Oberliga Damen | Peter H. Eisenhuth | 15.06.2019

Erst mal Meister werden...

...und dann weitersehen: Die Tennisspielerinnen des TSC Mainz wollen mit einem Sieg in Bad Neuenahr den Oberligatitel gewinnen. Sinja und Livia Kraus überzeugten zuletzt bei zwei Einsätzen in der österreichischen Bundesliga.
Überzeugte auch in der österreichischen Bundesliga: Sinja Kraus.
Überzeugte auch in der österreichischen Bundesliga: Sinja Kraus. | Peter H. Eisenhuth

Mainz. Kaum freiwillig zwei Klassen nach unten gegangen, scheinen sie wieder nach oben zu streben, die Tennisspielerinnen des TSC Mainz. Am Sonntag, dem letzten Spieltag der Oberligasaison, wollen die noch ungeschlagenen Frauen von Babak Momeni mit einem Sieg beim Tabellenzweiten HTC Bad Neuenahr Meister werden – doch wie es danach weitergeht, ob die Mannschaft sich um den Sprung in die Regionalliga bemühen will, ist offen.

„Wir haben noch nicht entschieden, ob wir das Aufstiegsspiel bestreiten würden“, sagt der Trainer. Diese Entscheidung hänge von den Gegebenheiten und dem zur Verfügung stehenden Personal ab. Klar ist schon jetzt, das am für diese Partie vorgesehenen 3. August Livia Kraus nicht mehr dabei sein kann; die Nummer zwei des Teams ist bis dahin bereits an ihr texanisches College zurückgekehrt.

Sollte wegen einer Turnierteilnahme auch ihre Schwester Sinja ausfallen, wäre der TSC von vorneherein chancenlos und würde wohl auf das Play-off-Spiel verzichten, um dem Zweitplatzierten der eigenen Oberliga nicht die Aufstiegschance zu verbauen. „Grundsätzlich sind wir mit der Liga glücklich“, sagt Momeni.

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In Bestbesetzung

An den Titelambitionen ändert das freilich nichts, und in Bad Neuenahr werden die Mainzerinnen in Bestbesetzung antreten. Mit den Kraus-Schwestern, die am medenrundenfreien Pfingstwochenende zweimal für den österreichischen Bundesligisten UTC Fischer Ried im Einsatz waren. Livia Kraus sorgte bei der 1:6-Niederlage gegen den Grazer Park-Club – gespielt werden fünf Einzel und zwei Doppel – für das einzige Erfolgserlebnis ihres Teams, indem sie mit 6:0, 6:0 gegen Nicole Rottmann gewann.

Klingt nach einer überforderten Gegnerin, doch die 29-Jährige war zu ihren besten Zeiten die Nummer 307 der Weltrangliste. „Aber sie hat schnell gemerkt, dass sie gegen eine fast fehlerfrei spielende Livia extrem hart arbeiten muss“, berichtet Momeni, „dazu war sie nicht bereit.“

Satzgewinn gegen Nummer 193 der Welt

Sinja Kraus, die Nummer eins der Wienerinnen, unterlag zwar Tereza Mrdeza mit 6:1, 1:6, 2:6. Allerdings ist die 28 Jahre alte Kroatin aktuell die Nummer 193 der Welt, „und Sinja hat im ersten Satz unfassbar gut gespielt“, sagte ihr Coach. „Als sie im zweiten Satz ein bisschen nachließ, ist das Match gekippt. Ihre Gegnerin hat von Anfang bis Ende ohne Schnickschnack auf einem konstanten Niveau gespielt.“

Beim 4:3-Mannschaftserfolg gegen den 1.Klosterneuburger TV gewannen beide Mainzerinnen ihre Einzel. Sinja Kraus schlug die Österreicherin Marlies Szupper, in der Weltrangliste in den 600ern platziert, mit 6:3, 6:3. „Das war kein besonders tolles Match, was auch am schlechten Wetter mit Gewitter lag“, sagte Momeni, „aber Sinja hat das sehr souverän gemacht, ohne zu zappeln.“ Ihre ältere Schwester setzte sich gegen die Tschechin Karolina Novotna mit 7:5, 7:6 durch.

 

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