Dritte Liga | Peter H. Eisenhuth | 01.10.16

Als Talente rein, als Männer raus

Statt sich mit tagesaktuellen Ergebnissen zu befassen, sollen die U-23-Spieler des FSV Mainz 05 durch einen langen Tunnel gehen, wünscht sich Trainer Sandro Schwarz. Am Sonntag erhält der Tabellenletzte der Dritten Liga Besuch aus der Partnerstadt.
Weist den Weg in den Tunnel: Trainer Sandro Schwarz.
Weist den Weg in den Tunnel: Trainer Sandro Schwarz. | Eva Willwacher

Mainz. Drittligaspiele zwischen dem FSV Mainz 05 II und Rot-Weiß Erfurt weisen eine gewisse Kontinuität auf. Viermal standen sich die die beiden Kontrahenten gegenüber, und in allen Fällen setzten sich die jeweiligen Gastgeber durch. Gegen eine Fortführung dieser Bilanz hätten sie in Mainz sicher nichts einzuwenden; die fünfte Begegnung mit dem Team aus der Partnerstadt findet am Sonntag im Bruchwegstadion statt  (Anstoß: 14 Uhr).

Es ist das Aufeinandertreffen zweier Teams, die mit dem bisherigen Saisonverlauf nur bedingt zufrieden sein können. Die vom gebürtigen Mainzer Stefan Krämer trainierten Erfurter stehen nach neun Spieltagen mit elf Punkten auf dem 15. Rang. Das sind immer noch sechs Zähler mehr, als die 05er bislang gesammelt haben, die sich inzwischen wieder auf dem letzten Platz befinden.

„Das kann man nicht wegdiskutieren“, räumt Sandro Schwarz ein, dessen Elf durch einige Verletzungen gebeutelt ist, „und trotzdem müssen wir uns davon freimachen, auf einzelne Ergebnisse zu schauen. Wir wollen uns nicht an Niederlagen gewöhnen, aber wir müssen sie ausblenden, um nicht jede Woche eine Katastrophenstimmung auszulösen.“ Seine Spieler und er seien sich bewusst, dass sie einen sehr langen Weg vor sich hätten, und diesen Weg soll die Mannschaft in einem Tunnel durchlaufen. Nicht auf die Tabelle schauen, keine Rechnereien anstellen, wie viele Punkte zu welchem Zeitpunkt nötig wären, um welchen Gegner womöglich einzuholen…

Gelassenheit bewahren

Wichtig sei vielmehr, die Situation seriös zu analysieren, konsequent weiterzuarbeiten und dabei eine gewisse Gelassenheit zu bewahren. „Wir dürfen ja auch nicht vergessen, dass wir oft nicht mit einer U23, sondern mit einer U21 auf dem Platz stehen“, sagt schwarz. Dieses Wissen helfe durchaus gegen Ungeduld. Selbst ihm.

„Als Talente in den Tunnel hinein und als Männer auf der anderen Seite herausgehen“ – so wünscht sich der Mainzer Trainer den Entwicklungsprozess seines jungen Teams. Und bloß nicht zu verkopft an die Sache herangehen. „Wir müssen pragmatisch bleiben“, fordert der Coach, seine Akteure sollen sich über Lauf- und Zweikampfbereitschaft Vorteile erarbeiten. Alles andere werde sich daraus ergeben. Die Bereitschaft dazu erkenne er bei seinen Spielern in jeder einzelnen Trainingseinheit. „Wir haben da eine Topqualität, und jetzt geht es darum, diese Qualität auch in den entscheidenden  Momenten eines Spiels umzusetzen.“

 

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