Kunstradfahren | phe | 04.12.2016

Ein Triple zum Jubiläum

Julia und Nadja Thürmer verteidigen ihren Weltmeistertitel im 2er-Kunstradfahren erfolgreich. Die Finther Schwestern bescheren dem rheinhessischen Verband in Stuttgart die dritte Goldmedaille.
Zum zweiten Mal die Besten der Welt: Julia und Nadja Thürmer (Mitte) verteidigten ihren Titel erfolgreich.
Zum zweiten Mal die Besten der Welt: Julia und Nadja Thürmer (Mitte) verteidigten ihren Titel erfolgreich. | Joachim Friedsam

Stuttgart. Die Titelverteidigung ist gelungen: Nadja und Julia Thürmer vom RSV Mainz-Finthen wurden in Stuttgart zum zweiten Mal Weltmeisterinnen im 2er-Kunstradfahren der Frauen. Mit 156,52 Punkten lagen sie im Finale um  mehr als 25 Zähler vor den zweitplatzierten Lisa und Lena Bringsken aus Böhl-Iggelheim. Dritte wurden die Schweizerinnen Fabienne Gamper und Rahel Nägele (115,60).

Ohne Frage also ein souveräner Sieg der Favoritinnen nach konzentrierter Leistung. Doch die Leichtigkeit, die ihre Fahrt ausstrahlte, täuschte über die tatsächliche Anspannung hinweg. Dies bestätigte auch der Trainer und Vater Frank Thürmer, dem nach eigenem Bekunden mit dem Schlussgong ein großer Stein vom Herzen fiel.

Von Atmosphäre beeindruckt

Zwar sind die beiden Fintherinnen derzeit das beste weibliche Kunstrad-Duo der Welt. Sie reisten als German-Masters-Siegerinnen, Deutsche Meisterinnen und Titelverteidigerinnen zur WM nach Stuttgart. Was also sollte da noch schiefgehen? „Ein Absteiger im ungünstigen Moment kann auch ein vermeintlich sicheres Punktepolster im Nu verschwinden lassen“, sagte Julia Thürmer. Die in den Monaten zuvor erzielten Erfolge sind bei der wichtigsten Fahrt des Jahres ohne Bedeutung – dann zählt einzig und alleine das, was die Athletinnen in den fünf Minuten ihrer Finalkür auf die Fläche bringen. „Deshalb waren wir schon ganz schön nervös vor dem Finale“, sagte Nadja Thürmer.

Begeistert zeigten sich die beiden alten und neuen Weltmeisterinnen vom WM-Ort Stuttgart: „Die Atmosphäre hier war einfach gigantisch“, schwärmte Julia von der Stimmung in der Porsche-Arena. Ihre Schwester ergänzte: „Tolle Bedingungen für alle. 6000 Zuschauer, das pusht die Sportler ohne Ende.“

Historische Marke

Im kommenden Jahr finden die Hallenrad-Weltmeisterschaften im österreichischen Dornbirn (Vorarlberg) statt. Wie sieht es da mit der Titelverteidigung aus? „Da starten wir auf alle Fälle noch mal“, versichert Nadja Thürmer.

Ganz nebenbei setzten die Thürmers mit ihrem Sieg eine historische Marke für den Radsportverband Rheinhessen: Drei der fünf möglichen Titelträger im Kunstradsport kommen von hier – am Samstag hatten bereits Lisa Hattemer (Gau-Algesheim) sowie die Brüder André und Benedikt Bugner (Klein-Winternheim) triumphiert. So etwas gab es noch nie. „Ein durchaus bemerkenswerter Beitrag zum 200. Geburtstag der Region“, fand RVR-Vorsitzender Marcus Klein und scherzte: „Wollen wir mal hoffen, dass wir nicht weitere 200 Jahre auf das nächste Triple warten müssen.“

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