Dritte Liga Damen | Guido Steinacker | 26.04.2021

Mehr Zeit für die Gartenarbeit

Michelle Chwalek will nicht mehr mitmachen: Die langjährige Rückraumspielerin und Kreisläuferin der SG TSG/DJK Bretzenheim hat ihren Rückzug aus dem Drittligateam angekündigt.
Im Drittligaderby gegen den FSV Mainz 05 II (v. l. Melanie Grawe, Jill Reuter) schien Michelle Chwalek noch bereit für eine anstrengende Saison. Für die nächste Runde plant sie ihren Rückzug in die Zweite Mannschaft.
Im Drittligaderby gegen den FSV Mainz 05 II (v. l. Melanie Grawe, Jill Reuter) schien Michelle Chwalek noch bereit für eine anstrengende Saison. Für die nächste Runde plant sie ihren Rückzug in die Zweite Mannschaft. | Bernd Eßling

Bretzenheim.  Handball-Drittligist SG TSG/DJK Bretzenheim verliert seine dienstälteste Spielerin. Dabei ist Michelle Chwalek erst 28 Jahre alt. Aber eben auch bereits zehn Jahre für den Stadtteilverein am Ball. Jetzt hat die Kreisläuferin, 2011 noch als Rückraumschützin aus dem Saarland gekommen, dem Verein mitgeteilt, künftig nicht mehr in der Ersten Mannschaft mitmischen zu wollen. 

Das mag etwas überraschen, verspricht die nähere Zukunft doch spannende Zeiten mit der klaren Zielvorgabe des erneuten Zweitligaaufstiegs und der Verpflichtung der als Spielerin wie Trainerin bundesligaerfahrenen Ildikó Barna als Coach. Das konnte Chwalek allerdings nicht überzeugen, ein weiteres Jahr dranzuhängen.

Als sie 2011 als 18-Jährige nach Mainz kam, bildete sie mit Lara Leuckefeld eine Wohngemeinschaft und begann ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Kinder-und Jugendpsychiatrie. Lässt sich Chwalek überreden, wenigstens im Rheinhessenligateam am Ball zu bleiben, wäre die WG-Partnerin von damals ihre neue Trainerin – diese SG ist eben eine kleine Handballfamilie.

Neue Rolle als Leuckefeld-Ersatz

Den Weg an den Kreis fand Chwalek erst in Bretzenheim unter Trainer Thomas Zeitz. Es galt, die verletzte Stammspielerin auf der Position zu ersetzen; die hieß übrigens Lara Leuckefeld. Dass Chwalek am Kreis genau richtig steht, verrät eigentlich schon ihr Profil: nicht die allergrößte, aber wendig und kräftig, ideal für diese Rolle. Die Umbesetzung brachte prompt durchschlagendem Erfolg. In der ersten Saison auf der neuen Position räumte Chwalek gleich schwer ab, wurde gar Torschützenkönigin der Weststaffel.

Ein Jahr später gelange der SG der Aufstieg in die Zweite Liga, und auch nach dem direkten Wiederabstieg blieb Chwalek an Bord. Auch wegen ihrer Abwehrstärke war sie in den viereinachtel Spielzeiten seither ein wichtiger Faktor im Kader. Nun aber hat sie der Wunsch nach freien Wochenenden entwickelt und mehr Zeit für die Gartenarbeit.

„Ich glaube, die Prioritäten haben sich einfach verschoben“, sagt Frauenwartin Julia Veeck, seit vergangenem Herbst Chwaleks Ehepartnerin. In der Vereinsfunktion spricht sie der Kreisläuferin, die wegen des Saisonabbruchs nicht mit einer Verabschiedung in der Halle rechnen kann, eine offizielle Anerkennung aus. „Die Mannschaft und der gesamte Verein danken Dir für die letzten zehn Jahre, in denen Du immer alles gegeben hast.“

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