Oberliga Damen | Guido Steinacker | 16.03.14 Der letzte Angriff der Gäste verändert alles Einen Angriff zu viel bekamen im Handball-Oberliga-Spitzenspiel der Frauen die Gäste vom SV 64 Zweibrücken. Der FSV Mainz 05 II scheiterte beim 29:29 (14:16) somit ganz knapp am Versuch, den punktgleichen Tabellenzweiten zu überholen. Wenn Janka Bauer erst einmal am Kreis abhebt, ist für den Gegner nichts mehr zu retten. | Foto: Guido Steinacker 17 Tore gegen den SV Zweibrücken, im Zweitligaspiel dann den Zeh gebrochen: Selina Adeberg wird dem Oberligateam der 05er wohl eine Weile fehlen. | Foto: Guido Steinacker Mainz. Das wirklich Schlimme für Handball-Oberligist FSV Mainz 05 II passierte im Spiel danach. Zwar war das 29:29 (14:16) im Spitzenspiel gegen den punktgleichen Zweiten SV 64 Zweibrücken nicht das Wunschergebnis des Tabellendritten. Ein Resultat, das Tabellenführer TSV Kandel durch den Auswärtserfolg bei der TSG Friesenheim vielmehr bei drei Zählern Vorsprung fast schon zum Meister machte. Doch dass der Zehenbruch von Selina Adeberg beim anschließenden Einsatz im Zweitligateam mehr als nur eine Spielerin weniger im Kader von Trainerin Nikoletta Humm bedeutet, zeigt der Blick in die Statistik der Partie gegen den SV 64. Adeberg war mit 17 Treffern, davon 14 aus dem Feld, fast Alleinunterhalterin im Mainzer Angriff, der ohne die Rückraumschützin im Saisonfinale deutlich geschwächt sein dürfte. Die ewig junge Frage: Punkt gewonnen, Punkt verloren? weiß Humm nicht recht zu entscheiden, „ich kann es nicht sagen“, betont sie. Denn rund 50 Minuten der Partie führten die Gäste, und das teilweise deutlich. Bis zum 3:1 in der Anfangsphase war alles okay, dann begannen die Zweibrücker Rückraumspielerinnen die 05er abzuschießen. Gegen eine zu passive Mainzer Deckung kamen die Schüsse oft nur aus acht Metern auf das Tor. Dennoch: „Die Abwehr stand in den vorigen Spielen sicher besser, aber auch Kristin Schäfer kann besser halten“, sah Humm auch ihre Torfrau weit weg von ihren Möglichkeiten. Manndeckung half beim Aufholen Bis zum 9:9 glichen die 05er die Führungen der Gäste immer wieder aus, dann zog der SV 64 auf fünf Tore weg (9:14). Humm stellte die Abwehr um. Dimitra Andrikopoulou nahm die Zweibrücker Halblinke im aufgebauten Angriff aus der Partie, das wirkte. Bis zur Pause ließ sich der Schaden zwar nicht mehr ganz reparieren, aber eigentlich deutete nichts darauf hin, dass sich die alten Verhältnisse schnell wieder einpendeln würden. Taten sie aber. Vier-Tore-Rückstände der 05er waren vom 16:20 bis zum 24:28 Standard. Enttäuschend vor allem die Wurfleistung der Mainzerinnen von Linksaußen. Julia Ophoff und Eva Völker blieben trotz zahlreicher Gelegenheiten ohne Treffer. „Das war ärgerlich, denn wir hatten die Außenverteidigerinnen als Schwachpunkt der Zweibrücker ausgemacht und wollten über die Position unsere Tore machen“, erläuterte Humm. Das Aus für die Meisterschaftsträume Tor für Tor aber holten die 05er im Endspurt auf – es ist ein Kämpferteam. Und das belohnte sich beim 29:28 pünktlich in der Schlussminute mit der ersten Führung seit dem 3:2. Doch einen hatten die Zweibrückerinnen noch auf Lager, und der saß. Keine ungerechte Punkteteilung, gibt Humm zu. Und wohl das Aus für die Meisterschaftsträume des Teams. „Ich glaube aber sowieso nicht, dass die Kandeler noch ein Spiel verlieren“, hielt Humm die Chancen allerdings so oder so für eher gering. FSV Mainz 05 II: Schäfer – Adeberg (17/3), Dankwardt, Bauer (je 4), Andrikopoulou, Feldmann, Kleinjung, Leichthammer (je 1), Gallon, Klug, Ophoff, K. Simon, Tomaschek, Völker. Alle Artikel von Handball