Dritte Liga | Peter H. Eisenhuth | 01.07.14 „Der Kontakt ist nie abgerissen“ Sven Hoffmeister kehrt als Torwarttrainer für den 05-Nachwuchs an den Bruchweg zurück. Bälle halten war früher seine Aufgabe. Inzwischen zeigt Sven Hoffmeister jüngeren Torhütern, wie es geht - von Dienstag an am Bruchweg. | Bernd Eßling Mainz. Zwischen 2000 und 2005 spielte Sven Hoffmeister als Torwart für den FSV Mainz 05. Mit den Amateuren stieg er 2003 in die Regionalliga auf, mit den Profis ein Jahr später in die Erste Liga. Über Kickers Emden und den SV Sandhausen landete der heute 43-Jährige beim KSV Hessen Kassel. Und jetzt kehrt er an den Bruchweg zurück – als Torwarttrainer des Nachwuchsleistungszentrums soll er mit den Talenten von der U15 bis zur U23 arbeiten. Mit SPORTAUSMAINZ.de sprach Hoffmeister vor seinem ersten Arbeitstag am 1. Juli. Hallo, Herr Hoffmeister, gratuliere zum neuen Job. Wann geht’s los? Mein erster Arbeitstag ist der 1. Juli, dann werde ich auch nach Mainz ziehen. Ich bin aber in den letzten Wochen schon ein paar Mal dagewesen, um mir bisschen was anzuschauen und ein paar Infos zu kriegen, wie sich die Jungs im Kasten präsentieren. Und? Auf hohem Niveau sehr gut. Aber ich habe schon ein paar Sachen gesehen, die wir verbessern können. Zum Beispiel? Das Auftreten eines Torwarts muss deutlich sein. So weit sind noch nicht alle. Wann haben Sie die Anfrage aus Mainz erhalten, ob Sie sich vorstellen können, wieder an den Bruchweg zurückzukommen? Das ist jetzt so vier, fünf Wochen her. Waren Sie überrascht? Ich habe mich gefreut, als Volker Kersting angerufen hat. Das ist für mich schon eine besondere Geschichte. Ich hatte hier eine wunderschöne Zeit, auch eine intensive Zeit mit den beiden Nichtaufstiegen und dann dem Jahr, in dem wir es doch geschafft haben. Da sind unheimlich viele Emotionen hängengeblieben. Der Kontakt ist auch nie abgerissen, ich habe immer verfolgt, was sich in Mainz tut, auch wenn ich seit damals nie ein Spiel der Mainzer Profis gesehen habe… …kein einziges? Nee, das hat leider nie gepasst, weil ich in der Regel entweder selbst spielen musste oder als Trainer im Einsatz war. Aber dafür habe ich in der Traditionsmannschaft gespielt, mit einigen Ex-Profis, die in Mainz für Furore gesorgt haben. Wer waren Ihre Mitspieler? Werner Orf ist der Trainer… …dann ist ja schon mal für Stimmung an der Seitenlinie gesorgt… …haha, es ist bei uns nie langweilig. Dennis Weiland ist dabei, Christof Babatz, Benny Auer, Schorsch Müller, Norbert Hönnscheidt, Fabrizio Hayer… Klingt, als könne man es sich angucken. Das kann man sich angucken! Gut, unser Spiel ist etwas langsamer geworden – aber das geht den Gegnern nicht anders. Brauchten Sie viel Bedenkzeit, als Volker Kersting Ihnen den Job angeboten hat? Also, ich hatte ja einen laufenden Vertrag in Kassel. Ich habe erst einmal mit meiner Frau gesprochen, die hat gleich geschmunzelt, weil sie wusste, wo der Hase langlaufen würde. Dann habe ich Rücksprache mit den Verantwortlichen des KSV genommen, und die haben mir sehr schnell grünes Licht gegeben. Sie haben mich unterstützt, indem sie mich freigegeben haben, weil sie der Meinung waren, dass der Job hier in Mainz mich weiterbringen wird, dass ich mich hier weiterentwickeln kann. Und so ist es eine runde Sache geworden. Wie viele Torhüter werden Sie am Bruchweg unter Ihren Fittichen haben? Das werden wohl bis zu 15 Jungs sein, das ist eine ganze Menge. Wie wollen Sie mit dieser Gruppe arbeiten? Ich habe bestimmte Pläne, die ich natürlich mit den Verantwortlichen und mit Stephan Kuhnert abstimmen werde. Grundsätzlich finde ich, sollte eine Trainingsgruppe aus nicht mehr als vier Leuten bestehen. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, altersübergreifend zu trainieren. Also beispielsweise mit 14-Jährigen und 19-Jährigen gemeinsam zu arbeiten. Da können sich die Jungen etwas abgucken, und die Älteren können Verantwortung übernehmen. Das ist für deren Persönlichkeitsentwicklung auch förderlich. Sie waren beim KSV Hessen Kassel zuletzt Kotrainer… …ja, das auch. Noch mehr? Zuletzt war ich Kotrainer von Matthias Mink, natürlich als Torwarttrainer, aber auch als Assistent im mannschaftlichen Bereich. Außerdem habe ich die Zweite Mannschaft als Cheftrainer übernommen. Ich war dann vormittags für die Erste Mannschaft im Einsatz, an drei Abenden in der Woche für die Zweite. Daneben war ich am DFB-Stützpunkt in Kassel aktiv und in der Sportschule Grünberg bilde ich im Auftrag des Hessischen Fußballverbandes Torhüter aus. Letzteres kann ich auch fortführen – dafür bin ich Mainz 05 sehr dankbar. Ich muss mich ja auch weiterentwickeln. Hessen Kassel war 2012/13 Meister der Regionalliga, scheiterte aber in den Aufstiegsspielen. Danach ging in der neuen Saison nicht viel zusammen. War das eine Folge des verpassten Aufstiegs? Nachdem wir in den Aufstiegsspielen an Holstein Kiel gescheitert waren, war die Enttäuschung natürlich riesengroß. Wenn du Meister wirst und verlierst dann in der Relegation, gehst du in die Sommerpause mit dem Gefühl, abgestiegen zu sein. Noch schlimmer wurde das Ganze, weil Elversberg als Zweiter in unserer Liga aufgestiegen ist. Auf einmal war alles negativ. Wir hatten 18.000 Zuschauer im Stadion, aber standen mit leeren Händen da. Trotzdem haben wir die ersten neun Spiele der neuen Saison nicht verloren – aber dann kam der Kräfteverschleiß. Und Sie wurden Interimstrainer… Im November hat der Verein Trainer Jörg Großkopf entlassen, Carsten Nulle und ich sollten übernehmen, bis ein neuer Cheftrainer gefunden wäre. Zu diesem Zeitpunkt war in Kassel doch alles arg am Boden. Die Ergebnisse haben leider auch bei Carsten und mir nicht so gestimmt, aber es war vor allem wichtig, der Truppe wieder Halt zu geben, aufzupassen, dass nicht noch mehr kaputtgeht nach dem Negativlauf. Das immerhin ist uns gelungen, dass wir für Matthias Mink etwas retten konnten. Jetzt kommen Sie wieder nach Mainz. Zieht Ihre Familie mit? Noch nicht. Meine Frau ist berufstätig, und meine Tochter kommt in die vierte Klasse. Deshalb bleiben die beiden noch ein Jahr in Kassel wohnen. Das Gespräch führte Peter H. Eisenhuth. Mehr aktuellen Sport aus Mainz lesen Sie hier. Alle Artikel von Fußball (Amateure)