzten entwickelt hat, könnten wir damit zufrieden sein“, sagt Herberg. Er erinnert an das komplette Fehlen der beeindruckenden, aber aus verschiedenen Gründen nicht einsatzfähigen Riege von fünf Linkshändern in seinem Team bei der vorigen Partie in Vallendar, das seine Mannschaft kompensiert habe. Diesmal werden der Ex-Nieder-Olmer Markus Schmidt und Florian Lipp wenigstens die Rechtsaußenposition würdig besetzen. Selbstverständlich geht Herberg davon aus, dass seine Mannschaft sich ganz anders präsentieren wird als im Hinrundenspiel, im Leistungsbild der vergangenen Wochen eben – gefestigt, spielstark, abgezockt. „Diese erreichte Leistung und gute Stimmung wollen wir uns erhalten.“ Ganz nebenbei werde das aber nicht funktionieren, ist Herberg überzeugt. „Die Nieder-Olmer haben eine gute erste Sechs, ihnen fehlt es eher an der Breite“, sagte er. In der Partie schnell zurechtfinden Qualität habe seine Mannschaft im Hinrundenspiel gezeigt, sagt auch Henß, aber mehr durch die mentale Stärke. „Ich wünsche mir, dass wir unseren Willen, durch den wir damals gewonnen haben, direkt wieder zeigen, dass wir so ein adäquater Gegner werden.“ Psychische Präsenz nennt Henß das, der seiner, auch für das Trainiergespann stets unberechenbaren Mannschaft wünscht, dass sie sich schnell zurechtfindet, „bevor das Spiel weg ist.“ Für die Sportfreunde Budenheim ist das parallel stattfindende Heimspiel gegen den HV Vallendar (19.30 Uhr, Waldsporthalle) die Chance, sich aus dem engen Tabellenmittelfeld wieder etwas abzusetzen, das mit den nur zwei Pluspunkte schlechter dastehenden Nieder-Olmern endet. Der neunte Heimsieg der Saison hätte für die Sportfreunde nebenbei den Vorteil, dass sie sich vor dem darauffolgenden Derby in Nieder-Olm selbst bei einem Sieg des TVN in Saulheim mindestens zwei Punkte Vorsprung bewahren würden. Aber nach bereits zwei Heimniederlagen in dieser Saison geht es für die Budenheimer auch darum, die einstige Heimdominanz nicht allmählich zu verlieren. Alle Artikel von Handball