Zweite Bundesliga Damen | Peter H. Eisenhuth | 28.02.26 Hart verteidigen und auf Milde hoffen Die Zweitligabasketballerinnen des ASC Mainz treten bei den drittplatzierten Baskets Jena an, die im Kampf um den Aufstieg gerade eine dritte Amerikanerin mit bemerkenswerter Dreierstatistik verpflichtet haben. Jordan Barron und der ASC stehen in Jena schon körperlich vor einer großen Herausforderung. | Bernd Eßling Mainz. Er kenne die Gegebenheiten in Jena nicht und habe keine Ahnung, inwieweit das dortige Umfeld erstligatauglich sei, sagt Aron Duracak. „Aber was ich so mitbekomme, klingt nach Durchmarschfantasie, anscheinend ist Geld vorhanden.“ Warum sonst sollte der Tabellendritte der Zweiten Basketball-Bundesliga zuletzt eine dritte US-Amerikanerin verpflichtet haben, wenn nicht mit dem Ziel, sich im Frühjahr nach oben zu verabschieden? Taylor Robertson war zuvor für den Erstligisten Mitteldeutscher BC im Oberhaus aktiv – und ist die erfolgreichste Dreierschützin in der Geschichte der US-College-Liga NCAA: In 151 Spielen traf die 1,83 Meter große Flügelfrau 537-mal von jenseits der Linie. „Sie hat ähnliche Quoten wie bei uns Taylor Golembiewski und ist so groß wie Jordan Barron“, sagt Duracak. „Das macht uns die Aufgabe am Samstagabend nicht leichter.“ Für ihren neuen Klub traf Robertson in drei Begegnungen 17 von 40 Dreiern. „Das sind exorbitant viele Würfe“, merkt der Mainzer Trainer an, „aber die beiden Center ziehen unterm Korb alle Gegenspielerinnen zusammen, und dann steht sie frei und hat immer grünes Licht.“ Robertson auf den Füßen stehen Das gleiche Problem bereitete der Aufsteiger dem ASC schon in der Hinrunde. Beim 60:87 im Theresianum kam US-Spielmacherin Laila Walker auf 27 Punkte, unter anderem dank sechs Dreiern. Damals stellten sich Duracaks Frauen aus Angst vor der 1,96 Meter großen Litauerin Marta Miscenko sehr tief auf und machte es der Schützin dadurch leicht. Wie die Mainzerinnen als eines der kleinsten Teams der Liga dem Gegner beikommen wollen? „Wir müssen Robertson auf den Füßen stehen, damit sie möglichst selten an den Ball kommt, und sehr körperbetont agieren, in der Hoffnung, dass die Schiedsrichter uns milde beurteilen“, sagt Duracak, der auf Alina Kraus und Klara Schürer verzichten muss. Mit einer ähnlich intensiven Defense wie vor zwei Wochen beim 68:73 gegen den Tabellenführer aus Bad Homburg könne es seinen Akteurinnen gelingen, erneut ein enges Spiel zu gestalten. „Wir fahren als Außenseiter nach Jena, aber wir wissen um unsere Qualitäten“, betont der Coach. „Wenn unsere Taylor ins Rollen kommt, Jordan ihre Dreier versenkt und vielleicht auch Alina Dötsch von Beginn an trifft, sind wir im Spiel.“ Alle Artikel von Basketball