red | 15.07.2017

Krauss-Festspiele im Sauerland

Die Zwillinge Selina und Silvio Krauss setzten am Schlusstag der Deutschen Jugendmeisterschaften im Minigolf noch einen drauf und sicherten sich jeweils den Titel in der U15-Einzelkonkurrenz. Der 1. MGC Mainz feierte somit eine äußerst erfolgreiche Nachwuchsmeisterschaft.

Arnsberg. Fantastisch – phänomenal – sensationell: Man könnte noch weitere Superlative finden, um die Leistungen der MGC-Jugendlichen bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Neheim-Hüsten zu beschreiben. In vier Wertungen waren die Youngster vom Hartenberg vertreten, dreimal Gold und einmal Silber lautete schließlich die Ausbeute einer tollen Woche im Sauerland, die am Samstag mit dem Festabend und der Siegerehrung zu Ende ging.

Schon nach den Vorrunden lagen Selina und Silvio Krauss in den U15-Konkurrenzen vorne. Selina lieferte sich einen sehr abwechslungsreichen Zweikampf mit Johanna Jung (Homburg). Die Saarländerin machte immer wieder Schläge auf den großen Betonbahnen gut, während Krauss auf Eternit deutlich besser zurecht kam. Nach fünf Runden hatte Selina Krauss bereits neun Schläge Vorsprung, in Runde sechs holte Jung acht davon wieder auf.

Eine ähnliche Achterbahnfahrt gab es in den folgenden fünf Durchgängen. Drei davon entschied Johanna Jung für sich, zwei gingen an Selina Krauss, die einen kleinen Vorsprung von zwei Zählern mit in die letzte Runde auf den Betonbahnen nahm. Auch in dieser passierte zunächst recht wenig, bevor Krauss ihrer Konkurrentin mit vier Assen auf den Bahnen 10 bis 13 sechs weitere Schläge abnehmen konnte. Damit war das Duell entschieden, mit schließlich sieben Schlägen Vorsprung holte sich das MGC-Talent die deutsche Meisterschaft der Schülerinnen.

Silvio Krauss wird Favoritenrolle gerecht

Selinas Zwillingsbruder Silvio kann bereits auf mehrere erfolgreich absolvierte deutsche Meisterschaften zurück schauen, nach Silber 2015 schnappte er sich im Vorjahr in Weinheim seine erste deutsche Einzelmeisterschaft. So ging der Mainzer auch in Neheim als Mitfavorit an den Start und wurde dieser Rolle souverän gerecht. Schon als Schlussspieler des MGC-Jugendteams wusste Krauss zu überzeugen, konnte aber im Einzel bis dahin noch keine Vorentscheidung erzwingen.

Der Lüdenscheider Kenny Schmeckenbecher zeigte eine couragierte Leistung über alle drei Wettkampftage, spielte auf der Betonanlage mit 23 Schlägen sogar die beste Runde des Turniers. Doch Krauss ließ sich davon nicht beirren und baute am Finaltag seinen zuvor nur knappen Vorsprung kontinuierlich aus, so dass er am Ende sein zweites Einzelgold ebenso wie seine Schwester mit komfortablen sieben Schlägen Vorsprung nach Hause schaukeln konnte. Mit drei Mannschafts- und zwei Einzelgoldmedaillen hat der junge Mainzer damit in drei Jahren schon ein beachtliches Medaillensortiment erspielt.

Biegler holt auf und verpasst knapp die Medaille

Im Junioreneinzel hatte der 1. MGC am Schlusstag mit Ole Biegler und Kilian Horn noch zwei heiße Eisen im Feuer, sprich im Rennen um die Medaillen. Für Steven Weiß reichte es nach einem starken Finaltag noch zu Platz 10 in der Endabrechnung. Ole Biegler, als Siebter in die Zwischenrunde gegangen, kämpfte sich Schlag um Schlag an die Medaillenränge heran. Obwohl es mit Platz vier am Ende nicht ganz für Edelmetall reichte, kann auch er zufrieden auf die Meisterschaft zurückblicken.

Das gilt erst recht für Kilian Horn, der den Titelverteidiger und Europameister Benedikt Schwickert (Inzlingen) an den Rand einer Niederlage brachte. Im Vorjahr hatte der Badener noch mit unglaublichen 18 Schlägen Vorsprung das Einzel gewonnen, diesmal trennte den alten und neuen deutschen Meister ein einziger Schlag von seinem Verfolger. Die Vizemeisterschaft bedeutet für Kilian Horn einen tollen Abschluss seiner "Jugendkarriere", im kommenden Jahr wird er in der allgemeinen Klasse mitmischen.

Mit insgesamt 19 Medaillen konnte der 1. MGC Mainz den drei deutschen Meisterschaften dieses Jahres einen "Mainzer Stempel" aufdrücken, belohnte sich damit für monatelange konzentrierte Trainingsarbeit schon bei den Punktspielen und Ranglistenturnieren, sowie durch die bei allen drei Großturnieren praktizierte intensive, schon fast professionelle Vorbereitung vor Ort. Joachim Eichhorn

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